Nach Norwegenexkursion: Biberacher Landrat sieht Nachholbedarf bei E-Mobilität

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 Der Landrat möchte, dass auch im Landkreis Biberach die E-Mobilität mehr forciert wird.
Der Landrat möchte, dass auch im Landkreis Biberach die E-Mobilität mehr forciert wird. (Foto: dpa/Symbol)
Schwäbische Zeitung

Zurück von seiner dreitägigen Norwegenexkursion als Mitglied ein 15-köpfigen Delegation von Städtetag, Landkreistag, Innenministerium, Verkehrsministerium und weiteren Partnern aus der Elektromobilität hat Landrat Heiko Schmid ein positives Fazit gezogen, verbunden mit weiteren Handlungsfeldern für den Landkreis Biberach. Das teilt das Landratsamt in einer Pressemeldung mit.

Bei der Exkursion standen vor allem der Ausbau der Elektromobilität und verändertes Mobilitätsverhalten bei zahlreichen Gesprächen und Besuchen im Mittelpunkt.

Norwegen gilt als das Land der Elektromobilität. 60 Prozent der neuzugelassenen Autos sind bereits elektrisch unterwegs, im Jahr 2025 sollen es 100 Prozent der Neuzugelassenen sein“, teilt der Landrat mit. Der Staat fördere die Elektromobilität, indem er beispielsweise keine Mehrwertsteuer beim Kauf eines Elektroautos erhebt, den Strom umsonst bietet und keine Kfz-Steuer für E-Autos zu zahlen sind.

„Finanziert werden die staatlichen Zuschüsse durch Mautgebühren, die vor allem von der ländlichen Bevölkerung zu zahlen sind, die zum Arbeiten in die Zentren und Städte fahren“, so Schmid weiter. Dagegen erhebe sich mittlerweile auch Widerspruch und entsprechend fielen auch die Wahlen in Norwegen aus.

Der Pkw-Individualverkehr sei aber nur eine Facette der Exkursion gewesen. Es ging auch um den schienen- und straßengebundenen öffentlichen Verkehr, E-Flugzeuge, Elektrofahrräder und E-Scooter.

Gerade im ländlichen Raum brauchen wir mehr Verbindungen, wir brauchen schnellere Verbindungen und es muss auch finanziell attraktiver werden.

Landrat Heiko Schmid

In Norwegen sei ihm klargeworden, dass auch Deutschland und der Landkreis Biberach in Sachen Elektromobilität und öffentlicher Personennahverkehr Nachholbedarf haben. Deshalb werden beispielsweise in den nächsten Wochen im Parkhaus am Wielandpark sechs Ladestationen mit zwölf Ladepunkten aufgestellt.

Außerdem werde es vor dem neuen Verwaltungsgebäude mit der Fertigstellung im nächsten Jahr weitere Ladestationen mit vier Ladepunkten geben. Weitere Lademöglichkeiten sollen am Berufsschulzentrum installiert werden.

„Mein Ziel ist es auch, den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Biberach weiter auszubauen. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir mehr Verbindungen, wir brauchen schnellere Verbindungen und es muss auch finanziell attraktiver werden“, erläutert Schmid.

 Landrat Heiko Schmid und Stavangers Bürgermeisterin Christine Sagen Helgø tauschten sich über Elektromobilität aus.
Landrat Heiko Schmid und Stavangers Bürgermeisterin Christine Sagen Helgø tauschten sich über Elektromobilität aus. (Foto: Landratsamt)

„Um das alles auf den Weg zu bringen, schwebt mir ein umfassendes Mobilitätskonzept für den Landkreis Biberach vor, das von den Städten und Gemeinden, den Unternehmen, der Energieagentur, Hochschule, DING und vielen weiteren Partnern erarbeitet und mitgetragen wird.“ In der Haushaltsplanung für das kommende Jahr sollten nach seinem Dafürhalten deshalb Mittel für die Konzepterstellung zur Verfügung gestellt werden.

Klimaschutz und eine Änderung des Mobilitätsverhaltens könne man nur miteinander erreichen. Auch das sei eine wichtige Erkenntnis aller Teilnehmer der Exkursion, die nach Norwegen führte.

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