Ohne Ehrenamt wäre vieles nicht möglich

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Ehrenamtliches Engagement ist enorm wichtig. Wie dieses finanzielle Unterstützung findet, darüber hat der Fördermittelexperte Torsten Schmotz vor Kurzem im Biberacher Rathaus einen Vortrag gehalten. Eingeladen hatte der Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Biberach, Rouven Klook. Fast 50 Besucher füllten den Ratssaal und folgten den Ausführungen des Referenten.

Kulturdezernent Dr. Riedlbauer eröffnete den Vormittag. Er betonte, was für eine wichtige Funktion das Ehrenamt in der Gesellschaft habe und sprach den Biberacher Ehrenamtlichen seinen Dank aus. Statistiken zufolge würden 60 Prozent der Ehrenamtlichen ihr Engagement zur eigenen Freude einbringen, 50 Prozent, weil sie gerne mit anderen Menschen zusammen seien, 40 Prozent, weil sie glaubten, in ihrer Funktion gebraucht zu werden. Ein Drittel wolle seine persönlichen Fähigkeiten einbringen und ein Viertel sehe im Ehrenamt einen Ausgleich zur Alltagsarbeit. Alles in allem würden in Deutschland geschätzt mehr als fünf Millionen Stunden ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet, was allein für Biberach einer Wertschöpfung von rund drei Millionen Euro entspreche.

Das besonders reiche Angebot für Kunst und Kultur, Jugend- und Seniorenarbeit, Inklusion und Integration und nicht minder für sportliche Aktivitäten sehe er in der offenen bürgerlichen Struktur der Biberacher und stellte fest, dass „wir nur im koordinierten Zusammenwirken von kommunalen und freien Trägern jene kulturelle Identität vor Ort erreichen, die einer importierten und uniformierten Eventkultur bei Weitem überlegen ist.“ Riedlbauer rief die Bürger dazu auf, „der Ökonomisierung aller Lebensbereiche und kurzfristiger Renditeorientierung, bleibende Werte aktivierend und sinnlich erfahrbar entgegenzusetzen“.

Thorsten Schmotz führte in seinem Vortrag dann aus, wo und wie diese für die Gesellschaft so wichtige Arbeit denn zusätzliche finanzielle Unterstützung findet. Er zeigte auf, welche Fördertöpfe es gibt und wie man Träger anspreche, sodass die eigenen Projekte Aufmerksamkeit erregen und anschließend unterstützt werden. Nach seinen Ausführungen gibt es in Deutschland rund 10 000 Fördertöpfe, aus denen jährlich insgesamt 90 Milliarden Euro verteilt werden könnten.

Wer einen Fördermittelantrag stelle, müsse darin klar formulieren, was das Projekt zu bieten habe, warum das Vorhaben notwendig sei, welche Wirkung erzielt werde und was der konkrete Plan sei. Im Anschluss stellten mehrere Biberacher Fördermittelgeber konkret deren Möglichkeiten vor Ort dar. Die Bruno-Frey-Stiftung, die Bürgerstiftung Biberach, der Lions Club Biberach, der Stadt- und Kreisjugendring und das Kulturdezernat mit seinem „Kommunalen Bildungsplan“. Die Kreissparkasse Stiftung BC, die Siglinde Vollmer Stiftung und die Vereinsförderung der Stadt Biberach wurden aus Zeitgründen nur noch kurz erwähnt. Unisono wurden von den Referenten die Ausführungen von Thorsten Schmotz über die Vorplanung und Kommunikation der jeweiligen Projekte unterstützt. Letztendlich sei das persönliche Gespräch aber noch der einfachste Weg sich zu informieren und die Referenten und Vertreter der Stadt und des Landkreises boten sich an, unkompliziert erreichbar zu sein und entsprechende Tipps und Hilfen anzubieten.

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