Papier und Holz faszinieren als Werkstoff

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 Alexander Habisreutinger, Hannelore Weitbrecht, Barbara Renftle und Martin Oswald stehen vor Weitbrechts Papierarbeit „Schichtu
Alexander Habisreutinger, Hannelore Weitbrecht, Barbara Renftle und Martin Oswald stehen vor Weitbrechts Papierarbeit „Schichtung“. (Foto: Vogel)
Günter Vogel

Die Ausstellung ist bis 13. September 2019 geöffnet.

Besuchszeiten sind Dienstag, Donnerstag, Freitag 13 Uhr bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung 07351/5703316

Biberach - Die Kuratorin der Stiftung S BC – pro arte, Barbara Renftle, sprach in ihrer Begrüßung von den vielfältigen Erscheinungsformen der Natur, „dort, wo sich Äste und Blumen zusammenrotten.“ Das gilt für beide Künstler gleichermaßen. Das Papier zeigt bei Hannelore Weitbrecht in der künstlerischen Vollendung lyrische Vollkommenheit, das Holz definiert sich bei Alexander Habisreutinger über Verbindungen und Verästelungen.

Die Laudatio hielt Professor Martin Oswald, Fachsprecher Kunst an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Er eröffnete seinen Beitrag mit einem Gedicht von Goethe, dessen erster Vers lautet: „Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen, und haben sich, eh' man es denkt, gefunden!“ Er sprach dann von der Poesie der Installation der Werke beider Künstler. Sie rührt an das ästhetische Empfinden, entwickelt die Wahrnehmung der Sinne, schärft den Feinsinn. Oswald stellt die Details der Arbeitsweisen vor, spricht über die Stile, die Materialien von Weitbrecht: „Nichts ist, wie es scheint, und doch ist es genau so. Es ist ein Vexierspiel zwischen Natur und Künstlichkeit. Die Programme sind intellektuell anspruchsvoll, finden visuelle Metaphern für Natur. Und Oswald weiter: „Die Kunst ist Transformation des Artifiziellen zurück zur Natur. Objekte werden in poetischen Sphären mit eigener lyrischer Sprache gerückt.

Ebenfalls eigene Strategien verfolgt Alexander Habisreutinger. Oswald: „Wer als Kind den Duft des Holzes atmet, bleibt dabei.“ Der Künstler gehört zur Familie Habisreutinger, die in Weingarten und an anderen süddeutschen Orten ihre Holzzentren betreiben. Er machte zuerst eine Tischlerlehre, nahm dann ein Kunst-Studium auf. Seine Skulpturen zeigen die ganz besondere Kenntnis des Werkstoffs Holz. Er folgt, so Oswald, dem natürlichen Wuchs, der Biologie des Baumes, des Strauches. Holz und Papier sind seine Werkstoffe, Geflechte und sich verzweigende Linienverläufe sein formales Motto. Vielteilige Verbindungen, Verknüpfungen und Verästelungen bestimmen seine naturhaften Holzgebilde aus Sperr- und Fundholz. Die Kunsthistorikerin Harriet Häussler schrieb über ihn: „ Alexander Habisreutinger bearbeitet vorgefundene Holzgegenstände aus dem Alltag wie Obstkisten zu fragilen, ineinander verschlungenen Skulpturen, die den Betrachter an die Unendlichkeit und Komplexität des Universums erinnern lassen.”

Die Ausstellung ist bis 13. September 2019 geöffnet.

Besuchszeiten sind Dienstag, Donnerstag, Freitag 13 Uhr bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung 07351/5703316

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