Mancher Autofahrer ignoriert noch das Verbotsschild am Marktplatz

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Nicht jeder Autofahrer hat sich am ersten Tag der neuen Verkehrsführung an die Straßenverkehrsordnung gehalten. Für ein Jahr ist
Nicht jeder Autofahrer hat sich am ersten Tag der neuen Verkehrsführung an die Straßenverkehrsordnung gehalten. Für ein Jahr ist der westliche Marktplatz nun eine Einbahnstraße. Danach soll Bilanz gezogen werden. (Foto: Daniel Häfele)

Seit Montag ist der westliche Marktplatz in Biberach eine Einbahnstraße. Ein paar wenige Auto- und Lastwagenfahrer brausten zwar noch von der Stadthalle kommend unerlaubterweise auf den Marktplatz. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer scheint aber mit der neuen Verkehrsführung in der Innenstadt klar zu kommen.

Mehrfach hatte die Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen über die neue Verkehrsregelung informiert, dann Schilder aufstellen lassen und einen großen Pflanzenkübel auf Höhe der Bäckerei Staib installiert. Damit setzte die Verwaltung den Beschluss des Gemeinderats zur Einbahnstraßenregelung auf dem Marktplatz um, der im vergangenen Herbst gefallen war.

 Auch das hier ist nicht mehr erlaubt: Wer von der Karpfengasse kommt, darf nur noch nach links in die Schulstraße einbiegen.
Auch das hier ist nicht mehr erlaubt: Wer von der Karpfengasse kommt, darf nur noch nach links in die Schulstraße einbiegen. (Foto: Daniel Häfel)

Der Großteil der Verkehrsteilnehmer hielt sich dann auch am Montag an die neue Regelung, wie eine Stichprobe der „Schwäbischen Zeitung“ am Vormittag deutliche machte. Jedoch gab es auch ein paar Unbelehrbare. So ignorierten innerhalb einer Viertelstunde sieben Fahrzeuglenker das Einfahrtverbot.

Verwaltung schaut sich Situation an

Darunter waren Autofahrer mit BC- und auswärtigen Kennzeichen, Handwerker und Andienungsfahrzeuge. Auch von der Karpfengasse kommend bogen vereinzelt Autofahrer nach rechts auf den Holzmarkt ein, obwohl sie eigentlich nur nach links in die Schulstraße fahren dürfen.

Die Sprecherin der Stadtverwaltung, Andrea Appel, hat sich die Situation ebenfalls angeschaut. „Ein paar Autofahrer haben es spät erkannt, konnten aber noch rechtzeitig auf den Holzmarkt abbiegen“, schildert sie. Eine halbe Stunde lang am Nachmittag beobachtete sie den Verkehr an der Kreuzung. In dieser Zeit sei ein Autofahrer verbotenerweise in den westlichen Marktplatz eingefahren. Ihre Kollegin vom Ordnungsamt beobachte den Verkehr zwischen 8 und 9 Uhr. Von 40 Fahrzeugen versuchten zehn auf den Marktplatz zu fahren.

„Mich haben auch Bürger angesprochen, die das Ganze als positiv bewerteten“, berichtet Appel. Manche Passanten hätten eine Beruhigung des Marktplatzes bereits feststellen können, wobei das auch an den Osterferien liegen könnte. Das deckt sich auch mit Aussagen, die Passanten im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ machten. Einige wünschten sich gar einen komplett autofreien Marktplatz.

Hilfssheriff gesichtet

Bei vielen, die an diesem Montag Einkäufe erledigten oder Arzttermine wahrnahmen, war die neue Verkehrsführung das Gesprächsthema schlechthin. Mancher ließ sich gar dazu hinreisen, Hilfssheriff zu spielen und die Autofahrer wild gestikulierend auf das „Einfahrt verboten“-Schild vor dem Pflanzenkübel hinzuweisen.

 Der Marktplatz in Biberach ist künftig eine Einbahnstraße, was Fußgänger als positiv bewerten.
Der Marktplatz in Biberach ist künftig eine Einbahnstraße, was Fußgänger als positiv bewerten. (Foto: Daniel Häfele)

Kontrollen angekündigt

Die Einbahnstraßenregelung von der Consulentengasse bis zum Holzmarkt gilt zunächst für ein Jahr. Während dieser Zeit gibt es Verkehrszählungen, eine Unfallanalyse und Geschwindigkeitsmessungen.

Die Stadtverwaltung möchte den Autofahren aber noch ein wenig Eingewöhnungszeit zugestehen bis Knöllchen drohen. „Das muss sich erstmal setzen und einspielen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, erläutert Appel. Bepflanzt werden soll auch noch der etwas karg wirkende Pflanzenkübel, in dem bislang nur ein Zierapfelbaum steht.

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