Partnerstädte setzen Zeichen für ein geeintes Europa

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Schwäbische Zeitung

Seit 40 Jahren sind die Biberacher Städtepartnerschaften im Partnerschaftsverein gebündelt, der sich seit diesem Jahr „Städte Partner Biberach“ nennt. Dieses Jubiläum wurde am Wochenende gleich mit mehreren Veranstaltungen gefeiert.

Höhepunkt war ein Empfang der Delegationen aller Partnerstädte und -regionen – Valence (Frankreich), Asti (Italien), Schweidnitz (Polen), Telawi (Georgien), Tendring District und Guernsey (Großbritannien) – am Samstagmorgen im Ratssaal. Oberbürgermeister Norbert zeidler betonte die Wichtigkeit der Städtepartnerschaften für den europäischen Gedanken. „Die Europäer haben zusammengefunden. Die Idee der Städtepartnerschaften hat zu dieser Entwicklung erheblich beigetragen.“ Biberach wolle im Juli ein Zeichen für Europa setzen und die Memminger Straße während des Schützenfests mit EU-Flaggen zu einer „Europaallee“ machen, kündigte Zeidler an.

Der OB lobte das jarhzehntelange Engagement des Vereins „Städte Partner Biberach“. Seit 1990 habe es rund 40000 Begegnungen und 2600 Veranstaltungen mit Menschen aus den Partnerstädten gegeben. „Eine unglaubliche Zahl!“, sagte Zeidler. Zentrale Aufgabe der nächsten Jahre werde es sein, dafür zu sorgen, „dass auch junge Menschen den Wert dieser Partnerschaften erkennen, ihre europäischen Nachbarn als Freunde verstehen, weil sie sich persönlich kennen und schätzen lernen“.

Vereinsvorsitzender Wolfgang Grimm skizzierte schlaglichtartig die 40-jährige Geschichte des Partnerschaftsvereins. Besonders betonte er die humanitären Hilfsaktionen, mit denen die Biberacher in vielfältiger Weise ihre Mitbürger in Telawi, Schweidnitz und Asti in Notsituationen und nach Naturkatastrophen unterstützt hatten.

Sabine Engelhardt und Manuela Dessau stellten das neue Buch vor, das zum Jubiläum des Partnerschaftsvereins erschienen ist (SZ berichtete). Umrahmt wurde die Feierstunde vom Duo Betti Zambruno (Gesang) und Piercarlo Cardinali (Gitarre, Dudelsack) aus Asti. Beide traten auch beim Partnerschaftsmarkt auf dem Hafenplatz auf, wo es wie jedes Jahr kulinarische Spezialitäten aus den Partnerstädten zu kaufen gab. Abends feierten die Delegationen der Städte in der Festhalle in Ringschnait.

Zur Verabschiedung versammelten sich am Sonntag viele mit ihren Landes- sowie Europafahnen auf dem Viehmarkt, um am Tag der Präsidentschaftswahl in Frankreich ein Zeichen zu setzen. „Das gemeinsame Europa, das für uns lange Zeit eine Selbstverständlichkeit war, scheint in Gefahr“, sagte Grimm. Überall machten sich Populisten stark, um die Grenzen wieder hochzuziehen. „Mit unserer Arbeit wollen wir uns dafür einsetzen, dass Europa offen bleibt“, so Grimm. Gemeinsam sangen alle die als Europahymne bekannte „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven.

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