Polizei meldet weitere Unfälle wegen Glätte

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Winterdienst hat auch in Biberach viel zu tun
Es schneit weiter - Autofahrer müssen sich auch in den nächsten Tagen auf glatte Straßen einstellen. Und auch die Mitarbeiter des Winterdienstes haben einiges zu tun, um die Straßen vom Schnee zu befreien.

Da ist einiges vom Himmel heruntergekommen: Seit Mittwochabend sind mehrere Zentimeter Neuschnee in der Region gefallen. Während der anhaltende Schneefall in Teilen Baden-Württembergs und Bayerns zunehmend zum Problem wird, ist das große Chaos im Kreis Biberach bislang ausgeblieben. Trotzdem hatten Räumdienste und Polizei aufgrund der winterlichen Verhältnisse gut zu tun:

Trotz der Bemühungen der Winterdienste konnten Unfälle im Landkreis Biberach am Donnerstag nicht vollständig vermieden werden. So überschlug sich auf der B30 gegen 8.45 Uhr eine Autofahrerin mit ihrem Fahrzeug, wie die Sprecherin des Polizeipräsidiums Ulm, Claudia Kappeler, auf SZ-Nachfrage bestätigte. Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Ausfahrt Laupheim-Süd in Fahrtrichtung Ulm. Wie schwer die Frau verletzt wurde, war zunächst nicht bekannt.

 Der Räumdienst befreite am Donnerstagvormittag auch den Marktplatz in Biberach vom Schnee.
Der Räumdienst befreite am Donnerstagvormittag auch den Marktplatz in Biberach vom Schnee. (Foto: Daniel Häfele)

Auf der B312 beim Burrenwald rutschte gegen 16 Uhr ein Auto von der Straße.

Aber auch bereits am Mittwochabend hatte die Polizei einige Unfälle aufgrund glatter Straßen aufgenommen. Demnach war ein 32-Jähriger auf der Nordwestumfahrung bei Biberach zu schnell unterwegs, weshalb er auf Höhe des Flugplatzes ins Schleudern geriet und frontal mit einem entgegenkommenden Auto kollidierte. Mit diesem war eine 42-Jährige unterwegs, die leicht verletzt wurde. Ein 37-Jähriger lenkte noch in den Graben.

In Ochsenhausen war ein 31-Jähriger in der Straße „Güterbahnhof“ zu schnell unterwegs und geriet auf Höhe der Einmündung Dr.-Hans-Liebherr-Straße in den Gegenverkehr. Der 31-Jährige kollidierte mit dem Auto einer 25-Jährigen. Die Frau wurde leicht verletzt.

In Aßmannshardt stieß eine 23-Jährige in der Birkenharder Straße mit einem entgegenkommenden 51-jährigen Fahrer zusammen. Die Frau erlitt erhebliche Verletzungen, der Mann wurde leicht verletzt.

„Unterrichtsausfälle sind bislang im Amtsbereich kein Thema gewesen.“ Schulamtsdirektor Achim Schwarz

Die gefallene Menge an Schnee reicht noch nicht aus, um den Schülern freie Tage zu bescheren. „Unterrichtsausfälle sind bislang im Amtsbereich kein Thema gewesen“, erläutert Schulamtsdirektor Achim Schwarz. Das staatliche Schulamt Biberach ist zuständig für die Kreise Biberach und Alb-Donau sowie die Stadt Ulm. 

Festgelegte Kriterien, beispielsweise ab welcher Schneemenge der Unterricht ganz oder teilweise ausfällt, gibt es nicht. Problematisch wird es immer dann, wenn aufgrund des Wetters die Schule für einen Großteil der Schüler oder Lehrer nicht erreichbar ist oder das Gebäude nicht betreten werden kann. Mehr dazu lesen Sie hier: 

Besonders früh begann der Arbeistag für die Mitarbeiter der Straßenmeistereien mit Sitz in Biberach, Laupheim, Riedlingen und Ochsenhausen. Seit 2.30 Uhr waren die Beschäftigen im Volleinsatz. „Besondere Vorkommnisse sind uns bislang nicht bekannt“, so der Sprecher des Landratsamts, Bernd Schwarzendorfer, am Donnerstag.

35 Fahrzeuge und 80 Mitarbeiter sollten voraussichtlich noch bis 22 Uhr ununterbrochen unterwegs sein. „Wir haben noch ausreichend Salz“, erläutert Schwarzendorfer. Damit das auch so bleibt, haben die Verantwortlichen 2000 Tonnen Streusalz nachbestellt. Die Lieferung soll in den kommenden Tagen eintreffen.

Auch Biberacher Winterdienst ist durchgehend im Einsatz

Auch der kommunale Winterdienst der Stadt Biberach war seit den frühen Morgenstunden unterwegs, um die Straßen zu räumen. Zwischen zehn und zwölf Fahrzeuge hielten wichtige Strecken im Stadtgebiet frei. „Wir haben mit dem Räumen und Streuen um 3.30 Uhr begonnen“, berichtet Markus Dobler vom städtischen Baubetriebsamt.

Probleme habe es keine gegeben, Reklamationen blieben aus: „Die Menschen haben sich gut an die winterlichen Verhältnisse angepasst.“ Bis 22 Uhr sollte der Winterdienst im Stadtgebiet unterwegs sein. Da die Temperaturen gegen Abends weiter zurückgingen, galt es für die Mitarbeiter, die Straßen so frei zu halten und so zu streuen, dass allzu heftige Schlitterpartien ausblieben.

ÖPNV läuft weitgehend störungsfrei

Eine Schrecksekunde erlebte ein Busfahrer am Donnerstag in Biberach. Ihm kam aufgrund von Glätte ein Auto quer entgegen. „Der Busfahrer konnte noch übers Bankett ausweichen“, berichtet Helmut Schilling, Teamleiter ÖPNV bei den Stadtwerken Biberach. Niemanden sei etwas passiert.

Der Busverkehr in Biberach lief weitgehend störungsfrei.
Der Busverkehr in Biberach lief weitgehend störungsfrei. (Foto: Daniel Häfele)

Der Linienverkehr lief weitgehend störungsfrei, wobei es vor allem morgens teilweise zu Verspätungen kam. „In Ellmannsweiler konnten wir am Morgen zwei Haltestellen zweitweise nicht bedienen, weil die Straßen nicht frei waren“, sagt Schilling. Die Deutsche Bahn meldete auf der Südbahn zwischen Biberach und Ulm keine gravierenden Beeinträchtigungen.

Schneelast auf städtischen Gebäuden kontrolliert

Kontrolliert hatten Mitarbeiter der Stadt Biberach auch die Höhe des Schnees auf den Dächern städtischer Einrichtungen. Wie hoch die Schneelast sein darf, darauf gebe es keine pauschale Antwort, so die Sprecherin der Verwaltung, Andrea Appel. Es gebe Schneelasten, die je nach Gebäude unterschiedlich seien und sich an der Statik der jeweiligen Gebäude orientierten. Die Kontrollen ergaben: Handlungsbedarf besteht derzeit nicht, die Dächer können die Schneelast tragen. 

Wie es mit dem Wetter weitergeht

Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass es den ganzen Donnerstag über im Landkreis Biberach weiter schneien wird. Es ist mit Schneemengen von fünf bis zehn Zentimeter zu rechnen. In Staulagen können um die 15 Zentimeter erreicht werden. Vebreitet ist es glatt, weil die Temperaturen im Minusbereich liegen. In den kommenden Tagen ist mit weiteren Schneefällen zu rechnen.  

 

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