So entwickelt sich der Wohnungsmarkt in Biberach

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 Sie bereiten die Immomesse vor: Rainer Fuchs (von links), Karin Meisterhans (Stadtplanungsamt), Patrick Detzel, Albert Rummel,
Sie bereiten die Immomesse vor: Rainer Fuchs (von links), Karin Meisterhans (Stadtplanungsamt), Patrick Detzel, Albert Rummel, Christian Kuhlmann und Klaus Zell (Volksbank Immobilien Biberach). (Foto: Daniel Häfele)

Nachdem alle Bauplätze für Einfamilienhäuser im Hauderboschen in Biberach vergeben sind, rückt nun das Rindenmooser Gebiet „Breite III“ verstärkt in den Fokus. In diesem Jahr vergibt die Stadt die Parzellen an Interessenten, wobei deren Zahl das Angebot übersteigen dürfte. „Danach wird es erst einmal dunkel, was neue Bauplätze angeht“, sagte Baubürgermeister Christian Kuhlmann bei einem Pressegespräch anlässlich der anstehenden Immomesse. Doch es besteht Hoffnung.

Das Beispiel „Hauderboschen“ führt deutlich vor Augen, wie groß der Ansturm auf neues Bauland ist. 450 Interessenten stehen 70 bis 80 Grundstücken für Einfamilienhäuser gegenüber. „Das Baugebiet war völlig überzeichnet“, erläuterte Kuhlmann. Da die Parzellen bei der neuen Klinik, die sich derzeit im Bau befindet, komplett verkauft sind, dürften viele hoffen, jetzt beim Gebiet „Breite III“ zum Zug zu kommen.

In diesem Jahr rollen nämlich die Bagger in Rindenmoos an, um das Areal mit 90 Grundstücken für Einfamilienhäuser zu erschließen. Das Liegenschaftsamt wird ebenfalls heuer die Parzellen vergeben, sodass die ersten Bauherren im Frühjahr 2020 starten können. Vor diesem Hintergrund ist das Wohngebiet auch der Schwerpunkte der 19. Immomesse, die am Samstag und Sonntag, 23. und 24. Februar, im Biberacher Rathaus stattfindet. An beiden Tagen informieren nicht nur die Stadt, sondern auch Bauträger, Makler und Banken rund ums Thema „Immobilie“.

Neue Entwicklungsflächen

Dazu zählt nicht nur das Einfamilienhaus, sondern auch die Eigentumswohnung. Neue entstehen im Gebiet Hauderboschen, wobei Kuhlmann derzeit davon ausgeht, dass es mehr Miet- als Eigentumswohnungen geben wird. „Es gibt einen hohen Bedarf an Mietwohnungen“, sagt der Baubürgermeister. Der Gemeinderat werde die Grundstücke für den Geschossbau bald vergeben, 2021/2022 seien diese dann am Markt verfügbar. Bei der Vergabe spielt neben dem Grundstückspreis, den ein Bauträger bereit ist zu bezahlen, auch das Konzept eine Rolle. Abgesehen von „Hauderboschen“ und „Breite III“ hat die Verwaltung weitere Flächen im Blick, wobei noch nicht klar ist, wie schnell sich dort etwas tut.

So habe die Stadt „ihre Fühler“ beim Kundrath-Areal nahe der Innenstadt ausgestreckt, das aufgrund der Geschäftsaufgabe frei wird, so Kuhlmann. Eine städtebauliche Neuordnung mit Parkhaus, Wohnungen und Dienstleistungen sei östlich und westlich des Bahnhofs angedacht. Auch das nach dem Umzug der Sana-Klinik dann brach liegende Krankenhausareal soll für den Wohnungsbau erschlossen werden. Ob und wie viele Einfamilienhäuser dort Platz finden, ist offen. Etwa 350 Wohnungen könnten laut dem Baubürgermeister entstehen, wobei es wohl eher in Richtung Geschosswohnungsbau gehen werde. Alles andere sei kostenmäßig nur schwer darstellbar. Parallel dazu bereitet die Verwaltung das Gebiet „Talfeld B“ (östlich des bestehenden Baugebiets „Talfeld“) weiter vor, wobei hier das Problem mit dem Grunderwerb noch nicht abschließend geklärt ist. Dort könnte es dann vermutlich auch wieder vermehrt Grundstücke für Einfamilienhäuser geben.

Inwiefern sich das Familien dann noch leisten können, steht auf einem anderen Papier geschrieben. Hätten vor wenigen Jahren 400 000 Euro für ein übliches Haus gereicht, ginge heute unter einer halben Million Euro nichts mehr, wie Albert Rummel von der Raiffeisenbank Biberach berichtete. Zum einen sind da die höheren Kosten für Material und Handwerker, zum anderen aber auch die vielen Normen und Richtlinien, wie Patrick Detzel von der Baugenossenschaft Biberach ergänzte. Auch dies führe dazu, dass Projekte der Baugenossenschaft aus betriebswirtschaftlicher Sicht auf Kante genäht seien.

Rainer Fuchs (Sparkasse Immobilien Biberach) prognostizierte, dass die Zinsen in nächster Zeit nicht „signifikant steigen werden“. Diese Aussicht im Zusammenspiel mit der brummenden Wirtschaft ließ die Akteure der Immomesse zu dem Fazit kommen: Die hohe Nachfrage nach Immobilien in Biberach und Umgebung hält an.

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