Regionalverkehr: S-Bahn bahnt sich an

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Schwäbische Zeitung

Im 30-Minuten-Takt mit dem Zug in Richtung Ulm mit neuen Haltestellen in Biberach Nord und Ummendorf etwa – so könnte der Regionalverkehr in der Region nach 2020 aussehen. Nachgedacht wird über eine Regio-S-Bahn. Jetzt werden die ersten Ergebnisse einer Vorstudie diskutiert.

Von unserer Redakteurin  Franziska Rötzsch

Regio-S-Bahn Donau-Iller“ heißt das Projekt, bei dem es um die Zukunft des regionalen Zugverkehrs in der Region Donau-Iller geht. Besser als bisher sollen diese S-Bahnen die Stadt Ulm mit dem baden-württembergischen und bayerischen Umland verknüpfen und das bisherige Angebot ergänzen.

Öfter und länger als die Regionalzüge sollen sie fahren, sie sollen in manchen Abschnitten schneller sein, an mehr Haltestellen stoppen, besser mit den Bussen vernetzt sein und mit alldem neue Kunden locken. Geplant sind, erklärte Markus Riethe, Direktor des Regionalverbands Donau-Iller, gestern den Mitgliedern des Kreisverwaltungs- und Finanzausschusses, Fahrten jede halbe Stunde.

In einem ersten Schritt in Richtung S-Bahn wird eine Vorstudie erstellt. Untersucht wurden dabei auch 60 Haltepunkte in der Region Donau-Iller – bestehende Bahnhöfe aber auch mögliche neue Haltestellen.

Sechs regionale Bahnstrecken führen nach Ulm – 580 000 Menschen leben an ihnen. Eine der Strecken ist die Südbahn.

Für sie schlägt das bisherige Konzept nach ersten Untersuchungen vor:

Neue Haltestellen könnte es in Biberach Nord (Gewerbegebiet Aspach) und in Ummendorf geben.

Möglich wären bei entsprechender Nachfrage auch Haltestellen in Laupheim West und im geplanten interkommunalen Gewerbegebiet im Rißtal.

Zwischen Biberach und Aulendorf soll es keine weiteren Haltepunkte geben.

Auch der Bahnhof in Bad Schussenried Stadt soll, so das Konzept, nicht reaktiviert werden.

Auch auf der Strecke der Illertalbahn ist momentan im Landkreis kein weiterer Halt vorgesehen. Geprüft werden soll allerdings, ob die Regio-S-Bahn bis nach Buxheim und Tannheim fahren und dort wenden könnte.

Noch ist vieles offen

Was von diesen Plänen tatsächlich umgesetzt wird, steht allerdings noch längst nicht fest. Zunächst können Beteiligte und Betroffene Stellung beziehen und Wünsche äußern, dann wird weiter geplant – auch um die Finanzierung wird es dann gehen.

Erste Stellungnahmen und Wünsche gab es bereits – in einem Brief des Landrats an den Regionalverband Donau-Iller und in Stellungnahmen der Ausschussmitglieder in der gestrigen Sitzung. Begrüßt wurde die S-Bahn von allen.

Strecke nach Aulendorf

Dr. Heiko Schmid betonte die Bedeutung der Strecke Biberach – Aulendorf, auf der es nicht zu einem schlechteren Angebot kommen dürfe, sollte die S-Bahn in Ummendorf enden. Im Ausschuss betonte auch Alexander Eisele (FDP): „Der Landkreis endet nicht in Ummendorf.“

Verwirklicht werden soll das S-Bahn-Projekt stufenweise. 2016, wenn die Bundesländer ihren Nahverkehr ausschreiben, sollen die Pläne der Region einfließen. Erste Punkte – etwa neue Haltestellen wie Biberach Nord – könnten bereits umgesetzt werden.

Fertig sein soll das Großprojekt erst nach 2020. Wann genau ist offen. Noch heißt die Jahreszahl 202X.

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