Mit dem Elektroroller über Alpenpässe

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 Eine kurze Pause gönnen sich die Fahrer des Biberacher Teams „HBC.Move“: Jessica Preuss (v. l.), Maike Hedke, Fabian Ritter, Al
Eine kurze Pause gönnen sich die Fahrer des Biberacher Teams „HBC.Move“: Jessica Preuss (v. l.), Maike Hedke, Fabian Ritter, Alexander Floß und Anna Brandl. (Foto: Hochschule Biberach)
Schwäbische Zeitung

Neun Tage lang mit Elektro-Rollern durch Österreich: Eine zwölfköpfige Gruppe der Hochschule Biberach hat an der weltgrößten Rallye für Elektrofahrzeuge teilgenommen. Mit sechs Rollern der Hochschule fuhr die HBC-Crew bei der „Wave Trophy Austria“ mit und legte insgesamt 1600 Kilometer zurück – durch idyllische Täler und über steile Pässe und vor allem: lautlos, denn Elektromotoren verursachen weder Geräusche noch Gestank.

„Ein Naturerlebnis und viel stressfreier als Autofahren“ schwärmen Professor Alexander Floß und die Studentinnen Anna Brandl und Maike Hedtke. Denn wer im Pulk fährt, kann sich mit der Führerrolle abwechseln. „Einer fährt konzentriert voraus, die anderen tuckern hinterher und können die Fahrt durch die Bergwelt genießen“, so Floß. Dabei saßen die Professoren – am ersten und letzten Tag auch Prorektor Jens Winter und Kanlzer Thomas Schwäble – sowie Forschungsmitarbeiter und Studenten täglich Stunden im Sattel, um die Etappen von rund 240 bis 340 Kilometer zu bewältigen.

Wie lang reichen die Akkus?

45 Kilometer pro Stunde im Durchschnitt konnten die Fahrer zurücklegen – doch wie lange würden die Akkus reichen? Das war die bange, aber natürlich auch die wissenschaftlich interessante Frage für die Biberacher, die dem Studiengang Energie-Ingenieurwesen und dem Institut für Gebäude- und Energiesysteme der Hochschule Biberach angehören. Für die ersten Tage der Tour plante die Biberacher Gruppe Stopps ein, bei denen die Akkus geladen wurden. Das brauchte Zeit – in einer Stunde erzielt man Speicherkapazität für rund 15 Kilometer – und führte dazu, dass das Roller-Team oftmals erst spät am Abend und in der Dunkelhalt zum Tagesziel kam. Das Team änderte die Taktik: Sie reduzierten die Anzahl der Roller von sechs auf drei und tauschten ab da die Akkus aus; geladen wurde in der Nacht. Die Fahrer wurden teilweise auf die Roller verteilt, teilweise fuhren sie im zweiten Begleitfahrzeug mit.

Der Höhepunkt der Rallye hätte die Überquerung des Großglockners werden solle, doch wegen Windböen von 70 Stundenkilometern und Schneeregen auf dem Gipfel war das Sicherheitsrisiko zu groß – die Zweiräder durften den Pass nicht überqueren und mussten umkehren. Als Ersatzroute ging es über die Tauernschleuse. „Selbst bei einer Steigung von 20 Prozent hat das prima funktioniert“, erzählt Maike Hedtke. Diese Begeisterung ist das, was die Biberacher Gruppe mitgebracht von ihrem Abenteuer Wave. Begeisterung für die Tour, Begeisterung für die Veranstaltung und Begeisterung für die Elektromobilität.

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