Schule zwischen Tradition und Aufbruch

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Zum Geburtstag unterschreibt Christine Peters einen Vertrag über eine Bildungspartnerschaft mit dem Ehepaar Fischer und Schulra
Zum Geburtstag unterschreibt Christine Peters einen Vertrag über eine Bildungspartnerschaft mit dem Ehepaar Fischer und Schulrat Andreas Lachmair. (Foto: Birga Woytowicz)
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Zum Geburtstag wünscht man ja eigentlich keine Krankheiten. Beim Mali-Syndrom ist das etwas anderes. Durch dessen Verbreitung hofft der Biberacher Schulrat Andreas Lachmair auf eine gesunde Zukunft der Mali-Schule. Die Gemeinschaftsschule feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und beging dieses am Freitag mit einem Festakt.

Entdecker des Mali-Syndroms sei nicht er selbst, sondern der einstige Schulamtsdirektor Schmieg gewesen, erklärte Lachmair: „Wer einmal hier tätig war, will nicht mehr weg und versetzt werden.“ Die Gemeinschaft an der Mali-Schule sei besonders stark ausgeprägt. Das Konzept orientiere sich an einem wesentlichen Prinzip: „Individuell lernen, aber kooperativ arbeiten.“

Gerade am Geburtstag sei der Zusammenhalt spürbar, so Schulleiterin Christine Peters: „Es sind sehr viele ehemalige Lehrer gekommen.“ Unter den Gästen tummelten sich zudem Elternvertreter, Bildungspartner und der Biberacher Oberbürgermeister Norbert Zeidler. Zu Beginn gaben die Spitaltrommler das Signal, Platz zu nehmen. Es folgten einige Grußworte. Durch kurze Tanz- und Filmbeiträge wurde das Programm zwischendurch aufgelockert. Auch beim Büfett für den Empfang hätten die Schüler mitgewirkt, berichtete Peters: „Da steckt richtig Herzblut drin.“

Peters ist erst seit einem Jahr Direktorin der Mali-Schule. So euphorisch, wie sie spricht, scheint sie sich längst mit dem Mali-Syndrom infiziert zu haben: „Die Schule ist 50 Jahre jung und nicht alt. Es ist unglaublich, dass sie sich in so kurzer Zeit von einer Haupt- zu einer Werkreal- und schließlich zu einer Gemeinschaftsschule entwickelt hat.“ Doch die Weiterentwicklung des Schulkonzepts sei damit nicht abgeschlossen: „Es ist ein Balanceakt zwischen Tradition und Aufbruch“, findet Peters. Zur Tradition gehöre, dass das Kind immer im Mittelpunkt steht. Das ziehe sich wie ein roter Faden durch die Schulgeschichte.

Team erarbeitet neue Konzepte

Mit Blick auf die Zukunft gelte es, die drei Niveaustufen an der Gemeinschaftsschule weiter auszudifferenzieren, erklärt Peters. Herausforderungen seien ebenfalls die Themen Integration und Inklusion: „Wir haben im vergangenen November ein Qualitätsentwicklungsteam installiert. Darin werden Prozesse beschrieben und auch neue Lehrpläne ausgearbeitet.“ Konkret wolle sie nicht werden, an den Plänen werde noch gefeilt. Für den Erfolg einer Schule sei dazu vor allem auch die Vernetzung mit Partnern wichtig, ergänzte Andreas Lachmair.: „Es geht um eine Öffnung nach außen. Das ist uns gelungen“, sagte Lachmair. So bestünden Kooperationen mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg oder verschiedenen Unternehmen. Eine weitere Kooperation kam zum runden Geburtstag hinzu. So setzten Lachmair, Christine Peters und das Ehepaar Fischer von Fischer Edelstahltechnik ihre Unterschriften unter einen gemeinsamen Vertrag. Bereits im vergangenen Schuljahr konnten Schüler in den Betrieb hineinschnuppern.

So sehr das Konzept der Gemeinschaftsschule auch auf dem Prüfstand stehe und ständig weiter entwickelt werde: „Antworten auf aktuelle Herausforderungen sind nicht abhängig von der Schulart, sondern von dem, was im Haus passiert“, gab Lachmair zu bedenken. Die Bemühungen der Schulgemeinschaft trage erste Früchte, verkündete Rektorin Peters: „In der Gemeinschaftsschule können nachweislich immer mehr Schüler auf der mittleren Niveaustufe gefördert werden.“

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