Schach: Erfolge in Verbands- und Bezirksliga für TG Biberach

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 Beim Auftakt in der Bezirksliga fehlte der TG III die halbe Stammmannschaft.
Beim Auftakt in der Bezirksliga fehlte der TG III die halbe Stammmannschaft. (Foto: colourbox)
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Die Schachspieler der TG Biberach haben sich am Sonntag auf alte Stärken besinnt und konnten Erfolge in der Verbands- und Bezirksliga feiern. Im Duell mit dem direkten Aufstiegskonkurrenten Weiße Dame Ulm holte die TG I in der Verbandsliga einen deutlichen 5,5:2,5-Erfolg. Beim Auftakt in der Bezirksliga fehlte der TG III die halbe Stammmannschaft. Daher ist das 4:4 beim TSV Laichingen als klarer Punktgewinn zu betrachten.

In der Verbandsliga war nach dem unerwarteten 4:4 gegen die SG Fils-Lauter klar, dass es bei der TG I einer deutlichen Leistungssteigerung bedarf, um gegen Weiße Dame Ulm zu bestehen. Die Ulmer waren ein Jahr vor den Bibern aus der Oberliga abgestiegen und basteln seither mit einer massiv verstärkten Mannschaft am Wiederaufstieg. Den besseren Anfang hatte am Sonntag die TG I, doch zur Mittagszeit kippten einige Partien. An Brett zwei waren die anfänglichen Vorteile von Wolfgang Mack verflacht. Als er versuchte, doch noch einen Gewinnweg zu finden, übersah er ein Zwischenschach und verlor dadurch Turm und Partie. Parallel dazu hatte sich Holger Namyslo in eine bedrohliche Lage manöveriert. Spitzenspieler Bernhard Sinz hatte zunächst eine Angriffsstellung aufgebaut, dann aber einen wichtigen Zentrumsbauern verloren. Auch an den hinteren Brettern gerieten die Biber in eher passive Stellungen. Anstatt kollektiv zusammenzubrechen, besann sich die TG I dieses Mal jedoch auf alte Tugenden.

Namyslo gelang es, eine Festung zu bauen, und er konnte mit der Drohung, wichtige Bauern zu gewinnen, seinen Gegenüber von einer Punkteteilung überzeugen. Zwar musste Sinz im Anschluss die Waffen strecken, aber dafür kam es zum großen Auftritt der hinteren Bretthälfte. Zuerst brach Andreas Schulze an Brett sieben mit zwei Schwerfiguren in die gegnerische Stellung ein und verursachte dort Verwüstungen.

Dann münzte André Fischer seine positionellen Vorteile in Materialgewinn um und gewann am vierten Brett. Anschließend opferte ein starker Thomas Oberst in einem bereits vorteilhaften Figurenendspiel seinen Springer, um mit drei Mehrbauern eine unaufhaltsame Bauernwalze an Brett drei in Gang zu setzen. Derweil hatte Angriffsspieler Vadim Reimche am achten Brett auf einen Königsangriff verzichtet, dafür durch starkes positionelles Spiel erst zwei, dann drei Mehrbauern erobert und mit einem Freibauern Druck ausgeübt.

Letztlich konnte seine Gegnerin Reimches Bauernphalanx nicht mehr stoppen. Den fünften Einzelsieg holte Rainer Birkenmaier. Mit dem etwas zu deutlichen, aber insgesamt hochverdienten 5,5:2,5-Erfolg bezwang die TG I nicht nur einen der vermutlich härtesten Konkurrenten, sondern setzte sich mit 3:1 Punkten auch an die Tabellenspitze.

Großer Kampfgeist

Für die TG III stand der Saisonauftakt in der Bezirksliga zunächst unter keinem guten Stern. Der Aufsteiger musste mit den Brettern zwei bis fünf gleich auf die obere Hälfte der Stammbesetzung verzichten. Aber auch beim TSV Laichingen zeigten die Biber großen Kampfgeist. Den Auftakt machte Reinhard Zielke, der an Brett fünf seinen Gegner im Eilzugstempo überrollte. Nachdem er ihn erst an der Rochade gehindert hatte, erlegte er den schutzlosen König. Daraufhin einigte sich das 86-jährige Schach-Urgestein Walter Kreß am achten Brett auf ein Remis. Dem Beispiel folgte Jonathan Engert. Anschließend musste die TG III allerdings zwei Einzelniederlagen hinnehmen. Herbert Körner überschritt in hoffnungsloser Stellung am vierten Brett die Zeit. Jürgen Dollinger stellte in ausgeglichener Stellung einen wichtigen Bauern ein und konnte den Nachteil an Brett drei nicht mehr korrigieren.

Die erneute Wende brachte eine gewitzte Endspielleistung am zweiten Brett von Andreas Ege. Er musste zunächst einen Läufer opfern, um einen gegnerischen Freibauern zu stoppen, setzte im Gegenzug aber selbst einen Freibauern in Marsch. Mit viel Übersicht konnte er diesen so weit vorschieben, dass seinem Gegenüber nur ein Remis durch Zugwiederholung blieb. Nun sicherte Stephan Schneider bei seinem Debüt für Biberach an Brett sechs ein weiteres verdientes Remis und übertrug beim Stand von 3:4 die Verantwortung an Spitzenspieler Felix Funk. Dieser gewann. Damit war ein hochverdientes 4:4 unter Dach und Fach, das angesichts der Personallage einen klaren Punktgewinn darstellt.

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