Multiinstrumentalisten schaffen jazziges Kunstwerk

Lesedauer: 4 Min
Jazztrio beeindruckt das Biberacher Publikum.
Jazztrio beeindruckt das Biberacher Publikum. (Foto: Manfred Fakler)
Schwäbische Zeitung

Beim Freitagskonzert des Biberacher Jazzclubs ist mit „David Helbock’s Random/Control“ ein Jazztrio zu Gast gewesen, das zurzeit weltweit auf Konzertbühnen und Festivals unterwegs ist. Durch eine besonders langfristige Planung gelang es dem Jazzclub Biberach, im Tourneeplan neben bekannten Spielstätten in Berlin, Liverpool oder Montreal aufzutauchen. Schon vor Beginn des Konzerts war das Publikum erstaunt über die Vielzahl der auf der Bühne aufgebauten Blas- und Perkussionsinstrumente neben dem mit einigem elektronischem Equipment versehenen Konzertflügel.

Der österreichische Pianist David Helbock, der bereits mit einer Reihe internationaler Preise ausgezeichnet wurde, präsentierte seine „Tour d’ Horizon“ (Titel der aktuellen CD) mit Referenzen an seinen musikalisch prägenden Lehrer Peter Madsen sowie viele seiner musikalischen Vorbilder und Helden am Jazzpiano wie beispielsweise Keith Jarrett, Chick Corea, Esbjörn Svensson oder Abdullah Ibrahim.

Mit höchster Virtuosität, kreativen und überraschenden Einfällen, aber auch mit viel Humor wurden die dem Publikum eigentlich größtenteils bekannten Musiktitel kräftig gegen den Strich gebürstet und in einem ganz eigenen und einzigartigen Stil präsentiert.

Zusammen mit Helbocks beiden österreichischen Mitmusikern Andreas Broger, der Saxofone, Klarinetten und verschiedene weitere Holzblasinstrumente virtuos spielte, und Johannes Bär, der Tuba, Trompete und eine ganze Reihe von weiteren Blechblasinstrumenten im Einsatz hatte, boten die drei Musiker Jazz ohne Berührungsängste und voller technischer Brillanz und schufen dabei ein ganz eigenständiges Kunstwerk. Dabei wechselten sie nicht nur das Sammelsurium aus zig verschiedenen Instrumenten im fliegenden Wechsel, sondern spielten auch mal zwei Blasinstrumente gleichzeitig oder erzeugten nebenbei noch Klänge auf unterschiedlichsten Perkussionsinstrumenten.

Zur Überraschung des Publikums kam sogar das im Jazz eher unübliche Alphorn zum Einsatz. Und selbst der Flügel wurde nicht nur vom Pianisten zum Klingen gebracht, sondern bei einem Stück gleichzeitig auch noch von den beiden Mitstreitern perkussiv bearbeitet.

Das staunende, immer wieder auch über den Einsatz und den schnellen Wechsel von Instrumenten lächelnde, aber vor allem völlig begeisterte Publikum im vollen Jazzkeller erklatschte am Ende noch zwei Zugaben. Danach blieb nur noch die Möglichkeit, sich die Musik in Form einer CD, die reißenden Absatz fand, mit persönlicher Widmung mit nach Hause zu nehmen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen