Sängerbund begibt sich auf die Spuren des Spätmittelalters

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 Der Sängerbund hat sich bei einer Stadtführung die spätmittelalterliche Bauweise erläutern lassen.
Der Sängerbund hat sich bei einer Stadtführung die spätmittelalterliche Bauweise erläutern lassen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Eine Stadtführung mit dem Titel „Wohnen im Mittelalter“ hat der Sängerbund in seinem diesjährigen Ferienprogramm angeboten. In dem eineinhalbstündigen Rundgang erfuhr die Gruppe von Stadtführer Bernd Otto Interessantes über die Besonderheiten des Wohnens im Mittelalter.

Wie Bernd Otto erläuterte stammen Die ältesten Häuser in Biberach stammen aus dem Spätmittelalter, aus dem 14. bis 15. Jahrhundert, erfuhren die Teilnehmer von Stadtführer Bernd Otto. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für spätmittelalterliche Häuser ist das Kleeblatthaus.

Gebaut wurde damals mit Eichenholz, dem Rohstoff, der vor Ort vorhanden war. Die anfangs übliche Ständerbauweise wurde im Laufe der Zeit vom Stockwerksbau abgelöst. Für das sogenannte Ausfachen der Bereiche zwischen den Balken nutze man ein dünnes Geflecht aus gewundenen Hölzern – vom Winden kommt das Wort Wand – und verschmierte dies mit einer Verbindung aus Lehm und gehäckseltem Stroh. Die sogenannte Stube wurde seinerzeit von der Küche aus beheizt und war somit rauchfrei und warm. Die Vorkragungen der Geschosse zur Straße hin hatten in erster Linie eine repräsentative Funktion, die dadurch zusätzlich gewonnene Geschossfläche war damals zweitrangig. Die Fachwerkhäuser am Weberberg und der Ochsenhauser Hof gaben Zeugnis von der Bauweise der damaligen Zeit.

Höhepunkt des Stadtrundgangs war der Besuch im Haus in der Zeughausgasse 4, welches für Besuchergruppen auf Anmeldung geöffnet wird. Im ältesten Haus Biberachs, das aus dem Jahr 1318 stammt, erklärte Bernd Otto an Hand des Grundrisses die Bauweise und die Aufteilung des Gebäudes zur damaligen Zeit. Die ehemalige Bohlenstube mit Bohlendecke und Lehmboden beeindruckte die Zuhörer dabei besonders. Die offen liegenden teilweise Jahrhunderte alten Balken zeugen von der langen Geschichte des Hauses.

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