Sturmtief „Sabine“ und die Folgen: Autofahrer missachten Sperrung und prallen gegen Bäume

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Nach den orkanartigen Böen im Landkreis Biberach sind weiterhin Straßen gesperrt. Auch die Straße Am Blosenberg (Talfeld-Birke
Nach den orkanartigen Böen im Landkreis Biberach sind weiterhin Straßen gesperrt. Auch die Straße "Am Blosenberg" (Talfeld-Birkendorf) in Biberach ist davon betroffen. (Foto: Gerd Mägerle)
Digitalredakteur

Nach dem Sturmtief „Sabine“ geht die Beseitigung der Schäden weiter. Zwar ist die Region verhältnismäßig glimpflich davon gekommen, doch von spurlos kann keine Rede sein. Auch am Mittwoch dürften vermutlich noch ein paar wenige Straßen im Kreis Biberach gesperrt bleiben. An die Warnschilder sollten sich Autofahrer auch zwingend halten, wie zwei Unfälle eindrücklich zeigen.

Wegen umgestürzter Bäume und herabhängenden sind diese Straßen gesperrt (Stand 11. Februar, 16 Uhr):

  • L 1268 Orsenhausen - Hörenhausen
  • K 7506 Gutenzell – Kirchberg
  • K 7531 Warthausen - Aßmannshardt
  • K 7506 Heggbach - Zillishausen
  • L 301 Rot an der Rot - Hauerz 
  • K 7574 Steinhausen - Hirschbronn
  • K 7577 Haslach - Kreisgrenze RV Kunenberg
  • L 280 Schönebürg - Heggbach (Sperrung aufgehoben)
  • L 266 Sulmingen - Heggbach (Sperrung aufgehoben)
  • L 273 Birkenhard - Aßmannshardt (Sperrung aufgehoben)
  • K 7533 Attenweiler - Richtung B 312 (Sperrung aufgehoben)
  • K 7597 Oberssendorf - Winterstettendorf (Sperrung aufgehoben)
  • L 265 Schönebürg - Hürbel (Sperrung aufgehoben)
  • L 266 Sulmingen - Heggbach (Sperrung aufgehoben)
  • K 7515 Orsenhausen - Weihungszell (Sperrung aufgehoben)
  • L 300 Rot an der Rot - Tannheim (Sperrung aufgehoben)
  • K 7568 Fischbach - Dietenwengen (Sperrung aufgehoben)

Autofahrer sollten diese Sperrungen zwingend beachten. Sonst könnte das passieren:

Eine 37-Jährige möchte mit ihrem Auto auf der Landstraße 273 von Aßmannshardt in Richtung Birkenhard fahren. Der Abschnitt ist am Dienstag gegen 7.45 Uhr noch gesperrt; Absperrgitter und Verkehrszeichen ignoriert die Frau nach Polizeiangaben.

Auch aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit – zum Unfallzeitpunkt regnet es stark – übersieht sie einen auf der Fahrbahn liegenden Baum und prallt dagegen. Ein 35-Jähriger, der zeitgleich dort verbotenerweise unterwegs ist, kracht ebenfalls in einen Baum. Beide blieben unverletzt. Die Autos lud ein Abschlepper auf, den Schaden schätzt die Polizei auf rund 16.000 Euro.

Sperrungen dauern weiter an   

Für besagte Straße und einige weitere hat das Landratsamt die Sperrung im Lauf des Dienstags aufgehoben. Bis wann alle Straßen wieder frei sind, war zunächst unklar. „Sobald das Sturmtief abgezogen ist, werden wir erst die größeren Straßen, danach die kleineren frei machen“, erläutert Landratsamt Sprecher, Bernd Schwarzendorfer, das Vorgehen.

Hintergrund ist, dass einige Abschnitten aus Sicherheitsgründen nicht betretbar sind. Herumfliegende Gegenstände oder umstürzende Bäume könnten die Kollegen verletzen.

