Spieler attackiert Schiedsrichter mit Kopfstoß: Zwölf Monate Sperre

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Der Schiedsrichter wurde von dem Spieler attackiert.
Der Schiedsrichter wurde von dem Spieler attackiert. (Foto: ssuaphoto)
Sportredakteur

Der Fußballer des SV Stafflangen, der beim Spiel in Erolzheim Anfang Juni mit dem Schiedsrichter aneinandergeraten ist, ist vom Sportgericht mit einer Sperrstrafe von zwölf Monaten belegt worden. Der Unparteiische der Schiedsrichtergruppe (SRG) Wangen kam ebenso nicht ungeschoren davon. Der Fall beschäftigt mittlerweile auch noch die Staatsanwaltschaft Ravensburg.

„Gegen beide wird ermittelt wegen Körperverletzung. Gegen den Spieler richtet sich der Vorwurf der Körperverletzung wegen eines Kopfstoßes. Gegen den Schiedsrichter wird ermittelt wegen einer Ohrfeige“, sagt die Erste Staatsanwältin Christine Weiss, Pressereferentin bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg, auf SZ-Nachfrage. Zuvor hatte die Polizei in dieser Angelegenheit aufgrund der Anzeige des Schiedsrichters gegen den SVS-Spieler und dessen Gegenanzeige ermittelt, das Verfahren abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft weitergereicht.

Dreistellige Geldstrafe

Sowohl die Vereine, der SV Stafflangen und der SV Erolzheim, als auch der Schiedsrichter waren im Lauf des Sportgerichtsverfahrens um Stellungnahmen gebeten worden. „Die Stellungnahmen bezüglich des Vorfalls haben sich größtenteils gedeckt, vor allem in den entscheidenden Punkten“, sagt Marc Richter, Vorsitzender des Bezirkssportgerichts Riß.

Der Ablauf sei nach übereinstimmenden Angaben folgender gewesen: Nach dem Schlusspfiff kreuzten sich die Wege des Schiedsrichters und des SVS-Spielers. Dann kam es zu einem Wortwechsel, der in Handgreiflichkeiten mündete. „An deren Ende kam es zu einer Tätlichkeit, einem Kopfstoß des Stafflanger Spielers gegen den Schiedsrichter“, so Marc Richter. Dem Schiedsrichter geht es körperlich so weit gut. Er hat eine schwere Nasenprellung erlitten und keinen Nasenbeinbruch.

An deren Ende kam es zu einer Tätlichkeit, einem Kopfstoß des Stafflanger Spielers gegen den Schiedsrichter“

Neben der zwölfmonatigen Sperrstrafe gegen den Stafflanger Spieler verhängte das Bezirkssportgericht Riß auch eine Geldstrafe im mittleren dreistelligen Bereich. „Der tätliche Angriff in Zusammenhang mit den verbalen Beschimpfungen hat das hohe Strafmaß erfordert“, begründet Marc Richter. Das sehe die Rechts- und Verfahrensordnung des Württembergischen Fußballverbands (WFV) so vor.

Mit dem Strafmaß, das das Ergebnis einer Kammersitzung des Bezirkssportgerichts gewesen sei, sollte auch ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass sich so etwas nicht wiederhole. „Solch einen schweren Fall habe ich noch nicht erlebt“, so Marc Richter. Seit der Saison 2012/13 ist der 43-Jährige für das Bezirkssportgericht tätig. „Der SV Stafflangen hat das Urteil ohne Weiteres akzeptiert.

Der Verein hat sich darüber hinaus sehr kooperativ verhalten und von sich aus die Initiative ergriffen. So soll der Spieler an einem Gewaltpräventionsseminar des WFV teilnehmen.“ Wenn er dieses erfolgreich abschließen sollte, dann könne der Verein ein Gnadengesuch beim WFV einreichen, um so die Verkürzung der Strafe zu erwirken. Darüber entscheide dann das WFV-Präsidium.

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