Somalier muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten

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 Ein 19-jähriger Somalier muss sich vor dem Ravensburger Landgericht verantworten.
Ein 19-jähriger Somalier muss sich vor dem Ravensburger Landgericht verantworten. (Foto: Peter Steffen)
Barbara Sohler

Vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Ravensburg ist am Mittwoch der Prozess gegen einen heute 19-jährigen Geflüchteten aus Somalia eröffnet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann unter anderem versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Er soll im vergangenen Oktober in einer Asylbewerberunterkunft in Biberach einen 38-jährigen Landsmann mit einem Küchenmesser lebensgefährlich verletzt haben.

In einer vierstündigen Einlassung erzählte der noch als Heranwachsender geltende Angeklagte zunächst seine Version der Vorkommnisse. Er sei vom späteren Opfer um sexuelle Gefälligkeiten gebeten worden, in dessen Gegenzug ihm Drogen angeboten worden sein sollen, erklärte der Angeklagte vor Gericht. Deswegen sei es zunächst zu einem Streit und später zu einem Messerkampf gekommen – in dem der 19-Jährige sich laut eigener Aussage lediglich verteidigt haben will.

Zähe Zeugenaussage

Dem diametral entgegen stehen die Ausführungen des Opfers der Attacke . Der 38-Jährige, der durch den Messerstich an der Schulter lebensgefährlich verletzt worden war, wollte ursprünglich gar nicht gegen seinen Landsmann aussagen.

Besonders schwierig gestaltete sich die Befragung der zahlreichen Zeugen aus der Gemeinschaftsunterkunft, die sich gegenseitig zu schützen suchten, sich in Vagheiten verstiegen und immer wieder harsch von Oberstaatsanwalt und Vorsitzendem Richter Veiko Böhm an ihre Wahrheitspflicht im Zeugenstand erinnert werden mussten.

„Rotzfrech und dreist“

„Rotzfrech und dreist lügen Sie mir hier ins Gesicht“, kommentierte Böhm die zähe Aussage eines gambischen Zeugen.

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