Nachruf: Alexander Dehio setzte sich vielerorts ein

Lesedauer: 4 Min
Alexander Dehio ist mit 72 Jahren gestorben.
Alexander Dehio ist mit 72 Jahren gestorben. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung

Alexander Dehio ist nach kurzer, schwerer Krankheit am vergangenen Freitag im Alter von 72 Jahren verstorben. Alexander Dehio, ehemaliger Geschäftsführer des Biberacher Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim und langjähriges Mitglied im Biberacher Kreistag, hat sich nicht nur politisch engagiert, sondern war auch langjähriges Mitglied der Turnierleitung der Marbacher Vielseitigkeit und eng mit dem Reitsport verbunden.

Der Landkreis Biberach trauert nun um sein Kreistagsmitglied: „Alexander Dehio gehörte dem Kreistag von 2009 bis heute an. Er war Mitglied des Kultur- und Schulausschusses sowie Verwaltungsratsmitglied der Kreissparkasse Biberach. Großes Engagement, Interesse für die Anliegen der Bürger und Menschlichkeit zeichneten das Wirken von ihm aus. Er war ein von allen Fraktionen geschätztes Gremiumsmitglied mit hohem, vor allem wirtschaftspolitischem, Sachverstand. Der aufrichtige Dank gilt Alexander Dehio für seinen Einsatz um den Landkreis Biberach“, sagte Landrat Heiko Schmid in einer Pressemitteilung vom Montag. Leider sei es ihm nicht vergönnt gewesen, sein bei der Wahl am 25. Mai erworbenes Mandat für die kommende Amtsperiode im Kreistag am 4. Juli anzutreten.

Beim Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim begann Alexander Dehio seine Laufbahn am 1. April 1967 in der Abteilung Pharmazeutische Spezialitäten als Kaufmännischer Angestellter (Bankkaufmann). Seine Karriere führte ihn über Stationen als Ärztebesucher, Länderreferent für Japan, Produktmanager, Regional- und Bereichsleiter und Prokurist in die Geschäftsleitung. Ab 1993 bis 2005 war er für Boehringer am Standort Biberach tätig.

Die Verdienstmedaille als herausragende Unternehmerpersönlichkeit überreichte ihm am 29. April 2006 der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger.

Oettinger hob damals hervor, dass es Dehios Engagement mit zu verdanken war, dass Boehringer den Standort Biberach als größtes Forschungs- und Entwicklungszentrum etabliert habe und hier eine der größten biopharmazeutischen Produktionsanlagen weltweit entstand.

Oettinger unterstrich damals auch Dehios Mitwirken am Gelingen des neuen Studiengangs „Pharmazeutische Biotechnologie“ an der Hochschule Biberach.

Ende 2005 ging Dehio in den Ruhestand. Boehringers Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Kuritsch lobte ihn bei der Verabschiedung als jemand, „zu dem die Leute Vertrauen gefunden haben.“ Als Standortverantwortlichen habe man Dehio bei Boehringer als zupackenden Mann erlebt, den „man auch mal im Blaumann in den Werkstätten“ gesehen habe.

Die Stadt Biberach verlieh Dehio die Bürgerurkunde. Die Bürgerstiftung Biberach entstand mit durch seine Initiative. Fünf Jahre lang war er bis zum Sommer 2011 ehrenamtlicher Geschäftsführer der Bruno-Frey-Stiftung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen