Ohne Smartphone kein günstiges Bus-Ticket

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Ein-Euro-Ticket per Handy – das gibt es ab 1. Januar im Stadtbusverkehr. Aber auch für Menschen ohne Smartphone wird Busfahren g
Ein-Euro-Ticket per Handy – das gibt es ab 1. Januar im Stadtbusverkehr. Aber auch für Menschen ohne Smartphone wird Busfahren günstiger. (Foto: Michelle Barbic)
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Das Ein-Euro-Ticket für den Biberacher Stadtbus kommt zum 1. Januar – allerdings nur, wenn man es per Smartphone löst. Bürger, die kein solches Gerät haben oder haben wollen oder sich im Umgang damit schwer tun, hätten es gerne gesehen, wenn das Ein-Euro-Ticket auch direkt beim Busfahrer zu kaufen wäre. Warum das nicht geht und welche Alternativen es gibt, erläutert Helmut Schilling, Teamleiter ÖPNV bei den Stadtwerke Biberach.

Wer für eine Einzelfahrt das Ein-Euro-Ticket im Biberacher Stadtbusverkehr nutzen will, sollte sich zum 1. Januar die App „HandyTicket Deutschland“ auf sein Smartphone laden. „Dort kann der Kunde das Ticket mit wenigen Schritten bestellen und es auch als Favorit abspeichern, falls er das Angebot öfter nutzt“, sagt Schilling. Für Menschen, die im Umgang mit Smartphones nicht so geübt sind, wollen die Stadtwerke ab nächsten Jahr eine „Handyticket-Sprechstunde“ anbieten. Mit dem Handyticket, das nach dem Kauf auf dem Smartphone abgespeichert ist, kann man genauso an jeder Bustür einsteigen wie mit Zeitkarten. Bei einer Kontrolle muss man das Smartphone mit dem gültigen Ticket allerdings vorzeigen können.

Zunächst hatten die Stadtwerke geplant, die Ein-Euro-Tickets als Zehnerblock zu verkaufen, ähnlich wie bei der Aktion zur Einführung des Halbstundentakts im Dezember 2017. „Das hat aber der Nahververkehrsverbund DING nicht zugelassen, weil dies eine neue Tarifstufe gewesen wäre. Dafür haben wir keine Mehrheit im DING bekommen“, sagt Schilling.

Dass die Stadtwerke die Ein-Euro-Tickets nicht in Papierform beim Busfahrer verkaufen, hat seine Gründe im Fahrplan. „Wir rechnen mit der Einführung des Ein-Euro-Tickets mit einer erhöhten Nachfrage“, so Schilling. Müssten die Busfahrer diese Tickets einzeln kassieren und ausdrucken, bestehe die Gefahr, dass die Stadtbusse dabei zu viel Zeit verlieren. „Wir haben auch die Verantwortung, pünktlich zu sein und eine Pünktlichkeitsdiskussion wollen wir nicht haben“, sagt Schilling mit Blick auf die Bahn. Natürlich können auch ab 1. Januar noch Einzelfahrkarten beim Busfahrer gelöst werden, diese kosten allerdings 1,90 Euro, weil sie nicht von der Stadt bezuschusst werden, so Schilling.

Geheimtipp Tageskarte

Wer kein Smartphone hat oder nutzen will, hat ab 1. Januar dennoch Möglichkeiten, vergünstigt mit dem Stadtbus zu fahren. So kostet die Tageskarte, die man auch beim Busfahrer lösen kann, nur zwei Euro. Wer also aus seinem Wohngebiet in die Altstadt und wieder zurück fährt, zahlt gleich viel wie der Nutzer von Ein-Euro-Einzelfahrscheinen. Wer das Tagesticket noch für weitere Fahrten nutzt, ist sogar noch günstiger unterwegs. Wer sich eine Jahreskarte für den Stadtverkehr kauft, die es ab Ende November im Vorverkauf gibt, bezahlt 158,70 Euro und damit 13,22 Euro pro Monat. Auch dafür braucht es kein Smartphone.

In welchen Gemeinden die Wege am Längsten sind

Dass nun auch in den Biberacher Nachbargemeinden über die günstigen Tarife diskutiert wird, findet Schilling gut. „Allerdings sind wir da als Stadtwerke die falschen Ansprechpartner“, sagt er. Das seien aus seiner Sicht die jeweiligen Bürgermeister und der Landkreis. Wichtig sei es, beim Thema Jobticket weitere große Firmen in Biberach mit ins Boot zu holen, die ihren Mitarbeitern einen Zuschuss für die Jahreskarte bezahlen. So ließe sich die Verkehrsmenge in der Stadt weiter reduzieren, sagt Schilling.

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