Studenten setzen Bauprojekt in den USA um

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Steffen Hermann (von links), Alexander Musch und Fabian Kaufmann, Ansprechpartner beim Zimmererausbildungszentrum.
Steffen Hermann (von links), Alexander Musch und Fabian Kaufmann, Ansprechpartner beim Zimmererausbildungszentrum. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Die Elektro-Roller der Hochschule Biberach (HBC) flitzen bereits über den Campus und durch die Stadt, nun erhält die Flotte „HBC.Move“ eine E-Ladestation, die gleichzeitig als Garage für die E-Fahrzeuge und als Stauraum für Zubehör dient.

Alexander Musch und Steffen Hermann haben dafür einen Prototyp entwickelt. Beide studieren Projektmanagement an der HBC. In dem Projekt wenden sie ein neues Verfahren an, das sie während eines Praxissemesters in den USA kennengelernt haben. Über ihre Bachelor-Arbeit und ein Forschungsprojekt wollen die Studenten das Verfahren auch in die Tat umsetzen. Nach ihrem Abschluss kehren sie nach Baltimore zurück, um das Gebäude zu realisieren. Dort wird das Verbundsystem erstmalig zum Einsatz kommen. Ein Patent für das Verfahren liegt bereits von der Firma INOS vor, einem weiteren Projektpartner.

Projekt mit Zukunftsperspektive

Das Bausystem besteht aus Holz und Stahlbeton. Es muss den Anforderungen eines mehrgeschossigen Wohngebäudes standhalten. Beide Studenten bringen Erfahrung mit: Musch ist ausgebildeter Maurer, Hermann Zimmerer. Beiden ist der Nachhaltigkeitsaspekt wichtig, darin sehen sie „großes Zukunftspotenzial“. Darüber hinaus biete der Holzbau auch mit Blick auf die Digitalisierung viele Möglichkeiten. Das Forschungsprojekt der HBC unter der wissenschaftlichen Leitung der Professoren Christoph Gipperich und Gerhard Lutz will dafür neue Tools entwickeln. Darin sollen die Erfahrungen der Studenten mit einfließen.

Erste, kleinere Prototypen des Systems haben die Studenten bereits gebaut; der nächste Schritt in der Fertigung ist aktuell der „Move Cube“. So nennen die Studenten den Würfel , der für die Elektro-Roller-Flotte der Hochschule genutzt werden soll. Für die Ladestation wird der Cube mit einer Sparrenkonstruktion erweitert, die die Photovoltaikanlage tragen wird. Sie produziert den Strom für die Flotte. Im Gebäude werden neben der Anlagentechnik auch Schließfächer integriert. Gleichzeitig dient der Cube als Schauraum und Informationspavillon für das Flotten-Projekt der HBC.

Ende Juni haben Musch und Hermann mit der Vormontage begonnen; dafür konnten sie die Lehrwerkstätten des Zimmererausbildungszentrums Biberach nutzen. Der Cube ist 3,5 Meter breit, sechs Meter lang und , 3,2 Meter hoch. Klein genug für eine mobile Konstruktion, die fertig montiert auf einem LKW transportiert werden kann. Auch auf dem Gelände des Campus Stadt wird der Würfel zunächst temporär aufgebaut: Der Move Cube als Experiment.

Nach ihrer USA-Reise wollen die Studenten nach Biberach zurückkehren. Hermann will dann die Prüfung zum Zimmerer-Meister ablegen, Musch das Master-Studium beginnen. Langfristig interessieren sich beide für die Tätigkeitsbereiche Systementwicklung und Systembau. Auch ein Start up, das sie auf den Cube aufsetzen könnten, ist denkbar.

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