Leben im Zirkus: Kopfüber von Kindesbeinen an

Lesedauer: 8 Min
Alexander Lacey ist Tiertrainer beim Zirkus Charles Knie. Jeden Tag arbeitet er mit Tigern, Löwen und Geparden. Wie sein Leben verläuft und warum er liebt was er macht, sehen Sie im Video.
Felizitas Eglof

Von Dienstag an, bis Donnerstag gastiert der Zirkus Charles Knie auf dem Gigelberg. Die Vorstellungen finden am Dienstag und Mittwoch, 4. und 5. September, statt, um 16.30 und 19 Uhr sowie am Donnerstag, 6. September, um 16 Uhr. Tickets gibt es im Internet unter www.zirkus-charles-knie.de und täglich ab zehn Uhr an der Zirkuskasse.

Seit Montag ragt das rot-weiße Zelt des Zirkus Charles Knie wieder über Biberach. Direkt nebenan stehen die Wohnwägen der Artisten und Mitarbeiter – drei davon gehören den Messoudi-Brüdern. Sie führen ein Leben im Zirkus. Was für viele aufregend und ungewöhnlich klingt, ist für Yassin, Soffien und Karim Messoudi Alltag. Die drei sind von Kindesbeinen an im Zirkus als Handstandakrobaten dabei.

Doch wie kommt man in den Zirkus? „Unsere Eltern und Großeltern waren schon im Zirkus aktiv“, erzählt der jüngste Bruder, Karim Messoudi, „so sind wir in den Zirkus hineingewachsen.“ Geboren sind die drei in Australien. Dort haben sie ihre ersten Erfahrungen gesammelt. „Ich war mit drei Jahren das erste Mal in der Manege. Mein Papa hat mir ein paar Handstandtricks zum Spaß beigebracht, irgendwann durfte ich dann selbst auftreten“, erzählt der 28-jährige Soffien.

Hier sind Muskeln und Schwindelfreiheit gefragt: Papa Said und Soffein (sitzend von links) und Yassin und Karim (im Handstand vo
Hier sind Muskeln und Schwindelfreiheit gefragt: Papa Said und Soffein (sitzend von links) und Yassin und Karim (im Handstand von links) zeigen ihre Akrobatiknummer. (Foto: Felizitas eglof)

Heute sei das eher umgekehrt, die Söhne gestalten selber ihr Programm. „Unser Vater hat uns die Grundübungen gezeigt, und wir haben diese perfektioniert und so einstudiert, wie sie uns gefallen“, sagt der 24-jährige Karim. Ihren Akrobatikaufritt zeigen sie bereits seit einigen Jahren. „Deswegen müssen wir die Nummer nicht täglich proben. Wir können sie einfach“, sagt Karim.

Langweilig werde es den Dreien aber trotzdem nicht. „Ich bin vor jedem Auftritt aufgeregt. Und auch wenn wir die gleiche Nummer vorführen, ist es jedes Mal toll, in der Manege zu stehen“, sagt Soffien.

Hartes Training, lockere Freizeit

Anstrengend sei ihr Alltag trotzdem. Die Brüder trainieren täglich mindestens zweimal im hauseigenen Fitnessstudio, um sich fit zu halten. Dazu kommen zwei Shows pro Tag. Trotzdem gehört auch Freizeit zu ihrem Leben. „Wenn wir nicht trainieren oder auftreten, entspannen wir uns viel, gehen essen und erkunden so die Städte, in denen wir gastieren“, sagt Karim und fügt mit einem Grinsen hinzu. „Wir machen eigentlich das gleiche wie andere junge Menschen auch, nur dass wir entspanntere Arbeitszeiten haben.“ Natürlich habe das Reisen aber auch seine Schattenseiten. „Wenn wir in den Städten nur zwei bis drei Tage sind, ist es schwer, Freundschaften aufzubauen. Deswegen machen wir Brüder viel zusammen und haben viele Freunde innerhalb des Zirkus“, sagt Soffien.

Mittlerweile gehören die Brüder zu den besten Handstandakrobaten der Welt und haben schon in mehr als 38 Länder gearbeitet. Ihr Erfolgsgeheimnis sei ganz einfach: Die Familie stehe an erster Stelle. „Ich glaube, ich könnte nie mit einem Fremden zusammenarbeiten. Wenn mein Bruder mal einen Fehler macht, dann vergebe ich ihm leicht, er gehört ja zur Familie. Bei einem Fremden könnte ich das nicht akzeptieren“, sagt Karim.

Und doch trotz ihrer Erfahrung ist es ein Gefühl, das die Brüder beim Zirkus hält: „Wenn man in der Manege steht und sieht, wie tausende Menschen nur wegen dir ausflippen vor Freude, dann ist das ein wahnsinniges Gefühl“, sagt Karim. „Deswegen bin ich hier und möchte auch in Zukunft beim Zirkus bleiben.“

Von Dienstag an, bis Donnerstag gastiert der Zirkus Charles Knie auf dem Gigelberg. Die Vorstellungen finden am Dienstag und Mittwoch, 4. und 5. September, statt, um 16.30 und 19 Uhr sowie am Donnerstag, 6. September, um 16 Uhr. Tickets gibt es im Internet unter www.zirkus-charles-knie.de und täglich ab zehn Uhr an der Zirkuskasse.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen