Mit Bildung Perspektiven schaffen

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Der AKE-Vorsitzende Alfons Siegel (links) bedankt sich nach dem Vortrag bei Kathrin Drews und David Badu.
Der AKE-Vorsitzende Alfons Siegel (links) bedankt sich nach dem Vortrag bei Kathrin Drews und David Badu. (Foto: Wolfgang Lingnau)
Schwäbische Zeitung

Bei der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Entwicklungspolitik Biberach (AKE) hat die Biberacherin Kathrin Drews, Referentin für Unternehmenskooperation der internationalen Hilfsorganisation Don Bosco Mondo, zusammen mit dem Ghanaer David Badu eine Berufsschule in Sunyani für benachteiligte junge Menschen in dem westafrikanischen Land vorgestellt. Solche Projekte will der AKE in nächster Zeit schwerpunktmäßig fördern.

Wie die Referenten erläuterten, erschließt die weltweit tätige Organisation Don Bosco Mondo personelle, finanzielle und materielle Ressourcen für ihre Projekte zugunsten junger Menschen. In mehr als 130 Ländern arbeitet sie mit verlässlichen Partnern Hand in Hand: den Salesianern Don Boscos und Don Bosco Schwestern, die sich an vielen Brennpunkten um die am meisten Gefährdeten kümmern: Kinder und Jugendliche.

„Kinder sind wie Edelsteine“

Mit Blick auf die Ursprünge der heute global tätigen Initiative erinnert Kathrin Drews daran, wie der Geistliche Don Bosco im italienischen Turin des 19. Jahrhunderts den Orden gründete. Als einer der ersten kümmerte er sich um die ausgestoßenen Kinder und Jugendlichen, die auf der Straße lebten. Ganz nach dem Motto „Diese Kinder sind wie Edelsteine, die auf der Straße liegen. Sie müssen nur aufgehoben werden und schon leuchten sie.“ Damit prägte er die Ausrichtung der Arbeit in den rund 840 Don Bosco Berufsbildungszentren weltweit, in denen alle Jugendlichen mit offenen Armen empfangen und arbeitsmarktorientiert sowie nachhaltig ausgebildet werden.

Eines von diesen Bildungszentren ist die 1995 in der mittelgroßen Stadt Sunyani im Westen Ghanas, gegründete Don Bosco Berufsschule mit angeschlossenem Wohnheim. Kathrin Drews und Kooperationspartner David Badu von BBQ (Bildung und berufliche Qualifizierung), heben hervor, dass hier Jugendliche und Kinder unabhängig ihrer Herkunft und Religion aufgenommen und ausgebildet werden. Typisch ist dabei der ganzheitliche Ansatz der Don Bosco Pädagogik, der neben Bildung und Ausbildung auch die Weitergabe von Werten und das Eröffnen konkreter Zukunftsperspektiven im Fokus hat. Deshalb werden neben Kurzzeitkursen sowie dreijährigen Ausbildungen auch regionale Arbeitsvermittlung angeboten.

800 junge Menschen profitieren von den Ausbildungsangeboten unter anderem in den Bereichen Gebäudetechnik, Landwirtschaft, Gastgewerbe, Elektroinstallation, Computertechnologie, Schreinerei, Schweißerei und Solartechnik. Auswärtige Azubis erhalten die Möglichkeit, auf dem Campus zu wohnen. Die Schule finanziert sich teilweise über Schulgebühren. Da aber viele Jugendliche und ihre Eltern nur wenig Geld zur Verfügung haben, unterstützen die Salesianer Don Boscos viele mit Stipendien. Hier kommen Spenden zum Einsatz, die aber vor allem für die anstehenden Modernisierungen beziehungsweise den Ausbau der Werkstätten im Ausbildungszentrum gebraucht werden. Kathrin Drews, ehemalige Schülerin des Biberacher Pestalozzi-Gymnasiums, führt dies mit entsprechenden Bildern eindrucksvoll vor Augen.

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