Am Sturmtag waren 60 Kräfte der vier Straßenmeistereien Warthausen, Riedlingen, Laupheim und Ochsenhausen Einsatz. „Die Mitarbeiter haben um 4.30 Uhr angefangen und waren mit allen verfügbaren Fahrzeugen und Materialien draußen“, so Schwarzendorfer. Es sei zum Beispiel gar nicht so leicht gewesen, die ganzen Warnschilder für die Straßen aufzutreiben und dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden.

Keine größeren Schäden in Biberach

Auch die Beschäftigten des Biberacher Baubetriebshofs räumen in den nächsten Tagen noch auf. Unter anderem müssen die Straßen von den herumliegenden Ästen befreit werden. Große Schäden hat es im Stadtgebiet nicht gegeben. Vereinzelt seien Bäume umgefallen, erläutert Stadtsprecherin Andrea Appel

Im Weißen Bild in Biberach ist ein Baum auf ein Auto gestürzt. Es wurde niemand verletzt.
Im Weißen Bild in Biberach ist ein Baum auf ein Auto gestürzt. Es wurde niemand verletzt. (Foto: Stadt Biberach)
Im Weißen Bild in Biberach ist ein Baum auf ein Auto gestürzt. Es wurde niemand verletzt.
Im Weißen Bild in Biberach ist ein Baum auf ein Auto gestürzt. Es wurde niemand verletzt. (Foto: Stadt Biberach)

Schäden an städtischen Gebäuden seien ihr nicht bekannt: „Wir sind glimpflich davon gekommen.“ Die Messstation an der Dollinger Realschule habe eine Windgeschwindigkeit von 108 Kilometer pro Stunde ermittelt. Meteorologen sprechen hierbei von einem orkanartigen Sturm.

Am Blosenberg weiter gesperrt 

Weiterhin gesperrt ist in Biberach die Straße „Am Blosenberg“. Die Strecke ist bei Autofahrern als Abkürzung vom Wohngebiet Talfeld zu den Supermärkten in Birkendorf und zu Boehringer Ingelheim beliebt.

„Hier sind etliche Bäume aus einem Privatwald auf die Straße gestürzt“, sagt Appel. Den Eigentümern sei eine Frist gesetzt worden, innerhalb derer sie die Bäume wegschaffen müssen: „Wir haben das im Blick.“

Einen Überblick über die Schäden im Wald konnten sich die Revierleiter aus Sicherheitsgründen bislang nicht verschaffen. 15.000 Festmeter an Sturmholz könnten entstanden sein, beruft sich Appel auf eine Schätzung des Stadtförsters Markus Weisshaupt. Zur Einordnung: Der Jahreseinschlag beträgt etwa 30.000 Festmeter.

Die Menschen sollten noch die ganze Woche zur ihrer eigenen Sicherheit die Wälder meiden.

Noch ein paar Einsätze am Dienstagmorgen

1630 Notrufe und rund 250 abgearbeitete Einsätze – so lautet die vorläufige Bilanz des Sturmtiefs „Sabine“. Im Vergleich zu Montagnachmittag (1400 Notrufe) sind in den Stunden danach weitere hinzugekommen. In der Nacht zu Dienstag hatte der Wind stellenweise noch einmal ordentlich gepfiffen.

„Wir hatten noch einmal ein paar Einsatzstellen“, erläutert der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Merz. Zwischen 4 und 6 Uhr seien es beispielsweise fünf Einsätze gewesen. Es habe sich dabei um umgestürzte Bäume gehandelt: „Aber die Lage ist ruhig, das Wetter ist wieder stabiler.“

Landrat dankt allen Einsatzkräften 

Landrat Heiko Schmid dankte allen Einsatzkräften wie Feuerwehr, Straßenmeisterei, Forstverwaltung, Technisches Hilfswerk oder Deutsches Rotes Kreuz: „Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Investitionen in die Integrierte Leitstelle von DRK und Landkreis mit annähernd zwei Millionen Euro gut angelegtes Geld ist.“

Die Leitstelle habe einmal mehr ihre Leistungsfähigkeit und Professionalität bewiesen: „Allen Einsatzkräften, ob ehren- oder hauptamtlich tätig, gilt mein herzlicher Dank.“

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