Mikrozensus: Statistiker befragen auch Biberacher

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Gar nicht so einfach: Die Fragen für den Mikrozensus 2018 sind umfangreich. In diesem Jahr geht es auch um Internet-Versorgung.
Gar nicht so einfach: Die Fragen für den Mikrozensus 2018 sind umfangreich. In diesem Jahr geht es auch um Internet-Versorgung. (Foto: Axel Pries)
Schwäbische Zeitung

Es ist die größte Befragung der Haushalte in Deutschland: der Mikrozensus. Auch Biberacher müssen Angaben über ihre wirtschaftliche und soziale Lage machen. Laut Alexandra Kölle vom statistischen Landesamt sind zwischen 160 und 200 Haushalte davon betroffen. „Die Befragungen finden das ganze Jahr über statt. Manche waren schon dran, andere sind erst im Dezember an der Reihe“, erläutert sie. Wer ausgewählt wurde, muss Angaben machen.

Seit 1957 werden in Deutschland Daten für den Mikrozensus erhoben. Wie ist die Versorgung mit schnellem Internet? Wie hoch ist die monatliche Miete? Welche Energieart wird für Heizung und Warmwasser eingesetzt? Unter anderem auf Fragen wie diese suchen die Statistiker Antworten. Dazu befragen sie ein Prozent der Bevölkerung. In Baden-Württemberg betrifft dies 50 000 Haushalte in 900 Gemeinden.

Wichtig für Entscheidungen

Die Ergebnisse dienen als Entscheidungsgrundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Fragen im Bund und in den Ländern. „Sie stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und interessierten Bürgern zur Verfügung“, so Kölle. Die Angaben werden anonym behandelt.

Der Fragebogen umfasst 70 Seiten. Damit die Befragung nicht allzu viel Zeit kostet, setzen die Statistiker ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte ein. Diese seien zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet, erläutert Kölle. Sie empfiehlt jedem, dieses Angebot anzunehmen: „Im persönlichen Interview können die Daten in relativ kurzer Zeit erfragt und im Laptop erfasst werden.“ Zwar könnten die Teilnehmer auch selbst den Fragebogen ausfüllen, dies würde aber deutlich länger dauern. „Die Haushalte dürfen sich gerne den Interviewerausweis in Verbindung mit dem Personalausweis ihres Erhebungsbeauftragten zeigen lassen“, sagt Kölle. Wer dennoch Zweifel hat, kann sich direkt an das Statistische Landesamt wenden.

20 Auswahlbezirke

In Biberach sind die Interviewer in 20 Auswahlbezirken unterwegs. Ein Bezirk umfasst im Schnitt etwa acht bis zehn Haushalte. Somit werden schätzungsweise zwischen 160 und 200 Haushalte in Biberach befragt, so Kölle. Ermittelt werden die Haushalte in einem Zufallsverfahren. Wer für die Befragung ausgewählt wurde, muss Angaben machen. Laut §13 Mikrozensusgesetz gibt es eine Auskunftspflicht. Nur so sei eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung gewährleistet, erläutert Kölle. Würden zum Beispiel nur junge oder erwerbstätige Menschen befragt, entstünde für die Öffentlichkeit ein ganz falsches Gesamtbild von den Lebensverhältnissen der Bevölkerung.

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