Neue Ideen für das Biberacher Schützenfest

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Bilanz am Tag nach dem Fest: Die Vorsitzenden der Schützendirektion, Guido Mebold (v. l.) und Rainer Fuchs, stellen sich den Fra
Bilanz am Tag nach dem Fest: Die Vorsitzenden der Schützendirektion, Guido Mebold (v. l.) und Rainer Fuchs, stellen sich den Fragen der Medienvertreter. (Foto: Gerd Mägerle)
Redaktionsleiter

Geschätzt rund 150 000 Besucher an den zehn Festtagen, ein funktionierendes Sicherheitskonzept, jede Menge Wetterglück und ambitionierte Ideen für die Zukunft: Die Stiftung Schützendirektion zieht für 2018 eine positive Festbilanz. Die SZ hat mit den Vorsitzenden Rainer Fuchs und Guido Mebold am Montag einige wichtige Punkte beleuchtet.

Stimmung: „Das Fest war schön, gelungen, unproblematisch und friedlich“, lautet die Kurzbilanz von Rainer Fuchs. Wenn man um den Aufwand wisse, den das Schützenfest an vielen Stellen erfordere, spüre er jetzt „ein großes Maß an Dankbarkeit und Erleichterung“. Vor allem die drei großen Umzüge (Bunter Zug und zweimal Festzug) hätten alle auf Trab gehalten und seien ohne nennenswerte Vorkommnisse abgelaufen. Auch die Schausteller auf dem Gigelberg seien zufrieden mit ihren Umsätzen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe sich als Ehrengast am Dienstag lobend darüber geäußert, mit welcher Präzision der Historische Festzug abgelaufen sei, so Fuchs. „Und dass er anschließend noch zum Lagerleben ging, was vorher nicht geplant war, zeigt, dass es ihm gefallen hat.“

Sicherheitskonzept: „Das Sicherheitskonzept, das wir in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt haben, hat sich bewährt“, so Mebold. Vieles funktioniere inzwischen auf Zuruf. „Wir hatten rund um unsere eigenen Veranstaltungen keinen Anlass, etwas zu unternehmen.“ Auch die Präsenz der Polizei sei bei den Besuchern, seinen Rückmeldungen zufolge, gut angekommen, so Fuchs. „Die Beamten haben sich sehr sympathisch präsentiert.“

Wetter: „Wir hatten bei einem Schützenfest schon lange nicht mehr so eine labile Wetterlage wie in diesem Jahr – vor allem in der zweiten Wochenhälfte“, sagt Mebold. Der Wetterexperte der Schützendirektion, Eugen Dreher, habe aber auch in diesem Jahr wieder eine sehr präzise Arbeit abgeliefert. „Das hat uns in unseren Entscheidungen sehr geholfen“, so Mebold. Lediglich der Tanz durch die Jahrhunderte am Freitagabend habe abgebrochen werden müssen und auch beim Gottesdienst am Sonntagmorgen habe es etwas geregnet. Als am frühen Sonntagabend ein heftiger Gewitterschauer über der Stadt niederging, waren die wichtigen Programmpunkte des Fests aber bereits beendet. „Dass das Biberacher Herrgöttle eine so starke Verbundenheit zum Fest hat, hätten wir vorher auch nicht gedacht“, sagt Fuchs und schmunzelt.

Neuerungen beim Bunten Zug: Die Aufnahme der drei Umland-Grundschulen sowie übergangsweise der Vinzenz-von-Paul-Schule in den Bunten Zug am Montag hat sich aus Sicht der Schützendirektion bewährt. „Wir haben gute Rückmeldungen der Schulen bekommen – und der Bunte Zug war überragend gut besucht“, sagt Fuchs. Weitere Schulen aus der Nachbarschaft sollen in den kommenden Jahren aber nicht hinzukommen. Und ja: „Auch die Funky Kids bleiben künftig im Bunten Zug“, sagt Fuchs. „Die Schützendirektion ist ja inzwischen die Funky Direction“, meint er augenzwinkernd in Anspielung auf die Debatte im Vorfeld des Fests.

Zukunftspläne: Wie man den Historischen Festzug weiterentwickeln könne sei ein großes Thema bei der vergangenen Klausurtagung der Schützendirektion gewesen, so Fuchs. Bislang ist die Bürgerballgruppe aus der Bismarckzeit der Teil des Festzugs, der am nächsten an die Gegenwart heranreicht. „Wir wollen einen Abstand von etwa 100 Jahren einhalten“, sagt Fuchs. So gebe es Ideen, die Zeit der Industrialisierung in den Festzug aufzunehmen. „Das wird aber nicht im nächsten Jahr passieren, sondern ist ein Prozess, der die nächsten Jahre reifen muss“, sagt Fuchs, „denn dazu müssen wir eine neue Gruppe gründen und ausstatten.“ Dafür gebe es noch kein Konzept, außerdem werde man zur Weiterentwicklung auch Historiker hinzuziehen. Das werde sicher nicht einfach. „Aber es war auch 1969 nicht einfach, die Schwarz-Veri-Gruppe in den Umzug einzubauen.“ Inzwischen ist sie nicht mehr wegzudenken.

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