Liebherr erzielt Rekordumsatz und investiert weiter in Region

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2017 wirkte das Liebherr-Werk Biberach bei vielen Projekten mit, so wie auf der Zugspitze beim Bau der neuen Eibsee-Seilbahn.
2017 wirkte das Liebherr-Werk Biberach bei vielen Projekten mit, so wie auf der Zugspitze beim Bau der neuen Eibsee-Seilbahn. (Foto: Liebherr)

In seinen Gesellschaften in Oberschwaben, im Allgäu und im Bodenseekreis beschäftigte Liebherr im vergangenen Jahr mehr als 16 700 Mitarbeiter. Dies sind über 400 Beschäftigte mehr als 2016.

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Mit einem neuen Werk in Oberopfingen verdoppelt Liebherr seine Kapazitäten, in Ochsenhausen entsteht ein neues Schulungs- und Ausstellungsgebäude und in Biberach starten die Vorbereitungen für eine 3400 Quadratmeter großen Halle: Die Firmengruppe hat auch im vergangenen Jahr hohe Summen in ihre Standorte in der Region investiert. Mit 9,8 Milliarden Euro erzielte Liebherr dabei den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte, wie die Verantwortlichen am Donnerstag mitteilten. Damit übertraf die Gruppe deutlich das Rekordjahr 2015, damals belief sich der Umsatz auf 9,2 Milliarden Euro. Im Folgenden eine Übersicht, wie sich die Gesellschaften in der Region entwickelten:

Liebherr-Werk Biberach: Der Markt für Turmdrehkrane war im vergangenen Jahr erneut von einem harten Preiskampf gekennzeichnet. Denn außerhalb Europas seien Investitionen rückläufig, so das Unternehmen. Trotzdem steigerte das Liebherr-Werk Biberach seinen Umsatz. Hauptgründe sind die positive Entwicklung des Neugerätegeschäfts und die hohe Nachfrage in Westeuropa. Bei den Untendreher-, den Obendreher- und den Mobilbaukranen legte der Umsatz ebenfalls zu. Im kommenden Jahr möchte die Sparte ein hochfeste Faserseil auf den Markt bringen.

Liebherr-Components Biberach: Weil die Windindustrie weiter wächst, legte am Standort in Biberach vor allem der Produktbereich Großwälzlager zu. Das war bereits auch 2016 der Fall. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen erstmals Hauptlager für Windkraftanlagen aus. Zum Testen dieser Lager nahm die Liebherr-Components einen speziell konzipierten Dauerlaufprüfstand in Betrieb. Und auch im Tunnelbau etabliert sich das Unternehmen weiter, entsprechende Aufträge mit Großkunden wurden geschlossen.

Liebherr-Components Kirchdorf: Der Standort iliefert Hydraulikzylinder, Dämpfer und Systemlösungen nicht nur an Kunden innerhalb der Firmengruppe, sondern zunehmend auch an Externe. Darüber hinaus erweiterte die Sparte ihr Portfolio, so wurde speziell für Industrieapplikationen die Hydraulikzylinder-Baureihe nach ISO 6022 sowie optimierte Servozylinder vorgestellt. Zudem baute das Unternehmen ein neues Produktionswerk für Logistik, Montage, Prüfung und Lackierung von Hydraulikzylindern in Oberopfingen.

Liebherr-Hydraulikbagger Kirchdorf: Aufgrund der guten Entwicklung bei Mobilbaggern und dem starken Umsatzplus bei Materialumschlagmaschinen erzielte das Unternehmen eine Umsatzsteigerung. Aus Sicht der Produktentwicklung war 2017 geprägt vom formalen EU-Beschluss zur Einführung der Abgasstufe „V“. Die ersten Maschinen, die diese Norm erfüllen, sollen 2019 verfügbar sein. Zu den Entwicklungsschwerpunkten zählten erneut die Themen digitale Baustelle, Automatisierung sowie Fahrer- und Serviceassistenzsysteme. Auch die Grundsteinlegung für ein neues Entwicklungs- und Vorführzentrum für Maschinen stand an.

Liebherr-Hausgeräte Ochsenhausen: Das Unternehmen verteidigte seine Marktposition, das abgelaufene Geschäftsjahr entwickelte sich stabil. Mit dem Facelift der Einbaugerätegeneration, der Erweiterung der Bluperformance-Reihe und dem Start der Serienfertigung der Valueline-Familie modernisierte beziehungsweise erweiterte Liebherr das Sortiment. Außerdem befindet sich derzeit ein neues Schulungs- und Ausstellungsgebäude im Bau. Im Frühjahr 2019 soll es fertig sein. In der Forschung und Entwicklung schlägt sich die Digitalisierung nieder. So wurde ein intelligenter Kühlschrank präsentiert, der unter anderem Vorratslisten erstellen kann.

Liebherr-Mischtechnik Bad Schussenried: Während die Sparte in Europa ihren Umsatz verbesserte, schrumpfte dieser im Nahen/Mittleren Osten, in Fernost, in Australien und Amerika. Nach Angaben des Unternehmens entwickelte sich die Betonindustrie je nach Region unterschiedlich. Bei den Fahrmischern stand 2017 im Zeichen der Neueinführung der Generation „05“. Bei den horizontalen Mischanlagen sind weiterhin die Geräte „Compactmix 1.0“ und die Modulbaureihe „Betomix“ gefragt. Im Bereich der Mischtechnik kamen der Ringtellermischer RIV 2.5-D, bei den Betonpumpen die Autobetonpumpe 50XXT neu auf den Markt. Darüber hinaus erweiterte das Unternehmen sein Werk um zwei Hallen.

Liebherr-Werk Ehingen: Die Sparte ist mit einer hervorragenden Auftragslage ins Jahr 2018 gestartet und rechnet daher mit einer Umsatzsteigerung, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Auch das abgelaufene Geschäftsjahr lief gut, seine Marktposition baute das Werk weiter aus. Neben den zwei Rough-Terrain-Kranen LRT 1090-2.1 und LRT 1100-2.1, die auf die Anforderungen im Hauptmarkt Amerika zugeschnitten sind, wurde der vierachsige LTM 1090-4.2 vorgestellt, der auf variable Achslasten ausgelegt ist. Bei den Mobilkranen setzte das Unternehmen auf effiziente und umweltfreundliche Lösungen. Durch die Verfolgung der Ein-Motor-Strategie und durch das intelligente Antriebssystem Ecomode, werden Krane wie der LTM 1090-4.2 oder der LTM 1450-8.1 diesen Anforderungen gerecht.

In seinen Gesellschaften in Oberschwaben, im Allgäu und im Bodenseekreis beschäftigte Liebherr im vergangenen Jahr mehr als 16 700 Mitarbeiter. Dies sind über 400 Beschäftigte mehr als 2016.

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