Stadtkapelle gibt wunderbares Konzert

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 Der Kinderchor der Bruno-Frey-Musikschule
Der Kinderchor der Bruno-Frey-Musikschule (Foto: Günter Vogel)
Günter Vogel

Die Stadkapelle hat mit ihrem Dreikönigskonzert feierlich die Weihnachtszeit beschlossen. Musikdirektor Andreas Winter fügte die Werke zu einer ungewöhnlichen Reihenfolge mit dem grandiosen Schluss Johann Sebastian Bach zusammen. Erstmals dabei bei diesem wunderbaren Nachmittagskonzert war der Kinderchor der Bruno-Frey-Musikschule.

Thiemo Kraas hat sein „Andante religioso“ als berührendes Musikstück für Blasorchester gestaltet. Trotz klangstarker Instrumentation offenbart das Werk einen zarten und intimen Charakter mit sehr moderatem, schier geheimnisvollem Beginn. Erhabene Melodienfolgen, gestützt auf fundiertem, tiefem Blech, und mit dezentem Schlagwerk.

Es folgten zwei Gesangsbeiträge, Der Tenor Ewald Bayerschmidt sang das Weihnachtslied „Cantique de Noël" von Adolphe Adam. Das Lied ist auf der ganzen Welt beliebt und der Tenor empfand die wunderschönen lyrischen Bögen des Komponisten nach. Unüberhörbar, dass Adolphe Adam ein bedeutender Opern- und auch Ballettkomponist war.

Das „Oratorio de Noël“ (Weihnachtsoratorium) ist ein im Jahr 1858 entstandenes Werk des damals 23-jährigen französischen Komponisten Camille Saint Saëns (1835-1921). Bayerschmidt sang aus diesem Oratorium die Arie „Expectans, expectavi Dominum“ („Sehnlichst wartete ich auf den Herrn.“).

Traditionell stehen im Mittelpunkt des Dreikönigskonzertes einige der großen Weihnachtslieder. Das Orchester begann diesen Programmteil mit dem Biberacher Pastorale, an dessen vier eröffnenden Tuttischlägen jeder Biberacher das Werk in der Bearbeitung von Paul Kühmstedt sofort erkennt. Franz Schlegel schrieb dazu: „Das Biberacher Pastorale stammt von einem bis heute unbekannten Komponisten des 18./19. Jahrhunderts. Von diesem ,Hirtenstück gibt es zahlreiche Instrumentierungen, weil das Originalmanuskript nicht mehr vorhanden ist. Es ist im Dreiertakt verfasst und nicht, wie bei Pastoralen üblich, im Sechsachteltakt.“ Dem folgte „Vom Himmel hoch“, dessen Melodie von Martin Luther stammt, in der Bearbeitung von Justin Heinrich Knecht. Michael Praetorius schrieb 1609 „Es ist ein Ros’ entsprungen.“

Kinderchor erntet Spontanapplaus

Erstmalig hörte man im Dreikönigskonzert den Kinderchor der Bruno-Frey-Musikschule. Unter ihrem Leiter Ewald Bayerschmidt präsentierte er drei Lieder: Nach „O Du fröhliche“ begleitete Andreas Winter die Kinder auf dem Keyboard zu dem österreichischen „Heidschi bumbeidschi“ und dem Lied „In der Weihnachtsbäckerei“. Die jungen Sänger sind von ihrem Leiter exzellent studiert, gewinnen Herz und Ohr der Zuhörer mit ihrer Frische und Sangesfreude. Spontaner Applaus belohnte sie dafür. Chorleiter Bayerschmidt im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“: „Neue Mitsänger sind herzlich willkommen.“

Dann wieder das Orchester: „Stille Nacht“ ist immer zentraler Mittelpunkt am 6. Januar. Man vermisste aber etwas das bei vorherigen Konzerten gedimmte Licht zur Stimmungsvertiefung. Und man hörte Knechts „Wie können wir, Vater der Menschen, Dir danken“, entstanden gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Großer Abschluss mit Johann Sebastian Bach: Zuerst die „Fantasia in G-Dur“, BWV 572, dann „Toccata und Fuge d-moll“, BWV 565. Beide Werke und deren melodischer und dynamischer Reichtum waren in den Orchester-Arrangements in packenden Klangformationen stilvoll umgesetzt. Bei der Toccata waren die schnellen Klangstrukturen meisterhaft auf das Holz übergeführt. Getragen wurden die Tonarchitekturen von großem Blech, das die originalen tiefen Pedalstimmen imposant umsetzte.

Ein großer triumphaler Schluss der Fuge beendete eine wunderbare nachmittägliche Konzertstunde in der gegenüber dem vergangenen Winter spürbar wärmeren Kirche.

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