Niko Kappel: „Ich will verletzungsfrei durchtrainieren“

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 Ein gefragter Stargast: Niko Kappel, Paralympicssieger und Weltmeister im Kugelstoßen, erfüllte bei der Sportlerehrung in Biber
Ein gefragter Stargast: Niko Kappel, Paralympicssieger und Weltmeister im Kugelstoßen, erfüllte bei der Sportlerehrung in Biberach zahlreiche Autogramm- und Fotowünsche. (Foto: Georg Kliebhan)
Michael Mader

Der Mann ist Paralympicssieger und Weltmeister im paralympischen Sport. Genauer gesagt in seiner Disziplin Kugelstoßen hat Niko Kappel aus Welzheim die beiden wichtigsten Titel im Sport geholt. Der 23-Jährige gilt mit 1,40 Meter als kleinwüchsig. Kappel, der auch schon zweimal das Kugelstoßmeeting auf dem Biberacher Marktplatz gewonnen hat, war Stargast der Sportlerehrung des Land- und Sportkreises Biberach. Michael Mader hat mit Kappel, der für den VfL Sindelfingen startet und bei Peter Salzer trainiert, über seine aktuelle Verletzung und seine Pläne für dieses Jahr gesprochen.

Herr Kappel, Sie sind zu Gast bei der Biberacher Sportlerehrung. Wie haben Sie die Veranstaltung erlebt?

Ich bin ja viel unterwegs, auch des Öfteren bei solchen Events. Was mir dabei auffällt, ist, dass viele Menschen, vor allem Kinder, eben noch dem Sport frönen und auch Leistung bringen wollen – auch abseits der großen populären Sportarten. Ich kann nur dazu ermuntern, weiterzumachen.

Trotz einer Verletzung strahlen Sie unheimlichen Optimismus und Spaß aus. Wie machen Sie das?

Grundsätzlich bin ich ein positiver Mensch. Zudem habe ich durch den Sport als Kleinwüchsiger natürlich weiter an Selbstvertrauen gewonnen. Zudem lebe ich mit einer tollen Frau zusammen und habe unheimlich Spaß.

Aber kommen wir mal zu Ihrer Verletzung. Was haben Sie genau?

Ich habe Probleme mit dem Knie. Das Gelenk ist instabil und verursacht immer wieder Schmerzen. Was es genau ist, wissen wir noch nicht. Es wird physiotherapeutisch behandelt und der Muskel wird aufgebaut.

Im November – erst im November wegen der hohen Temperaturen vor Ort – finden die Weltmeisterschaften in Dubai statt. Gut wegen der Verletzung, oder?

In dem Fall schon, weil wir drei Monate mehr Zeit haben. Allerdings will ich im Mai schon in die Sommersaison einsteigen – die Halle habe ich in diesem Jahr ausgelassen. Im Juli will ich dann auf jeden Fall in Biberach starten, nachdem mir Organisator Hans-Peter Beer heute schon eine Dauerkarte geschenkt hat.

Gehen wir mal davon aus, dass sie verletzungsfrei in Dubai an den Start gehen können. Was ist das Ziel als Titelverteidiger?

Natürlich will ich möglichst wieder Weltmeister werden. 14,50 Meter muss man dafür aber sicher stoßen. Aktuell liegt meine Bestweite bei 14,02 Meter. Die Konkurrenz hat aber zugenommen, die Spitze ist deutlich breiter geworden. Deshalb wird es sehr wichtig, dass ich die Saison durchtrainieren kann und auch Wettkämpfe machen kann. Gerade Biberach ist da besonders wichtig, weil es eine einmalige Atmosphäre und eine tolle Anlage ist. Dazu die Musik. Diesen Wettkampf zu gewinnen ist eine besondere Motivation.

Sie haben ihre Freundin schon erwähnt. Zum anderen sind sie noch Gemeinderat in ihrer Heimatstadt Welzheim und wollen auch bei der Kommunalwahl am 26. Mai wieder kandidieren.

Ja, das macht mir sehr viel Spaß und ist schon eine gewisser Ausgleich zum Leistungssport. Allerdings nehme ich dieses Amt ernst und hatte auch schon die eine oder andere Auseinandersetzung mit unserem Bürgermeister und auch im Gremium. Derzeit geht es zum Beispiel um die weitere Bebauung beim Schulzentrum. Das wird spannend.

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