So gingen die Betrüger bei ihrem Schockanruf vor

 Die Polizei gibt Tipps, wie man sich gegen Betrügereien mit den Maschen „Schockanruf“ oder „Enkeltrick“ schützen kann.
Die Polizei gibt Tipps, wie man sich gegen Betrügereien mit den Maschen „Schockanruf“ oder „Enkeltrick“ schützen kann. (Foto: dpa)
Schwäbische.de

Im Raum Biberach haben Betrüger, wie berichtet, am Dienstag eine 60-Jährige um ihr Erspartes gebracht. Jetzt teilt die Polizei Einzelheiten zu dem Fall mit.

Laut der Mitteilung klingelte gegen 10.30 Uhr das Telefon der Frau. Mit weinerlicher Stimme täuschte eine Betrügerin vor, die Tochter der Frau zu sein. Sie habe einen Unfall verursacht, bei dem eine Frau gestorben sei. Anschließend gab sich ein weiterer Betrüger als Polizist aus. Um die angeblich in Haft sitzende Tochter nun gegen Kaution freizukaufen, forderte er Geld.

Die 60-Jährige hob daraufhin ihre gesamten Ersparnisse bei einer Bank ab. Der angebliche Polizist vereinbarte eine Übergabe des Geldes in Biberach am Holzmarkt. Gegen 12.30 Uhr wartete die Frau dort. Sie sah ein Fahrzeug mit polnischem Kennzeichen und besetzt mit zwei Männern vorfahren. Der Beifahrer kam kurze Zeit später zu ihrem Auto. Dann übergab die Frau dem Unbekannten die Tasche mit dem Geld. Der Mann trug eine blaue Jeans und eine rote Jacke. Anschließend fuhren die beiden davon.

Die Kriminalpolizei Biberach (07351/4470) ermittelt nun und sucht nach den Betrügern. Im Lauf des Dienstags kam es zu weiteren sogenannten Schockanrufen im Kreis Biberach, bei denen es jedoch zu keiner Geldübergabe kam. Bei allen Schockanrufen war die Rufnummer der Betrüger unterdrückt.

Die Polizei weist darauf hin, dass man sich vor Telefonbetrügern schützen kann. Zwischenzeitlich sind die Maschen, wie die Betrüger an das Geld der Angerufenen kommen wollen, vielfältig. Oft geben sich Betrüger am Telefon als Verwandte, meist Tochter, Sohn oder Enkel, oder als ein mit einem Vorgang betrauter Polizeibeamter oder Rechtsanwalt aus und täuschen eine Notsituation vor. Die Anrufer berichten etwa von einem Verkehrsunfall, in dessen Folge ein Familienmitglied sofort operiert werden müsse. Die Operation könne jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn sie vorher in bar bezahlt wird. Dieses Vorgehen wird „Schockanruf“ genannt.

Aber auch falsche Mitarbeiter von Softwareunternehmen, falsche Polizeibeamte oder der sogenannte Enkeltrick sollen meist ältere Menschen dazu bringen, Geld oder andere Wertgegenstände und Schmuck auszuhändigen oder Überweisungen durchzuführen.

Die Polizeiliche Kriminalprävention klärt darüber auf, wie sich jeder vor Betrug schützen kann. Sie gibt folgende grundsätzlichen Verhaltenstipps:

- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.

- Legen Sie den Hörer auf. Wer sich nicht in ein Gespräch

verwickeln lässt, kann dabei auch nicht irregeführt werden.

- Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach Geld oder

persönlichen Daten.

- Legen Sie unbedingt zuerst auf! Wählen sie erst dann selbst die

110 und teilen Sie den Sachverhalt mit

- Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und

finanziellen Verhältnisse.

- Die Betrüger suchen in Telefonverzeichnissen vor allem nach

Vornamen, die auf ältere Personen hindeuten. Wer sein Risiko

solcher Anrufe verringern will, der sollte sich aus den

öffentlichen Verzeichnissen streichen lassen oder veranlassen,

dass der Vorname nur abgekürzt genannt wird.

- Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie

vertrauen.

- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte.

- Geben Sie bitte diese Tipps in Ihrem Familien- und Freundeskreis

weiter.

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