Nach Stadthallen-Brand: Stadt setzt Belohnung für Hinweise aus

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 Von den Spuren des Brands ist nichts mehr zu erkennen.
Von den Spuren des Brands ist nichts mehr zu erkennen. (Foto: Daniel Häfele)

Wie ist der Brand in der Stadthalle Biberach genau entstanden? Wer steckt hinter der Tat? Und welches Motiv gibt es? Auch einen Tag nach der Brandstiftung – die Polizei geht nach wie vor davon aus – sind noch viele Fragen für die Öffentlichkeit ungeklärt. Das Polizeipräsidium Ulm hielt Details am Montag weiter unter Verschluss, um kein Täterwissen zu verraten. Die Stadtverwaltung setzte unterdessen eine Belohnung von 1000 Euro für sachdienliche Hinweise aus.

„Die Ermittlungen dauern an“, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm, Joachim Schulz. Spuren am Tatort seien gesichert worden. Deren Auswertung sei aber keine Sache von Tagen, sondern eher von Wochen. Fragen zum Hergang der Tat und inwiefern es Hinweise auf die Täter gebe, könne er derzeit nicht beantworten. Ansonsten könnten die Ermittlungen gefährdet werden.

Feuerwehr hat Lage schnell unter Kontrolle

Wie berichtet, hatten nach derzeitigem Ermittlungsstand Unbekannte in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Brand in der Stadthalle gelegt. Als die Feuerwehrleute gegen 4 Uhr eintrafen, schlug ihnen aus dem Untergeschoss Rauch entgegen.

Die rund 30 Einsatzkräfte hatten die Lage schnell unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand. Wie hoch der Schaden ist, lässt sich derzeit nicht beziffern. Die Polizei sprach zunächst von „mehreren Tausend Euro“.

 Dieses Foto der Feuerwehr Biberach zeigt das Ausmaß des Schadens.
Dieses Foto der Feuerwehr Biberach zeigt das Ausmaß des Schadens. (Foto: Feuerwehr Biberach)

„Aktuell ist nur noch im Aufzugschacht Brandgeruch wahrnehmbar“, teilt die Sprecherin der Stadtverwaltung Andrea Appel am Montagnachmittag mit. Der Rauch hatte sich über den Aufzugschacht im Gebäude verteilt.

Jedoch seien die nicht vom Feuer betroffenen Räume nur geringfügig durch Rauch belastet worden, so Appel. Die Bauarbeiten, derzeit wird unter anderem ein barrierefreier Zugang geschaffen, sollen normal weitergehen.

Veranstaltungen können stattfinden

Das gilt auch für den Betrieb der Stadthalle. Veranstaltungen waren für diese Woche zwar ohnehin nicht geplant, hätten aber theoretisch stattfinden können. „Die Kegelbahn kann ganz normal genutzt werden“, sagt Appel.

Der ersten öffentlichen Veranstaltung, der Podiumsdiskussion „Europa in Bedrängnis“ am 25. April, stehe ebenfalls nichts im Weg. All das lässt den Schluss zu, dass der Brand glimpflich ausgegangen ist.

Die Suche nach den Tätern geht derweil weiter, die die Verwaltung nun mit einer Belohnung von 1000 Euro für sachdienliche Hinweise unterstützt. Damit hat die Verwaltung unterschiedliche Erfahrungen gemacht, wie zwei Beispiele aus 2018 zeigen.

So wurden die Toiletten am ZOB so massiv beschädigt und verschmiert, dass eine Generalreinigung und die vorübergehende Schließung der WC-Anlage notwendig waren. Da es zunächst keine heiße Spur gab, setzte die Verwaltung eine Belohnung in Höhe von 300 Euro aus. Kurz darauf klärte die Polizei den Fall auf.

Ein paar Monate später beschädigten Unbekannte die Arthur-Handtmann-Linde auf dem Gigelberg so stark, dass der Baum ersetzt werden musste. Die Linde war anlässlich des 90. Geburtstags des verstorbenen Ehrenbürgers Arthur Handtmann auf dem Platz des Lagerlebens gepflanzt worden. Für sachdienliche Hinweise setzte die Verwaltung damals eine Belohnung von 1000 Euro aus. Bis heute wurden die Täter nicht gefunden.

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