Räte diskutieren über glasierte oder unglasierte Ziegel

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So soll das neue Verwaltungsgebäude in der Rollinstraße in Biberach aussehen.
So soll das neue Verwaltungsgebäude in der Rollinstraße in Biberach aussehen. (Foto: Landratsamt Biberach)

Der Landkreis plant ein neues Verwaltungsgebäude in der Rollinstraße in Biberach. Wie das Gebäude aussehen soll, wird Schritt für Schritt im Kreistag entschieden. In der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses haben sich die Kreisräte erneut über die Fassade unterhalten. Gute Neuigkeiten verkündete Landrat Heiko Schmid: „Uns ist es gelungen, für die Holzhybridbaukonstruktion einen Zuschuss von 300 000 Euro zu bekommen.“ Damit seien die prognostizierten Mehrkosten für die Holzhybridbaukonstruktion mehr als abgedeckt.

Im Oktober 2017 hatte sich der Kreistag für eine Ziegelfassade aus Ton entschieden. Die Architekten präsentierten nun im Ausschuss die Ergebnisse. „Die Außenfassade soll so ähnlich wie der Landtag in München aussehen“, sagt Architekt Stefan Rapp. „Uns schwebt ein natürlicher erdiger Farbton vor. Die ökologische zukunftsweisende Bauweise soll auch von außen sichtbar sein.“ Wie der Farbton am Ende aussehen wird, können die Architekten noch nicht sagen: „Diese Platten werden immer projektspezifisch hergestellt, die gibt es also nicht von der Stange, und jeder Hersteller hat seine eigenen Farbnuancen.“ Deshalb müsse bis nach der Ausschreibung abgewartet werden, welche Firma den Zuschlag bekommt. Damit waren die Kreisräte einverstanden. „Ich bin froh, dass es keine Grundsatzdiskussionen mehr gibt“, sagte Kreisrat Hans Beck (CDU). „Ausschreiben, bauen, einziehen und fertig.“

Glasierte Ziegel sind teurer

Was allerdings noch einen Diskussionspunkt darstellte, war die Beschaffenheit der Ziegel: Mit oder ohne Glasur? Das wollten die Räte wissen. Kreisrat Manfred Lämmle (Freie Wähler) regte an, eher glasierte Ziegel zu nehmen: „Allein schon wegen Frostschäden und Vermoosung.“ Auch Hubert Buck (Freie Wähler) sieht das so: „Es ist eine klare Sache, an den nicht glasierten Ziegeln bleibt der Schmutz mehr haften.“

Das sei laut Architekt Rapp nicht gesagt: „Wir haben nicht die Sicherheit, dass die Platten mit Versiegelung sauberer bleiben.“ Sein Kollege Rolf Gurland bringt es auf den Punkt: „Mit Glasur wird es wesentlich teurer. Dennoch sind beides Oberflächen, die absolut altersbeständig sind.“ Für Josef Weber (Grüne) tun es auch die unglasierten Ziegel: „Naturbelassen ist es am besten, vor allem auch für Insekten. Ich würde es so machen, wie es die Architekten vorschlagen.“ Am Ende stimmten die Räte einstimmig für die Ziegelfassade aus Ton. Allerdings soll noch berechnet werden wie hoch die Kosten mit und ohne glasierte Platten sind.

Der Spatenstich fürs neue Verwaltungsgebäude in der Rollinstraße findet am 11. Juli statt. Sowohl das Verkehrsamt mit Zulassungs- und Führerscheinstelle als auch das Gesundheitsamt sollen einziehen.

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