OB Zeidler macht Jugendthema zur Chefsache

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Hat ein Herz für die Jugend in Biberach: OB Norbert Zeidler. (Foto: Klose)
Schwäbische Zeitung

Oberbürgermeister Norbert Zeidler kümmert sich um das Thema „junges Biberach“ in Zukunft noch intensiver. Nachdem die Biberacher Stadtverwaltung vor allem wegen des verbotenen Harlem Shakes sowie wegen der frühzeitigen Schließung der Heilbar kritisiert worden ist, hat Zeidler im Rathaus angeordnet, dass er von jeder die Jugend betreffende Entscheidung vorher Kenntnis haben möchte.

Grundsätzlich findet es der neue Rathauschef, der am 16. April 100 Tage im Amt sein wird, gut und wichtig, dass sich junge Menschen in Biberach kritisch mit der Stadt und den fehlenden sowie bestehenden Angeboten auseinandersetzen. „Das zeigt für mich auch, dass den jungen Menschen ihre Stadt Biberach nicht egal ist.“

Auch zuletzt die über Facebook verbreitete Persiflage der neuen Innenstadt-Plakate mit dem ironischen Slogan „Ruhe, Stille, Langeweile“ (die SZ berichtete am vergangenen Samstag) findet Zeidler okay. Er nehme diese Kritik ernst, sagt aber auch: „Es ist ja nicht so, dass es in Biberach nichts gibt. Ich bin da ja auch noch ein bisschen einer von außen und habe Vergleiche mit Städten wie Schorndorf, Waiblingen oder Ellwangen. Da ist Biberach beim Thema Weggehen sicher die Nummer eins.“

Rückblickend auf den verbotenen Harlem Shake auf dem Gigelberg meint der OB als Chef der Stadtverwaltung selbstkritisch: „Das Thema hätte bei uns intern besser kommuniziert werden müssen. Ich habe erst vor kurzem erfahren, dass Polizei und Ordnungsamt dem jungen Mann, der den Harlem Shake veranstalten wollte, gleich im ersten Gespräch vorgeschlagen haben, den Harlem Shake die Woche drauf zu machen. Es gab einen vorgeschlagenen Alternativtermin. Es ging also nicht darum, die Veranstaltung nur zu verbieten. Ich wusste aber leider nichts davon und bin dann hinterher der Depp. So etwas lasse ich mir sicher nicht lange gefallen.“

Als „Spaßbremse“ sehe er sich nämlich keineswegs, meint Zeidler. „Intern will ich bei uns in der Verwaltung nun immer erfahren, wenn zum Thema ,junges Biberach‘ irgendwelche Entscheidungen anstehen.“

Die Stadt Biberach sei dran an den Themen Ausgehen und gastronomische Angebote. Schließlich habe die Verwaltung bei den Haushaltsberatungen durch den CDU-Antrag vom Gemeinderat den Auftrag bekommen, hier etwas zu tun. Derzeit sei beispielsweise Kulturdezernent Dr. Jörg Riedlbauer dabei, eine Umfrage unter den Gastronomen zu machen, um Ansätze für die Stadt zu finden.

Wie bereits berichtet, wird OB Norbert Zeidler sich bei einer Podiumsdiskussion der Schwäbischen Zeitung mit Jugendlichen, jungen Aktiven und Gastronomen den Fragen und Anregungen stellen. Diese wird voraussichtlich Mitte Mai sein. „Zu einer Diskussion mit Jugendlichen komme ich gerne, ich habe da immer ein offenes Ohr. Ich biete dabei gerne an, dass die Jugendlichen bei so einem Termin gegenüber der Stadt auch mal auskotzen. So eine Podiumsdiskussion sollten wir dringend machen.“

Dass es diese kritischen Rückmeldungen bei den jungen Menschen in Biberach gibt, hält Zeidler für wichtig. „Das zeigt, dass ihnen die Stadt etwas wert ist. Das ist eine gute Gesprächsgrundlage.“

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