Polizei wegen Drogendelikten in Sorge

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Neben der Polizei und privaten Sicherheitsdiensten waren auch Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes im Einsatz.
Neben der Polizei und privaten Sicherheitsdiensten waren auch Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes im Einsatz. (Foto: Tanja Bosch)

Das Schützenfest ist vorbei, doch für die Polizei ist das Fest noch nicht abgehakt. „Das Schützenfest verlief aus polizeilicher Sicht in geordneten und friedlichen Bahnen, allerdings mit zwei Wermutstropfen“, sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm, Uwe Krause, der „Schwäbischen Zeitung“. Damit meint er das Drogenproblem in der Innenstadt sowie die Gewalt gegenüber Polizisten und Helfern. Gleichzeitig laufen die Ermittlungen wegen des Überfalls und einer versuchten Vergewaltigung auf Hochtouren.

Wer auf dem Schützenfest unterwegs war, der dürfte des Öfteren Polizisten begegnet sein. „Wir hatten nicht mehr Kräfte wie sonst im Einsatz. Aber man muss sich natürlich in Anbetracht der vielen Besucher entsprechend aufstellen – auch an verschiedenen Orten“, erläutert Krause. Und das war offenbar nötig. Denn die Beamten hatten alle Hände voll zu tun. So verhinderten die Polizisten zum Beispiel mehrere Körperverletzungen, indem sie einschritten.

Dabei riskierten sie nicht selten ihre eigene Gesundheit, wurden sie doch immer wieder Zielscheibe von aggressivem Verhalten. „Teilweise haben sich auch Unbeteiligte eingemischt“, so Krause. Polizisten wurden verbal beleidigt und gar tätlich angegriffen. „Das ist ein Unding und geht überhaupt nicht“, sagt Krause. Ein haltloses Verhalten von Besuchern habe sich auch gezeigt, wenn Platzverweise ausgesprochen wurden. In der Regel seien die Täter jung und betrunken gewesen, so Krause.

Respektloses Verhalten gegenüber Ordnungshütern ist kein neues Phänomen. Seit Längerem beobachtet die Polizei die Entwicklung mit Sorge. Doch nicht nur Polizisten würden angegangen, auch Rettungskräfte, wie Krause schildert. So randalierte ein 19-Jähriger am Mittwochabend beim DRK-Bereitschaftsstand im Bereich des Lagerlebens auf dem Gigelberg: „Er wollte über den Tresen klettern und die Helfer schlagen.“

Neben Alkohol scheint auch mancher Besucher Drogen wie Marihuana und Ecstasy zu brauchen, um in Feierstimmung zu kommen. „Immer wieder stellten Streifen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz fest“, sagt Krause. Entweder sahen die Sicherheitskräfte, wie Päckchen hastig weggeworfen wurden, oder rochen das Gras. „Wir ermitteln gegen mehrere Personen“, sagt der Sprecher. Rund um den weißen Turm, im Bereich der Stadthalle und an anderen Orten in der Innenstadt wie am Schadenhof ereigneten sich Delikte. Zurzeit, unabhängig vom Schützenfest, gebe es ein Problem mit Drogenkonsum und Drogendelikten, erläutert Krause. Man zeige verstärkt Präsenz und kontrolliere gezielt: „Nicht nur Streifen, sondern auch die Bereitschaftspolizei, ist unterwegs.“

Noch keine heiße Spur

Weiter beschäftigt die Polizei eine versuchte Vergewaltigung. Ein Unbekannter zerrte eine 26-Jährige in der Nacht zum Schützendienstag zwischen Landratsamt und Königsbergallee in einen Hinterhof. Weil die Frau um Hilfe rief, alarmierte ein Anwohner sofort die Polizei. Der Unbekannte ließ von ihr ab und flüchtete. „Wir haben aus der Bevölkerung ein paar Hinweise bekommen. Die heiße Spur ist noch nicht dabei“, sagt Krause. Die Ermittler gingen allen Hinweisen nach: „Wir gehen derzeit davon aus, dass der Mann gezielt einer allein nach Hause laufenden Frau aufgelauert hat.“ Eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer bestünde nicht.

Ebenfalls der entscheidende Hinweis fehlt beim räuberischen Überfall. Ein 53-Jähriger wurde in der Nacht zum Samstag von einer Frau in den Hinterhalt gelockt und anschließend von einem Mann niedergeschlagen. Das Pärchen raubte das Bargeld des Überfallenen und flüchtete. „Die Ermittlungen laufen“, sagt Krause. Selten seien solche Taten nicht und verweist auf den Überfall auf einen Taxifahrer Anfang des Jahrs. „Alltäglich ist es aber nicht nicht“, betont Krause. Eine detaillierte Auswertung der Straftaten während des Schützenfests steht noch aus.

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