Rohbau des Räumlichen Bildungszentrums überzeugt

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Architekt Markus Lanz (zweiter von links) erklärt den Besuchern der Schaustelle die Struktur und die Einteilung des Gebäudes. Mi (Foto: Missoweit)

Hoch über den rund 220 geladenen Gästen am Räumlichen Bildungszentrum schwebte der gewaltige Richtkranz am Kran. Nach Zimmermannsbrauch hatte die Stadt Biberach als Bauherr zum Richtfest eingeladen. Es wurde nicht, wie früher üblich, das Aufrichten des Dachstuhls gefeiert, denn einen solchen hat das neue Gebäude nicht. „Trotzdem stellt das Richtfest mit dem Abschluss der Rohbauphase einen wichtigen Zwischenstand dar“, erklärte Biberachs Baubürgermeister Christian Kuhlmann. „Mit dem Richtfest bedankt sich die Stadt bei allen Planern, Bauleitung und Bauleuten für das, was sie geleistet haben.“

Von dieser Leistung sei er begeistert gewesen, sagte Kuhlmann in seiner Begrüßung. „Dieser Rohbau überzeugt.“ Der neu entstandene Raum und das Angebot seien viel mehr als eine Schule, sondern die von Beginn an angestrebte besondere Hülle für eine ganz besondere Schul- und Betreuungslandschaft. Beim Anlegen der abgerundeten Brüstungen, der wechselnden Kurvenradien und der komplizierten Wandanschlüsse sprach Kuhlmann von Herausforderungen. Diese können aber auch stressig sein. Nicht alles sei rund gelaufen, und Konflikte seien zu bewältigen gewesen. „Ich habe aber die Hoffnung, wenn wir den Rohbau sehen und seine Qualität auf uns wirken lassen, dass wir viel Ärger und Stress vergessen und auf das Ergebnis stolz sein können.“

Markus Pfab, der Leiter der Dollinger Realschule, die im kommenden Jahr in das neue Räumliche Bildungszentrum einziehen wird, sprach von etwas Großem. „Es ist wohl nur wenigen Schulen vergönnt, in einem selbst mitgestalteten Gebäude Richtfest feiern zu dürfen.“ Besonders freue er sich darüber, dass das Konzept des immer weniger zentralisierten Unterrichts konsequent umgesetzt wurde. Als Beispiel nannte er die Lerninseln, die Schülern auf allen Stockwerken individuelle Lern- und Arbeitsnischen zur Verfügung stellen. „Es ist schön, dass wir vom 66 Quadratmeter großen Klassenzimmern wegkommen und hier flächendeckend moderne technische Ausstattung haben“, sagte Pfab. Für die Mitsprachemöglichkeit im Bauprozess bei Stadt und Gebäudeplanern bedankte er sich. Architekt Markus Lanz äußerte sich erfreut über die bisherigen Reaktionen.

Bei einer Schaustelle war das Gebäude zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich. 120 Interessierte nutzen die Gelegenheit, sich von Lanz und Mitarbeitern des Hochbauamtes durch die neue Schule führen zu lassen. „Solche Schaustellen sind für uns sehr wichtig“, sagt Sigfried Kopf, Leiter des Hochbauamtes der Stadt Biberach. „Wir möchten den Leuten die Möglichkeit geben, sich von vornherein mit Baumaßnahmen vertraut zu machen und dadurch Akzeptanz erreichen.“

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