Männergesangverein genießt das Unterallgäu

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In der Basilika in Ottobeuren geben die Biberacher Sänger ihr Können zum Besten.
In der Basilika in Ottobeuren geben die Biberacher Sänger ihr Können zum Besten. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Bei idealem Reisewetter hat sich der Männergesangverein Frohsinn Biberach kürzlich zu seinem Jahresausflug aufgemacht. Ziel der Tagesfahrt war das Unterallgäu. Erster Stopp war die Katzbruimühle, eine im achten Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Mühle.

Sie ist in der Art der altdeutschen Mühle in Ständerbauweise erbaut und ist die einzige in Bayern noch erhaltene Mühle dieser Art. Sie wurde als Bauernmühle genutzt, das heißt zwischen Martini und St. Georgstag nur im Betrieb, wurde in ihr das Korn der Bauern für den Eigenbedarf gemahlen. Ihren Namen erhielt sie vom antreibenden Katzbruibach. Da Mühlen meist außerhalb von Ortschaften an einsamen Orten lagen, rankten sich viele Geschichten um Mühlen, die nicht immer zum guten Leumund der Müller bei trugen. Um 1900 wurde der Betrieb der Mühle bereits eingestellt, da sie auf den im Voralpenland angebauten Dinkel spezialisiert war, der vom ertragsreicheren Weizen abgelöst wurde. Sie befindet sich aber heute noch in gebrauchsfähigem Zustand. Zu erwähnen wäre, dass in ihr der Film „Hans im Glück“ gedreht wurde.

Nach einer Mittagspause im Mühlengasthof ging die Fahrt weiter nach Ottobeuren zur dortigen Benediktiner-Abtei. Bei einer Führung durch den Prior der Abtei erfuhren die Sänger alles Wissenswerte über das Kloster. Im achten Jahrhundert gegründet, erfuhr es durch Bischof Ulrich von Augsburg und Kaiser Otto I. die Erhebung zur Reichsabtei was in der Zukunft viele Vorteile in wirtschaftlicher Sicht brachte, wie zum Beispiel keine Gestellung von Soldaten für die vielen Kriege. Diese Privilegien wurden aber durch die Abgabe von rund einem Drittel der Einkünfte an den Kaiser erkauft.

Der aufkommende Zeitgeist des Barock verlangte von einer Reichsabtei ein würdiges Kirchengebäude und Kloster, entsprechend ihrem Einfluss und Stand. So wurde unter zwei Äbten ein barockes Meisterwerk geschaffen, an dem alle namhaften Künstler und Baumeister des Barocks gearbeitet haben. So entstand in 55 Jahren eine einzigartige Klosteranlage und Kirche, im Rang einer Basilika, und das alles ohne Schulden.Der Kaisersaal, die Bibliothek und die Kirche zeugen noch heute davon und sind Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt.

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