Nach 30 Minuten sind die ersten Gerichte ausverkauft

Lesedauer: 4 Min
Die Besucher standen Schlange für die Köstlichkeiten, die die Flüchtlinge gekocht hatten.
Die Besucher standen Schlange für die Köstlichkeiten, die die Flüchtlinge gekocht hatten. (Foto: sz- Nadine Ezerex)
Nadine Ezerex

Die Initiative „1:1 – Mensch zu Mensch“ hat gemeinsam mit dem Interkulturellen Forum für Flüchtlingshilfe für Biberacher Bürger und Asylsuchende in Biberach einen internationalen Mittagssnack im Spitalhof veranstaltet. Ziel war es, den Biberachern die kulinarischen Kostbarkeiten der Heimatländer der Geflüchteten vorzustellen und miteinander zu genießen.

Dieses Angebot nahmen enorm viele freudig an. Die aufgestellten Bierbänke waren alle besetzt. Viele Asylsuchende engagierten sich bei der Vorbereitung und kochten schon früh am Morgen an drei verschiedenen Standorten. Bereits eine viertel Stunde vor offiziellem Beginn tummelten sich Neugierige auf dem Platz. Das sei aber zu erwarten gewesen, sagte schmunzelnd Mitorganisator und Journalist Johannes Riedel.

Yu, der vor fünf Monaten aus Chinas Hauptstadt Peking nach Biberach gekommen ist, teilt sein Lieblingsgericht mit den Schwaben – vegetarische oder mit Fleisch gefüllte Chinesische Maultaschen, zubereitet nach einem über 1000 Jahre alten Rezept. Obwohl er alleine nach Deutschland gekommen sei, sei er nicht unglücklich, sondern fühle sich hier sehr wohl, sagt er. „Ich habe hier Familie gefunden.“ Damit deutet er auf seine Kameraden und die ehrenamtlichen Helfer. Gerichte aus Afrika und Asien waren beim Buffett vertreten. Großen Anklang fanden neben Yus Maultaschen auch Chicken Wings aus Gambia und eine Kartoffelspeise aus Afghanistan, die mit Minzsoße gereicht wird. Nach 30 Minuten waren die ersten Gerichte schon aus.

Die Gründe für den Besuch beim Mittagsnack war für die Biberacher ganz unterschiedlich. Während einige neugierig einfach mal das Essen kennenzulernen, kamen andere, um ihre ausländischen Freunde besuchen. So auch Lutz Keil, der die Aktion begeistert befürwortet. Von seinen afghanischen und irakischen Freunden weiß er, dass sie das gerne machen, dass sie etwas zurückgeben möchten. „Ich wünsche mir, dass es von vielen Biberachern verstanden wird, dass ihnen klar wird, dass sie Gastgeber sind.“

Mit Leib und Seele ist Altoberbürgermeister Thomas Fettback bei der Aktion dabei. Während er Chicken Wings ausgibt, kommt er mit den Gästen ins Gespräch. Cristina Alvarez Vazquez findet es klasse, was ihr Mann macht und ist überzeugt, dass „man mit Essen und Trinken, die Leute erreichen kann“. Die Flüchtlinge seien stolz, dass sie etwas machen dürfen und endlich etwas zurückgeben können.

Die Familie Schilling vom DRK war auch vor Ort. Aber nicht nur, um im Notfall helfen zu können, sondern auch um aufzuklären, zu informieren und miteinander zu lachen. „Im Beruflichen Ausbildungszentrum habe ich viele Geflüchtete getroffen. Ich habe nur nette Menschen kennengelernt – da geht einem das Herz auf“, sagt Gabi Schilling.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen