Landratsamt verfügt mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten

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 Die Zahl der bestätigten Fälle im Landkreis Biberach beläuft sich mittlerweile auf 55.
Die Zahl der bestätigten Fälle im Landkreis Biberach beläuft sich mittlerweile auf 55. (Foto: Hans Klaus Techt/dpa)
Schwäbische Zeitung

Die aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen machen auch mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten erforderlich. Um die Versorgung der Bevölkerung und die Funktionsfähigkeit wichtiger Infrastrukturen sicherzustellen, hat das Landratsamt Biberach deshalb eine Ausnahmebewilligung per Allgemeinverfügung erlassen.

„Die neuen Regeln gelten für systemrelevante Branchen und Tätigkeitsfelder. Es geht bei den Regelungen um die Beschäftigung von Arbeitnehmern an Sonn- und Feiertagen sowie um Abweichungen von der täglichen Höchstarbeitszeit“, so Landrat Heiko Schmid.

Für Sonn- und Feiertagsarbeit gebe es Ausnahmebewilligungen unter anderem für das Produzieren, Verpacken und Liefern von Lebensmitteln, Medikamenten, Medizinprodukten und Hygieneartikeln sowie für Tätigkeiten, die der medizinischen Behandlung und Versorgung von Patienten dienen. Bisher sei dafür immer eine Einzelgenehmigung notwendig gewesen. „Wir haben das jetzt mit der Allgemeinverfügung unbürokratisch gelöst“, so Schmid weiter.

In diesen Branchen gilt die Regelung

Abweichungen von der täglichen Höchstarbeitszeit sind demnach unter anderem bei Not- und Rettungsdiensten, in Krankenhäusern und Einrichtungen zur Pflege und Betreuung von Personen, bei der Feuerwehr, Gerichten und Behörden möglich. Gleiches gelte für Verkehrsbetriebe, in der Energie- und Wasserversorgung sowie in Abfall- und Abwasserentsorgungsbetrieben sowie bei Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung von Datennetzen und Rechnersystemen.

Auch im Bereich von Presse, Rundfunk und anderen Medien sind Abweichungen von der täglichen Höchstarbeitszeit möglich. Die zulässige tägliche Arbeitszeit kann in diesen Tätigkeitsbereichen auf maximal zwölf Stunden pro Tag verlängert werden.

Die Allgemeinverfügung gilt ab sofort und ist bis zum 30. Juni 2020 befristet. Die Details dazu sind im Internet unter www.biberach.de abrufbar.

Ab Montag, 23. März, wird im gesamten DING-Gebiet aufgrund der Schulschließungen der Ferienfahrplan gefahren. Zum Schutz des Fahrpersonals erfolgt an der Vordertüre kein Zustieg, es werden im Bus keine Fahrscheine verkauft und der Fahrerbereich ist abgesperrt.

Für einen verbesserten Schutz der Fahrgäste und damit die Fahrgäste untereinander leichter den empfohlenen Abstand einhalten können, hat der Landkreis kurzfristig bei Busunternehmen den Einsatz größerer Fahrzeuge im Linienverkehr beauftragt.

Die Aktion wird von den Busunternehmen begrüßt und unterstützt. Ab Montag, 23. März 2020 werden daher immer dann, wenn größere Fahrzeuge in den Busunternehmen verfügbar sind, die größeren Fahrzeuge im ÖPNV eingesetzt.

Zehn neue Coronafälle

Das Kreisgesundheitsamt hat am Donnerstagabend weitere zehn bestätigte Coronafälle im Landkreis Biberach gemeldet. Es handelt sich um sechs Männer und vier Frauen zwischen 16 und 66 Jahren. Im Landkreis Biberach gibt es demnach 55 bestätigte Coronafälle (Stand: 18. März, 18.30 Uhr)

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