Schranke und Kontrolle an Einfahrt zum neuen Recyclinghof

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So soll das neue Recyclingzentrum an der Mittelbiberacher Steige aussehen. Im Einbahnsystem werden die Anlieferer zu den verschi
So soll das neue Recyclingzentrum an der Mittelbiberacher Steige aussehen. Im Einbahnsystem werden die Anlieferer zu den verschiedenen Containern (dunkelgrau) gelenkt. (Foto: AU Consult GmbH, Harald Wegmann)

In Biberach entsteht an der Mittelbiberacher Steige ein zweites Recyclingzentrum, auf dem neben Wertstoffen und Grüngut auch kostenpflichtiger Müll abgegeben werden kann. Um sicherzustellen, dass niemand ohne zu bezahlen Bauschutt, belastetes Altholz, Sperr- oder Restmüll ablädt, ist für alle Nutzer ein System mit Ein- und Ausfahrtschranken sowie Kontrolleuren geplant. Im Betriebsausschuss des Kreistags wurde das Konzept vorgestellt.

Auf rund 6000 Quadratmetern richtet der Landkreis das neue Biberacher Recyclingzentrum ein. Voraussichtlich im September 2019 sollen die Bauarbeiten beginnen, berichtete Landrat Heiko Schmid im Betriebsausschuss. Fertigstellungstermin könnte dann im Frühjahr 2020 sein.

Der neue Recyclinghof bietet den Biberachern künftig die Möglichkeit, vor Ort auch belastetes Altholz, Bauschutt sowie über die regulären Abfuhrtermine hinaus Rest- und Sperrmüll abzugeben. Das bedeutet kürzere Wege, denn bisher müssen sie dafür zu den Annahmestellen in Unlingen oder Laupheim fahren.

70 Meter für Warteschlange

Um sicherzustellen, dass jeder, der kostenpflichtigen Müll abgibt, auch dafür bezahlt, wurden die Abläufe auf dem Recyclinghof angepasst. Über eine 70 Meter lange Zufahrt gelangen die Nutzer zur Schranke am Hofeingang. Dort klärt ein Kontrolleur ab, ob jemand gebührenpflichtige Stoff abliefern möchte. Wenn nicht, erhält der Nutzer gleich einen Chip für die Ausfahrtschranke und darf aufs Gelände.

Keine Waage geplant

Sollen hingegen Rest-, Sperrmüll, belastetes Altholz oder Bauschutt angeliefert werden, schätzt der Kontrolleur die Mengen ein, denn im Gegensatz zu Unlingen und Laupheim wird es kein Wiegesystem geben. Der Nutzer bekommt einen Ausdruck mit Menge, Preis und Hinweisen, zu welchem Container er muss, außerdem eine Karte für die wenige Meter entfernte Kasse. Dort kann er bar oder mit EC-Karte bezahlen und erhält seinen Ausfahrtchip.

Danach steuert er die verschiedenen Container an. Im unteren Bereich des Recyclingzentrums befinden sich Boxen für die kostenfreie Annahme von Problemabfällen, Elektroschrott, die Glascontainer sowie die Grüngutannahme. Über eine Rampe geht es zum oberen, komplett überdachten Anlieferbereich. Die Container für die gebührenfreien Wertstoffe Papier/Karton, Metall, technische Kunststoffe und gelbe Säcke stehen vorn, der Bereich für die gebührenpflichtigen Stoffe hinten. Dort überprüft ein weiterer Kontrolleur, dass auch bezahlt wurde. Über die Ausfahrtschranke verlassen die Nutzer den Hof, bei Bedarf gelangt man über eine Rampe nochmals nach unten.

Kreisrat schlägt zweite Spur vor

Im Ausschuss wurde über das Schranken- und Kontrollsystem diskutiert. Die Überprüfungen am Eingang seien nötig, sonst werde kostenpflichtiger Müll hineingeschmuggelt, hieß es vonseiten der Verwaltung. So sah es auch Hans Beck. „Das Personal muss standfest sein.“ Manfred Lämmle prophezeite Anlaufschwierigkeiten, bis sich alles eingespielt hat. „Aber das Konzept ist in Ordnung“, fand er. Josef Martin hielt die Kontrolle für zeitaufwändig. „Die meisten haben keine gebührenpflichtigen Stoffe dabei“, sagte er und schlug eine zweite Spur vor, auf der zügiger abgewickelt werden könnte. „Es geht zügig“, entgegnete der Abfallwirtschaftsbetriebleiter Frank Förster. Landrat Schmid sagte zu, die Zusatzspur als eine Idee aufzunehmen.

Auf 3,7 bis 3,8 Millionen Euro schätzt die Verwaltung die Kosten für den Recyclinghof. „Wir liegen mehr als zehn Prozent über den ursprünglichen Schätzungen“, sagte Schmid. Erschließungs- und Baukosten seien seit dem Grundsatzbeschluss von 2015 gestiegen. Weil die Stadt an der Mittelbiberacher Steige ein Gewerbegebiet plante, musste der Kreis sein Vorhaben an ein verkleinertes Grundstück anpassen und das Bebauungsplanverfahren abwarten. Der Betriebsausschuss genehmigte das Konzept unter Vorbehalt. Sollte die Kostenschätzung bis zur Ausschreibung steigen, befasst sich der Kreistag noch mit dem Ganzen.

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