Musikfrühling bei Sommerwetter

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Aylin Duran

Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Nachdem der Musikfrühling Anfang Mai buchstäblich ins Wasser gefallen ist, konnte die Open-Air-Veranstaltung am Samstag nun mit einem reduzierten Musikprogramm an zwölf Standorten stattfinden. Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Innenstadt am Samstag zu einem klangvollen, bunten und lebhaften Ort.

Bei seiner Begrüßungsrede hieß der Erste Bürgermeister, Ralf Miller, alle Gäste aus nah und fern willkommen. „Es war natürlich schon ein kleiner Schlag, als es vor vier Wochen nicht geklappt hat mit dem Wetter“, sagte Miller. Umso mehr freute er sich am Samstag darüber, den Musikfrühling eröffnen zu können. „Wir können Ihnen ein tolles Programm bieten“, versicherte Friedrich Kolesch für die Werbegemeinschaft Biberach. „Vom Alleinunterhalter bis zu großen Bands, von volkstümlicher Musik und Schlagern bis hin zu Punk – es ist alles dabei.“ An zwölf Standorten traten in der Innenstadt insgesamt 50 Musiker, Bands und Tanzgruppen auf.

Bei ihrem Auftritt haben sich die Mitglieder der Band In shape bekannter Rock- und Popsongs angenommen. Neben älteren Liedern wie „Wonderwall“ von Oasis oder „Teenage Dirtbag“ von Wheatus erklangen auch deutsche Lieder wie „Ein Kompliment“ von Sportfreunde Stiller durch die Bürgerturmstraße. Wer die Gruppe In shape zum ersten Mal zu Gesicht bekam, konnte sich vermutlich nur schwer vorstellen, welche Lieder die fünf Musiker am liebsten spielen. Statt einem Schlagzeug waren am Samstag Rhythmusinstrumente im Einsatz, und auch die Geige spielte eine große Rolle. Schließlich schafften die Musiker es auch in dieser Besetzung, „Nothing Else Matters“ von Metallica zu spielen, die Powerballade weicher klingen zu lassen und die Zuschauer zu begeistern.

„Wir sind die Generation, die noch weiß, wie Benzin riecht“, erklärte der Gitarrist der Coverband No Limit seinen Zuschauern. Am Gasthaus „Biber“ verwendeten die sechs Bandmitglieder E-Gitarre, Akustikgitarre, Schlagzeug, Bass und Keyboard, um die 80er-Jahre aufleben zu lassen: Gespielt wurden unter anderem Songs von Joe Cocker, „Here I Go Again“ von den Withesnake oder das berühmte „Let It Be“ von den Beatles.

Unterstützung von einer großen Band oder Instrumenten hatte Rod fritz nicht. Auf der großen Bühne stand der Sänger und Songwriter ganz alleine – seine Akustikgitarre war sein einziger Begleiter. In seinen Songs hat Rod fritz unter anderem die Erfahrungen verarbeitet, die er bei seinen Reisen durch Kalifornien, San Francisco, New York und Los Angeles gemacht hat. Natürlich stellt sich da die Frage: Was macht dieser Musiker beim Musikfrühling in Biberach? Mit Flip Flops an den Füßen sang er von der Liebe und erklärte seinen Zuschauern, weshalb er überhaupt noch in Deutschland sei. „Ich bin hängen geblieben“, sagte er. Seine Biberacher Zuschauer fanden es ganz und gar nicht schlimm, dass Rod Fritz in Deutschland die Liebe gefunden hat und nicht nach Amerika zurückgekehrt ist. Schließlich hörte sein Publikum nur zu gerne zu, als Rod Fritz‘ schöne, friedliche Lieder über den Marktplatz schallten.

Beim Musikfrühling wurde den Besuchern allerdings noch weit mehr geboten als die Musik. Die Mitglieder der Tanzgruppe Shaking Legs trugen Cowboyhüte und schwangen die Hüften beim Linedance, und auch die Gauklergruppe der TG Biberach war auf dem Marktplatz anzutreffen, wo sie akrobatische Kunststücke zum Besten gab. Viele Läden schlossen ihre Türen am Samstag nicht vor 18 Uhr, musikalische und tänzerische Darbietungen erfreuten die Innenstadtbummler bis in die späten Nachmittagsstunden.

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