Männer und der Spaß am Kochen

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Michael Mader

Sieben Männer haben es gewagt. Sie haben sich freiwillig zum „Kochkurs für Männer“ der AOK Ulm-Biberach in Kooperation mit der „Schwäbischen Zeitung“ in der Lehrküche der AOK in Biberach angemeldet. Knapp vier Stunden später stellte sich heraus, dass alle sieben Männer nicht nur Spaß am Kochen, sondern auch die von der AOK-Diätassistentin Jennifer Sauter vorgegebenen Rezepte hervorragend umgesetzt haben.

Zum Schluss des Nachmittags wurden mit großer Lust und Stolz die selbst gekochten Speisen gegessen. „Es hat mir auch sehr viel Spaß gemacht und alle waren mit viel Eifer und großem Engagement dabei“, fasste Jennifer Sauter zusammen. Noch zu Beginn hatte dies ein wenig anders ausgehen. Der Rezeptplan, den die AOK-Mitarbeiterin vorgestellt hatte, ließ die eine andere oder andre Schweißperle auf die Stirn der Teilnehmer entstehen. Rudolf Fisel hatte doch ein wenig Bammel: „Ich bin jetzt schon etwas erschlagen, aber meine Kollegen werden mir schon helfen.“

Die Kollegen waren Robert und Nikolaj Renz, Vater und Sohn, die die Dame des Hauses ein wenig entlasten wollen. „Normalerweise kocht meine Frau, aber wir wollen sie einfach mal mit unseren Kochkünsten überraschen“, so Robert Renz. Und die drei hatten sich tatsächlich was vorgenommen: „Gemüsetaler mit Fetadip“ und „Pesto-Fisch im Lachsmantel“ sollten sie kochen. Die Zutaten hatte Jennifer Sauter natürlich wie bei den anderen beiden Zweiergruppen bereitgestellt. So versuchten sich Bruno Seiler und Sebastian Glauner an „Tomaten-Basilikum Weckle“, einem „Chakalaka-Krautsalat“ sowie als Krönung dem „Schweinefilet in knackiger Hülle“. Für Thomas Schraivogel und Franz Keck standen „Spätzle trifft Spinat“ und „Tiramisu im Glas“ auf dem Plan. „Das sind auf den ersten Blick keine alltäglichen Rezepte, aber alle sind machbar“, sagte Jennifer Sauter, die die Rezepte selbst entwickelt und auch schon einige Kochkurse angeboten hat.

„Die meisten Teilnehmer kommen zu uns, weil sie was lernen und mitnehmen wollen für den heimischen Herd.“ Es gebe natürlich Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Die Damen seine eher detailverliebt und wollen sich manchmal auch selbst überbieten - auch bei ernährungsbewusstem Kochen. Die Männer dagegen wollten meistens einfache Handgriffe lernen und Spaß haben.

Lust auf Einkaufen und Kochen

Den hatte die Gruppe während der Stunden in der AOK-Lehrküche in Biberach. An drei kombinierten Gas-/Elektroherden wurde gleichzeitig gebrutzelt, auf den Arbeitsplatten kräftig geschnibbelt, gehobelt und abgeschmeckt. Die Männer hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit. „Ich koche schon auch zu Hause mal gern und habe deshalb auch schon den einen oder anderen Kurs besucht“, sagte Bruno Seiler, der seinen deutlich jüngeren Kumpel Sebastian Glauner gleich überzeugte und mitbrachte: „Ich habe eine kleine Familie zu Hause und da schadet es nicht, dass ich auch mal was auf den Tisch bringe, zumal meine Frau Vegetarierin ist.

Im Lauf des Kurses wuchs auch das Selbstbewusstsein bei Rudolf Fisel, der am Anfang noch etwas zögerlich war. „Gemüsetaler und Fisch haben gut geklappt. Ich bin positiv überrascht.“ Und darum geht es letztendlich, wie Jennifer Sauter betont: „Die Kursteilnehmer sollen mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und Lust auf Einkaufen und Kochen bekommen.“ Denn Selbstkochen sei schon etwas aufwendiger als Fast-food oder eine Tiefkühlpizza zu kredenzen. „Das kann man schon mal machen, aber in erster Linie geht es mir schon um eine gesunde Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln“, stellte Jennifer Sauter klar. Auch etwa im Thermomix, den sie nicht verdammen würde. Und beim Fleischbraten mag sie nicht auf das Butterschmalz verzichten. „Das gibt einfach einen besseren Geschmack.“ Bruno Seiler, verantwortlich für das „Schweinefilet in knackiger Hülle“, bestätigte dies: „Diesen Geschmack erreiche ich mit Raps- oder Olivenöl nicht.“ Sprach`s und ließ sich das Selbstgekochte schmecken.

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