Polizei ist jetzt Lesepate der Pflugschule

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Freuen sich über die Lesepatenschaft: (v. l.) Polizeipräsident Christian Nill, Daniela Ruess (SZ-Geschäftsstelle), SZ-Geschäftsf
Freuen sich über die Lesepatenschaft: (v. l.) Polizeipräsident Christian Nill, Daniela Ruess (SZ-Geschäftsstelle), SZ-Geschäftsführerin Juliana Rapp (hinten) und Schulrektorin Anika Raendchen. (Foto: Gerd Mägerle)
Redaktionsleiter

Das Polizeipräsidium Ulm unterstützt die Biberacher Pflugschule mit einer Lesepatenschaft. In einer speziell eingerichteten Leseecke gibt es dort künftig für Schüler und Lehrer jeden Tag die aktuelle „Schwäbische Zeitung“. Polizeipräsident Christian Nill und SZ-Geschäftsführerin Juliana Rapp übergaben die Leseecke diese Woche an Schulleiterin Anika Raendchen.

„Wir stellen fest, dass immer mehr Kinder ohne Tageszeitung aufwachsen und wollen zusammen mit unseren Lesepaten ein Stück zur Allgemeinbildung an den Schulen beitragen“, sagt Juliana Rapp. Man wolle Kinder und Jugendliche für die Zeitung und die Themen, über die darin berichtet wird, sensibilisieren.

Das Polizeipräsidium habe sehr gerne eine Lesepatenschaft übernommen, sagt Christian Nill. Jugendliche holten sich ihre Informationen heutzutage vielfach über soziale Netzwerke, so seine Beobachtung. Diese Informationen seien vielfach ungeprüft, entsprächen nicht der Wahrheit und hätten inzwischen eine „Flachheit“ erreicht, „ die nicht dem entspricht, wie sich junge Leute informieren sollten“, so der Polizeipräsident. Wer nicht in jungen Jahren an eine Tageszeitung gewöhnt werde, verbaue sich den Zutritt zur Informationsgesellschaft. Das sei später nicht mehr aufzuholen, findet Nill. Er sei auch ein Verfechter der gedruckten Zeitung. „Mit ihr kann ich Lesekompetenz besser üben und trainieren als beim Lesen am Bildschirm, dem Tablet oder dem Smartphone.“

Die Pflugschule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit Förderschwerpunkt Lernen und wurde früher als Förderschule bezeichnet. „Wir haben viele Schüler, die das Medium Zeitung von daheim nicht kennen“, sagt Anika Raendchen. Deswegen müsse das Interesse erst geweckt werden. Die Lesepatenschaft und die Leseecke seien deshalb wichtige Schritte auf diesem Weg. „Wir wollen den Schülern vermitteln, dass die Informationen, die in der Schwäbischen Zeitung zu finden sind, unmittelbar mit ihrem Leben zu tun haben. Da blicken wir natürlich zunächst in den Lokalteil der Zeitung“, sagt die Rektorin. Nach und nach ziehe man den Kreis dann größer, hin zu nationalen und internationalen Nachrichten. Artikel, die für die Schule und ihre Schüler besonders interessant sind, werden ausgeschnitten und an einer Stellwand ausgehängt.

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