Musikalische Bitte um Frieden

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Die Evangelische Kantorei Biberach und das Bläserensemble Bad Buchau führten unter der Leitung von Ralf Kloth und Sabine Götze a
Die Evangelische Kantorei Biberach und das Bläserensemble Bad Buchau führten unter der Leitung von Ralf Kloth und Sabine Götze am Totensonntag musikalische Werke passend zum Thema auf, darunter die „Missa Dona Pacem“, eine Bitte um Frieden. (Foto: günter vogel)
Günter Vogel

Die Evangelische Kantorei Biberach und das Bläserensemble Bad Buchau haben ein Benefizkonzert für Chor und Orchester mit Werken von Bach, Mendelssohn, Brahms, Reger, Rheinberger sowie der „Missa Dona Pacem“ von Felix Bräuer gegeben. Die Kastenorgel spielte Petra Elze. Musikalische Leiter waren Ralf Klotz und Sabine Götze.

Das Konzert greift die Thematik Leben und Tod des Ewigkeitssonntags auf. Das fein abgestimmte Programm beginnt – natürlich – mit Johann Sebastian Bach und seinem in ruhigem Duktus geführten Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, gefolgt von „Jesus bleibt meine Freude“, ebenfalls vom Großmeister aus Eisenach.

Dann die Romantiker, zuerst Johannes Brahms. Mit seinen großen Motetten „Schaffe in mir Gott ein reines Herz“ und „Warum ist das Licht gegeben“ stellt Brahms die Grundfragen zur menschlichen Existenz, wie Klotz im Begleittext schreibt. Durch die kompositorische Dominanz der Soprane entsteht ein spezifisch heller, abgehobener Klang.

Vergängliche Existenz

Dann Max Reger mit einem Chorsatz aus den „Geistlichen Gesängen“ op. 138, „Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit“, ein harmonisch und melodisch eher etwas düsteres Werk. Der Text reflektiert, wie kurzlebig und vergänglich sowohl die menschliche Existenz als auch die Pracht der Welt sind.

Vier Chöre von Felix Mendelssohn-Bartholdy folgten. Ein Doppelchor aus der „Deutschen Liturgie“, dann zwei Stücke aus Mendelssohns Oratorium „Elias“, so das von den Frauenstimmen des Chors gesungene Engelsterzett: „Hebe Deine Augen auf zu den Bergen, von welchen Hilfe kommt“, nach Psalm 121. Und noch die Choralkantate nach Martin Luther „Verleih uns Frieden“, über die Robert Schumann urteilte: „Das kleine Stück verdient eine Weltberühmtheit und wird sie in Zukunft erlangen. Madonnen von Raffael und Murillo können nicht lange verborgen bleiben.“

Die klangschöne Messe „Dona Pacem“ mit tiefen spirituellen Empfindungen hatte der junge Komponist Felix Bräuer für Chor und Orgel komponiert. Die hier gespielte Fassung mit Orchester wurde von Ralf Klotz eingerichtet. Alles klang in sich geschlossen mit schön singbarer Melodiösität.

Einem großen „Gloria“ und „Sanctus“ folgte ein eher behutsames „Benedictus“, endete mit der Bitte um Frieden in einem ruhig pastoralen „Agnus Dei“.

Empfindsam und beseelt

Der Abschluss eines empfindsamen und beseelten Konzerts bildete das „Abendlied“ von Joseph Rheinberger.

Sabine Götze leitete die Bachchoräle und die „Missa Dona Pacem“, Ralf Klotz die anderen Werke. Chor und Orchester sangen und spielten fein abgestimmt in den Registern und in der dynamischen Präzision, eindringlich geführt von den beiden Dirigenten.

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