Sogar Reinhard Meys Flugzeug ist dabei

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Nadine Ezerex

Große und kleine Flugbegeisterte haben am Sonntag das Flugplatzfest der Biberacher Segelflieger besucht. Diese boten bei bestem Flugwetter ein vielfältiges Programm zum Zuschauen vom Boden aus und zum Selbst-in-die-Luft-gehen.

Wer etwas von der Materie versteht, schaut fachsimpelnd auf die Start- und Landebahn und diskutiert Vor- und Nachteile von Vorder- oder Heckantrieb und ob es sinnvoll ist, wenn die Türen des Schleppers nach oben aufgehen oder nicht. Wer mit Technik nicht so viel anfangen kann, steht staunend am Zaun und beobachtet das rege Treiben am Boden und in der Luft.

Die Veranstalter sind zufrieden mit dem Fest. Ein reges Kommen und Gehen habe während des ganzen Tags geherrscht, so dass man gar nicht genau sagen könne, wie viele Besucher tatsächlich am Sonntag da gewesen seien, sagt Karl Reisch vom Luftsportverein Biberach. Aber nachdem dieses Jahr – vermutlich auch aufgrund der Hitze – sowohl Wasser als auch Apfelschorle ausgingen und nachbestellt werden mussten, sei die Resonanz doch beträchtlich gewesen.

Mit Funkgeräten in der Hand wuseln die Helfer auf dem Verkehrslandeplatz umher, damit alle Programmpunkte reibungslos über die Bühne gehen. Und diese Liste ist nicht zu knapp. Kunstflieger und Vorsitzender des Vereins, Hanspeter Schmid, dreht und schraubt sich, begleitet von klassischer Musik, durch die Luft während Modellflugzeuge, fachmännisch vom Boden aus gelenkt, etwas tiefer ihre Kunststücke vollführen. Dabei wird nicht nur ein Düsenjet präsentiert, sondern auch eine realitätsgetreue Miniaturausgabe eines ADAC-Rettungshubschraubers. Einen Modellhubschrauber zu fliegen sei eine besondere Kunst, sagt der Kommentator des Vereins über die Lautsprecher, als der Hubschrauber über der Start- und Landebahn seine Kreise zieht.

Die absolute Kontrolle über das Modell verlange viel Übung und Fingerspitzengefühl für die sensiblen Fernsteuerungen. Oft trainieren die Modellflugzeugpiloten jahrelang am Simulator, bevor sie ihre teils sehr teuren Modelle in die Luft steigen lassen und Kunststücke vollführen können. Im Vergleich zu anderen Modellflugclubs, flögen die Hubschrauber hier besonders authentisch, meint ein interessierter Besucher überzeugt.

Ein ungewöhnliches Schauspiel bietet der Formationsflug einer Staffel von Bücker-Oldtimer-Doppeldeckern. Diese Maschinen stammen aus den 1930/40er-Jahren und sind schon allein wegen ihrer Gestaltung schön anzuschauen. Besonders stolz ist der Luftsportverein, dass sich unter den vier Oldtimern, die aus Albstadt und Österreich nach Biberach geflogen sind, auch ein rotes Flugzeug des Liedermachers Reinhard Mey befindet: „Damit ist er bestimmt schon ,Über den Wolken’ geflogen“, meint Thomas Eiskant vom Luftsportverein schmunzelnd.

Dazwischen landen und starten permanent Segelflieger und Motorflugzeuge. Entweder, um dem ein oder anderen Besucher bei einem Rundflug den Flugplatz und Oberschwaben von oben zu zeigen, oder um den Heimweg anzutreten.

Als der Abend hereinbricht und die Thermik, die für die Segelflugzeuge sehr wichtig ist, nachlässt, starten zwei Heißluftballone in die Luft. Nach 20-minütiger Befüllung sind sie klar zum Aufstieg. „Bis längstens 20 Uhr werden die Ballone nun unterwegs sein“, sagt Reisch, „denn nach Sonnenuntergang dürfen sie nur noch mit Positionslampen fahren.“

Eine Fotogalerie sowie ein Video gibt es im Internet unter

www.schwaebische.de/flugplatzfest-bc

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