SZ-Aktion: Schreiben Sie für Senioren einen Brief gegen die Einsamkeit

Lesedauer: 8 Min
 Ein paar liebe Zeilen, ein von Kinderhand gemaltes Bild: Darüber freuen sich Menschen in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen
Ein paar liebe Zeilen, ein von Kinderhand gemaltes Bild: Darüber freuen sich Menschen in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen in Zeiten der Corona-Krise ganz besonders. (Foto: Gustafsson/imago-images)

 

 

Die Corona-Krise stellt auch die Menschen in Biberach und Umgebung vor neue, ungeahnte Herausforderungen. Besonders schwer trifft es ältere, pflegebedürftige und behinderte Menschen. Sie gehören meist zur Risikogruppe, sind also besonders gefährdet, wenn sie am Virus erkranken.

Diese Menschen benötigen besonderen Schutz, dieser ist aktuell mit Isolation verbunden. Die Schwäbische Zeitung Biberach möchte dazu beitragen, das Gefühl des Abgeschnittenseins zu lindern – und zwar mit Briefen aus der Bevölkerung.

Für viele Menschen, die in Senioren-, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen leben, ist der Besuch ihrer Angehörigen und Freunde eine willkommene Abwechslung und oftmals Höhepunkt des Alltags. Doch um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, dürfen Verwandte und Freunde derzeit nicht mehr oder nur noch in Ausnahmefällen in den Einrichtungen vorbeischauen. Ohne den ersehnten Besuch könnte aber auch Einsamkeit drohen.

Das zeigt Solidarität mit unseren Bewohnern und sie fühlen sich nicht vergessen.

Martin Stadali

Deshalb schafft die SZ Biberach nun eine Möglichkeit, den Alltag der Bewohner ein wenig aufzuhellen und ruft ihre Leser dazu auf, älteren und behinderten Menschen Briefe zu schreiben oder Bilder zu malen und sie diese per E-Mail an die jeweiligen Heimverwaltungen schicken (siehe Mail-Adressen der teilnehmenden Einrichtungen und Spielregeln im Kasten unten).

„Wir freuen uns sehr über eine solche Aktion“, sagt Martin Stadali, Heimleiter des Bürgerheims Biberach. „Das zeigt Solidarität mit unseren Bewohnern und sie fühlen sich nicht vergessen.“ Bei ein paar Menschen sei das Gefühl der Einsamkeit schon spürbar: „Einige sind darauf angewiesen, dass Angehörige und Freunde sie besuchen. Sie wollen bekannte Gesichter sehen.“

Briefe mit mutmachenden Wörtern findet Martin Stadali deshalb eine schöne Abwechslung im Alltag.

Das kann Christian Metz, bei der St.-Elisabeth-Stiftung zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, nur bestätigen: „Wir haben bereits ein paar Briefe bekommen und unsere Bewohner haben sich sehr gefreut.“ Aber auch die Mitarbeiter in den verschiedenen Einrichtungen würden alles tun, um die Bewohner aufzufangen und sie zu beschäftigen.

Im Wohnpark St. Klara in Schemmerhofen ist die Stimmung aktuell noch ganz gut, berichtet Einrichtungsleiterin Christl Schuster: „Es ist besonders schön zu sehen, dass sich die fitteren Menschen jetzt um die nichts so aktiven kümmern. Das Gemeinschaftsgefühl wird dadurch gerade sehr gestärkt.“

Abwenden der aufkommenden Einsamkeit

Das beobachtet auch Beate Decker, Heimleiterin des Seniorenzentrums Josefspark in Eberhardzell: „Wir tun alles dafür, eine aufkommenden Einsamkeit abzuwenden“, sagt sie. „Es ist wichtig, die Normalität aufrechtzuerhalten.“ Die Mitarbeiter seien hochmotiviert und würden sich viele Angebote und Aktionen für die Senioren überlegen. Zusätzlich zu den hoffentlich bald ankommenden Briefen wolle die Einrichtung auch ein Tablet anschaffen, sodass die Bewohner ihre Angehörige wenigsten bei einer Videotelefonie sehen könnten.

Der Inhalt der Briefe – ob geschrieben oder gemalt – soll Mut machen, den Empfängern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ihnen das Gefühl geben, ein wenig „mit nach draußen“ genommen zu werden. Das kann von der Beschreibung der Frühlingslandschaft über Beobachtungen im Tageslauf bis zu persönlichen Gedanken, Schilderungen des Alltags ohne Schule oder der täglichen Routine reichen. Die Mischung macht’s und zeichnet ein abwechslungsreiches Bild vom Leben in Biberach und Umgebung in dieser besonderen Zeit.

Dabei ist es egal, ob es „nur“ ein paar Sätze eines Grundschulkinds sind oder ein längerer Brief eines Erwachsenen. Eins ist sicher: Die Senioren und auch jene, die in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung leben, freuen sich ganz bestimmt über Post ihrer Mitmenschen – denn solche Post zeigt, dass sie nicht vergessen werden und gerade in diesen Tagen jemand an sie denkt.

So funktioniert die Aktion:

Jeder kann teilnehmen. Die Schreiben und Bilder können unterzeichnet sein, es reicht aber auch der Vorname. Schön wäre es, wenn der Verfasser sein Alter angibt.

Minderjährige müssen zuvor die Genehmigung ihrer Eltern erfragen.

Alle Beiträge sollten per E-Mail direkt an die genannten Adressen der teilnehmenden Einrichtungen geschickt werden. Also Geschriebenes oder Gemaltes bitte einscannen oder gut lesbar abfotografieren und als Anhang beifügen.

Das Personal der jeweiligen Einrichtungen druckt die Post aus und liest sie den Heimbewohnern vor beziehungsweise teilt sie aus.

Jeder Beitrag kann grundsätzlich an alle, aber auch nur an einzelne Menschen in den genannten Einrichtungen geschickt werden.

Die Schwäbische Zeitung BIberach behält sich vor, Auszüge aus einzelnen Briefen oder Bilder (beides anonym) nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal in einer ihrer Ausgaben zu veröffentlichen.

Einrichtungen, die an der Aktion teilnehmen:

  • Bürgerheim Biberach: briefe@buergerheim-biberach.de
  • Haus am Gigelberg in Biberach: tobias.stiller@charleston.de
  • St.-Elisabeth-Stiftung: Wohnpark am Jordanberg in Biberach, Wohnpark am Rotbach in Mittelbiberach, Wohnpark St. Klara in Schemmerhofen, Altenzentrum Goldbach in Ochsenhausen, Heggbacher Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Wohnen und Begleiten in Ingerkingen mit der benachbarten Schule St. Franziskus für Kinder und Jugendliche mit Behinderung: briefe@st-elisabeth-stiftung.de
  • Haus Regenta,Wohn- und Pflegezentrum in Bad Schussenried: haus-regenta@charleston.de
  • Römergarten Residenzen, Haus Luisa in Schemmerberg: verwaltung.schemmerberg@roemergarten-residenzen.de
  • Tagestreff/Seniorentagespflege in Birkenhard und Schemmerhofen: info@tagestreff.de
  • Seniorenzentrum Josefspark in Eberhardzell: info@seniorenzentrum-josefspark.de

 

 

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen