Preiswerte Wohnungen in der Innenstadt sind bald fertig

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Wer mit dem Auto oder Fahrrad an der Kreuzung Waldseer Straße/ Kolpingstraße vorbeikommt, dem dürfte der Umbau des ehemaligen Bürogebäudes nicht entgangen sein. Langsam ist ein Ende der Sanierung des Gebäudes Kolpingstraße 56 in Sicht. Mehrere preiswerte Wohnungen und der Tafelladen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) finden dort eine Heimat.

Der Innenbau ist in diesen Tagen voll im Gange. So sind bereits die Wände in Trockenbauweise eingezogen, die Fliesen in den Sanitärräumen verlegt und ein Teil der neuen Fenster eingebaut. Handwerker sind aktuell unter anderem damit beschäftigt, Wände und Decken zu tapezieren. „Wir haben uns lange mit der Frage beschäftigt, was mit dem Gebäude passieren soll“, sagt Baubürgermeister Christian Kuhlmann bei einem Rundgang. Mit Aufkommen der Flüchtlingsthematik vor drei Jahren sei schließlich der Entschluss gereift, preiswerten Wohnraum zu schaffen: „Bei den Mietern wollen wir eine Mischung haben. Nicht nur Flüchtlinge sollen hier einziehen.“ Bis es so weit ist, müssen sich Interessenten aber noch etwas gedulden.

In Sachen Miete orientieren sich die Verantwortlichen am Mietspiegel, zwischen 5,20 und 6,40 Euro soll der Quadratmeter kosten. „Der Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft kümmert sich um die Vermietung der Wohnungen“, so Kuhlmann. Im ersten und zweiten Obergeschoss finden 18 Einheiten mit ein bis vier Zimmern Platz. Zielsetzung bei dem Umbau war, das Projekt möglichst kostengünstig zu realisieren, damit auch wirklich preiswerter Wohnraum entstehen kann. Deshalb haben die Akteure zum Beispiel nur die Fenster von Wohn- und Schlafräumen hin zur Straße ausgetauscht, das Treppenhaus in seiner bisherigen Form beibehalten und unter dem Dach nicht ausgebaut. Die Wohnfläche umfasst rund 900 Quadratmeter. Besonders an den Wohnungen ist die Geschosshöhe, die zwischen 2,80 und mehr als drei Meter beträgt.

Ein Teil der Wohnungen verfügt über einen Balkon. Doch auch die anderen Bewohner sollen einen Ort bekommen, an welchem sie sich im Freien aufhalten können. Deshalb soll der bislang wenig einladende Innenhof umgestaltet werden. „Auch eine Spielfläche für Kinder ist vorgesehen“, sagt der Baubürgermeister. Komplettiert wird der Außenbereich durch Stellplätze. Pro Wohnung sei ein Parkplatz vorgesehen, was für Innenstadtverhältnisse großzügig sei, so Kuhlmann.

Bewegte Geschichte des Hauses

Im Erdgeschoss in Richtung der Waldseer Straße findet der Tafelladen eine neue Heimat. Denn das Domizil im ehemaligen Braith-Kindergarten ist eine Zwischenlösung. „Der Tafelladen erhält einen eigenen Zugang und ist damit völlig autark vom Rest des Gebäudes“, erläutert Kuhlmann. „Der neue Standort dürfte von der Erreichbarkeit her ideal sein.“ Ein Bushalt befindet sich quasi vor der Haustür. Rund 250 Quadratmeter umfasst die Gewerbefläche. Der andere Teil des Erdgeschosses steht den Bewohnern als Keller-, Wasch- und Trockenräume zu Verfügung.

Mit Tafelladen und Wohnungen erhält das im Jahr 1956 erbaute und 1981 erweiterte Haus eine neue Ausrichtung. Früher diente es als Bürogebäude der AOK, danach ist es in den Besitz des Landes Baden-Württemberg übergegangen. „Mit Lehr-, Unterrichts- und Büroräumen nutzte es die Hochschule“, sagt Kuhlmann. Nach einem Tausch, das Land erhielt die ehemalige Dolli und die Stadt Biberach im Gegenzug das Bürogebäude, zog die Hochschule im Jahr 2015 aus. Seitdem steht das Gebäude leer.

Die Akteure freut nicht nur, dass der Leerstand bald der Vergangenheit angehört, sondern auch der Verlauf der Baustelle. Im November 2017 begonnen, neigen sich die Arbeiten nun dem Ende zu. „Wir sind im Zeitplan“, so Kuhlmann. Im November soll die Baustelle fertig sein. Auch bei den Kosten gab es keine bösen Überraschungen, zwei Millionen Euro sind für die Sanierung veranschlagt. „Wir liegen gut im Kostenrahmen“, sagt Kuhlmann. Ganz allein muss Biberach diese Summe nicht tragen. Da das Gebäude im Sanierungsgebiet „Innenstadt Süd-West“ liegt, erhält die Stadt aus einem Bund-Länder-Programm 680 000 Euro an Zuschuss.

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