Nach diesen Kriterien stellt die Post Briefkästen auf

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 Die Deutsche Post unterhält in Biberach 37 Briefkästen, womit das Unternehmen die rechtlichen Vorgaben mehr als erfüllt.
Die Deutsche Post unterhält in Biberach 37 Briefkästen, womit das Unternehmen die rechtlichen Vorgaben mehr als erfüllt. (Foto: Daniel Häfele)

Mit dem Auszug der Post aus ihrem Gebäude in der Eisenbahnstraße vor ein paar Jahren ist auch der Briefkasten dort verschwunden. Seitdem müssen Kunden ihre Briefe auf der anderen Seite der Gleise, am Container-Provisorium der Post in der Freiburger Straße, einwerfen. Das sei umständlich, moniert SZ-Leser Jürgen Henke. Er erachtet einen Briefkasten beim Bahnhofsgebäude für notwendig.

Als die Post noch ihren Sitz in der Eisenbahnstraße hatte, konnten Pendler aus der Stadt auf dem Weg zum Zug noch schnell ihre Briefe loswerden. Das ist nun nicht mehr so leicht am Bahnhof möglich, weil sie über die Unterführung auf die andere Seite der Schienen gelangen müssen.

Gerade für ältere Menschen sei dies beschwerlich, erläutert Henke. „Ich frage mich, warum es auf der Seite des Bahnhofsgebäudes keinen Briefkasten mehr gibt.“ Darüber hinaus müssten Autofahrer einen größeren Umweg in Kauf nehmen, da die Brücke am Eselsberg noch bis Herbst dieses Jahres komplett gesperrt ist. Abhilfe könnte aus seiner Sicht ein Briefkasten beim Bahnhofsgebäude schaffen: „Das ist doch ein stark frequentierter Ort.“

Bei der Post seien in dieser Hinsicht noch keinerlei Reklamationen oder Anfragen aufgelaufen, wie es in einer schriftlichen Mitteilung auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ heißt. Nach welchen Kriterien Briefkästen aufzustellen sind, regelt die Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV).

Kein Umzug: Post bleibt in Containern
Die Biberacher Post-Filiale wird vorerst in den Containern bleiben.

„Grundsätzlich müssen wir Briefkästen in einer Stadt so aufstellen, dass Bürger in maximal 1000 Meter Entfernung einen Briefkasten erreichen können“, erläutert die Sprecherin der Deutschen Post DHL Group, Carolin Oelsner. „Diese gesetzliche Vorgabe halten wir ohne Wenn und Aber ein, oftmals unterschreiten wir diese Entfernung sogar.“

Laut ihr ist das Briefkastennetz in Biberach stabil: „Es hat natürlich Standortverlagerungen, zum Beispiel durch Baumaßnahmen, gegeben.“ Derzeit existierten in der Stadt 37 Briefkästen der Deutschen Post, die durchschnittliche Entfernung der Kunden zu einem Briefkasten betrage in Biberach unter 300 Meter: „Damit übererfüllen wir auch hier die PUDLV-Vorgabe von 1000 Metern deutlich.“

Leerung muss möglich sein

Briefkästen müssten für die Menschen gut erreichbar sein und würden zusätzlich zur Vorgabe dort platziert, wo sie von den Kunden zahlreich genutzt werden. Briefkästen, die rund 300 Meter von der Eisenbahnstraße entfernt liegen, stehen in der Bürgerturmstraße 1, Pfluggasse 21, Rißtraße 17 bis 19 und in der Freiburger Straße 3. „Auch soll in den Briefkästen immer ausreichend Platz sein, damit sie nicht ,überlaufen’“, so die Sprecherin. Dazu müssten die Mitarbeiter, die für die Leerungen zuständig sind, vor den Briefkästen gut und verkehrssicher halten können.

Der Deutschen Post sei ein funktionierendes Briefkastennetz wichtig. So seien in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Briefkästen deutschlandweit ausgetauscht worden, die durch Vandalismus und Schmierereien unansehnlich waren. Ob auch beim Bahnhofsgebäude ein Briefkasten aufgestellt werden kann, müssten ihre Kollegen im Hinblick auf die jeweiligen Grundstückszugehörigkeiten prüfen.

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