Sportverein Stafflangen hat jetzt einen Lebensretter

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Manfred Rommel vom DRK zeigt in Stafflangen die Handhabung eines Defibrillators.
Manfred Rommel vom DRK zeigt in Stafflangen die Handhabung eines Defibrillators. (Foto: Josef Aßfalg)
Schwäbische Zeitung

Der Sportverein Stafflangen (SVS) hat jetzt einen Lebensretter vor Ort. Für das Sportzentrum hat der Förderverein des SVS einen Defibrillator angeschafft. Der Defibrillator kann im Sportzentrum des Sportvereins und auf dem Sportgelände in Stafflangen eingesetzt werden. Ein weiteres Gerät hält die Stadt Biberach seit einiger Zeit bereits in der Turn- und Festhalle in Stafflangen vor.

Der Defibrillator ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung von Herzerkrankungen, bei denen das Herz plötzlich viel zu schnell schlägt. Es soll den natürlichen Herzrhythmus wieder herstellen, wenn jemand lebensbedrohliche Rhythmusstörungen hat. Die Defibrillation kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern beenden. Dazu gibt das Gerät über Elektroden auf der Brust des Betroffenen Stromstöße ab.

Manfred Rommel, Kreisausbildungsleiter und Koordinator für Schul- und Jugendarbeit beim DRK, referierte bei der Informations- und Einführungsveranstaltung über die Handhabung. Der Defibrillator sei so konzipiert, dass er auch von Laien bedient werden kann, erklärte Rommel. Und: „Eine Fehlbedienung ist nahezu ausgeschlossen“. Mit seiner Aufklärung wollte er den Zuhörern die Angst und Hemmschwelle zur Bedienung des Defibrillators nehmen. Das Gerät entscheide nach der Anbringung der Elektroden, ob ein Schock angezeigt werde.

Weiter stellte Manfred Rommel den Ablauf einer Wiederbelebung (Notarzt, Herz-Druck-Massage in Verbindung Beatmung) dar. „Beginnen Sie so schnell wie möglich mit der Wiederbelebung“, riet Rommel, denn schon wenige Minuten ohne Sauerstoff könnten irreparable Hirnschäden oder der Tod des Patienten die Folge sein. Der Patient könne nichts mehr verlieren, „er kann nur gewinnen“, so Rommel. „70 Prozent der Patienten, die einen plötzlichen Herztod erleiden, zeigen im EKG Kammerflimmern“, so Rommel. Eine lebhafte Diskussion unterstrich das Interesse der rund 30 Besucher.

Fördervereinsvorsitzender Helmut Hiller dankte Manfred Rommel für den informativen Vortrag. Erich Aßfalg, Kassierer des Fördervereins, freute sich bei seiner Begrüßung über das rege Interesse der Stafflanger Vereine und der Bürger. Es sei zwiespältig, „zum einen wollen wir erste Hilfe leisten und zum anderen hoffen wir, dass wir mit einem Notfall nie konfrontiert werden“. Erich Aßfalg und Gerhard Stallbaumer, selbst im Rettungsdienst des DRK tätig, haben die Anschaffung eines Defibrillators für den SVS initiiert. „Das war eine geniale Idee und ist eine gute Sache“, lobte SVS-Vorsitzender Wolfgang Mayer.

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