Mit diesen Tipps kommen Kinder sicher zur Schule

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Beim Rißegger Knoten warnt ein Schild vor der gefährlichen Situation: Fahrzeuge aus der Schlierenbachstraße fahren hin und wied
Beim Rißegger Knoten warnt ein Schild vor der gefährlichen Situation: Fahrzeuge aus der Schlierenbachstraße fahren hin und wieder in den Knoten ein, obwohl die Radfahrer Vorfahrt haben. (Foto: Daniel Häfele)
Schwäbische Zeitung

Autofahrer sollten in den kommenden Tagen noch vorsichtiger im Stadtgebiet unterwegs sein. Denn mit dem Schulbeginn sind wieder viele Kinder und Jugendliche entlang der Straßen unterwegs. Ein Teil von ihnen geht den Schulweg zum ersten Mal. Damit am Montag nichts schiefgeht, fasst die „Schwäbische Zeitung“ wichtige Tipps von Polizei und Stadtverwaltung zusammen:

Unfälle: Im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm, zu dem auch der Landkreis Biberach zählt, haben sich im vergangenen Schuljahr insgesamt 42 Unfälle auf dem Schulweg ereignet. 16 davon passierten im Kreis Biberach, wobei ein Mensch schwer und 15 weitere Personen leicht verletzt wurden. Diese Zahlen sind für die Polizei Anlass genug, die Kontrollen zum Schulbeginn fortzusetzen. Dabei nehmen die Streifen nicht nur das Tempo der Autofahrer in den Blick, sondern schauen auch, ob Kinder angegurtet sind.

Kleidung: Kinder sollten laut Polizei gut sichtbare Kleidung tragen. Gerade in der dunklen Jahreszeit werden die Kleinen mit heller und reflektierender Kleidung besser wahrgenommen. Auch die Fahrräder sollten Eltern verkehrssicher machen. Laut der Verkehrswacht sind zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine Klingel, Lichter, weißer Reflektor vorne, roter Reflektor hinten, vier gelbe Speichenreflektoren oder reflektierende weiße Streifen an den Reifen/Speichen und rutschfeste sowie festverschraubte Pedalen (mit je zwei Pedalreflektoren) gesetzlich vorgeschrieben. Zudem sollten Kinder, aber auch Erwachsene, einen Helm tragen.

Verhalten der Eltern: Mit ihren Sprösslingen sollten Eltern den Schulweg üben. Auf diese Weise lassen sich mögliche Gefahren minimieren. Ein Kind sollte seinen Schulweg kennen und wissen, dass es sich in einem Notfall Hilfe holen kann und bei wem. „Üben Sie mit Ihrem Kind, wie und wo man sicher über die Straße geht und worauf man an einer Ampel achten muss“, empfiehlt die Polizei. Eltern sollten einmal einen Rollentausch machen und sich vom Kind zur Schule bringen lassen. Wenn möglich, sollen Eltern eine Art „Gehgemeinschaft“ der Kinder zur Schule organisieren.

Elterntaxis: Die Polizei rät davon ab, dass Eltern ihre Kinder täglich mit dem Auto zur Schule kutschieren. „Elterntaxis sind kein Mittel zur Risikominimierung“, schreibt das Polizeipräsidium in einer Mitteilung. Denn Kinder müssten lernen, mit den Herausforderungen umzugehen. Diese Möglichkeit werde ihnen mit dem Elterntaxi genommen.

Radverkehr: Größtenteils lässt es sich mit dem Rad sicher durch Biberach steuern, wie der Radwegeplan zeigt. Dieser wird in diesen Tagen an die neuen Fünfer an den Biberacher Schulen ausgegeben. Eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung sorgt dafür, dass die Schulmeile optimal mit dem Rad erreicht werden kann. Die Route verläuft größtenteils entlang der Riß beziehungsweise der Bahnlinie. Aufgrund der Bauarbeiten für die neue Eselsberg-Brücke wird es Anfang Oktober auf einem Abschnitt zu Umleitungen kommen, wie Stadtsprecherin Andrea Appel ankündigt. Bei Zebrastreifen gilt: absteigen. Sonst haben Radfahrer keinen Vorrang.

Hier sollten Radfahrer besonders aufpassen:

Rißegger Knoten (Rißegger Straße/Waldseer Straße/Schlierenbachstraße): Die Radfahrer kommen oft mit hoher Geschwindigkeit den Berg hinunter. Fahrzeuge aus der Schlierenbachstraße fahren hin und wieder in die Kreuzung ein, obwohl die Radfahrer Vorfahrt haben. Das „Achtung: Unfallgefahr“ für Radfahrer zeigt indes Wirkung. „Seit nunmehr einem Jahr hat sich dort kein Unfall mit Beteiligung eines Radfahrers ereignet“, erläutert Appel.

Ehinger Straße/Einmündung Bleicherstraße: Dort verläuft ein Geh- und Radweg in zwei Richtungen, was Autofahrer immer mal wieder übersehen. Deshalb sollten Radfahrer bremsbereit an die Einmündung heranfahren. Und wer in Richtung Vollmerstraße abbiegt, sollte unbedingt ein Handzeichen geben. Somit sei für alle klar, ob der Radfahrer abbiegt oder geradeaus Richtung Innenstadt weiterfährt, empfiehlt die Stadtverwaltung.

Hans-Liebherr-Straße: Dort gibt es ab und zu Geisterfahrer stadteinwärts auf der linken Seite, die spätestens beim Kreisel an der Dollinger-Realschule Probleme bekommen.

Sicherheitskarte für Kinder:

Die „Schwäbische Zeitung“ starten zusammen mit der Verkehrswacht zum 23. Mal die Aktion „Sicherer Schulweg“. Wichtiger Bestandteil ist die kostenlose Sicherheitskarte für Erstklässler: Neben dem Namen des Kindes sind auf der Karte Adresse und Telefonnummer der Eltern oder anderer Ansprechpartner vermerkt. Wer möchte, kann auch auf Vorerkrankungen, chronische Krankheiten oder Allergien aufmerksam machen. Sollte sich das Kind auf dem Heimweg verlaufen oder gar in einen Unfall verwickelt werden, liefert die Sicherheitskarte Helfern wichtige Informationen. Die Anforderungscoupons für die Sicherheitskarten werden am ersten Elternabend durch die Klassenlehrer der Erstklässler verteilt. Eltern können die Sicherheitskarte auch ab heute im Internet unter der Adresse www.schwäbische.de/schulanfang2018 anfordern.

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