Nachdem in einem ersten Wettbewerb im Januar 2018 bereits vier Regionen als Biomusterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt wo
Nachdem in einem ersten Wettbewerb im Januar 2018 bereits vier Regionen als Biomusterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt worden waren, sind nun fünf weitere hinzugekommen, darunter der Landkreis Biberach. (Foto: LGL)
Schwäbische Zeitung

Das Land Baden-Württemberg hat den Landkreis Biberach als Biomusterregion ausgewählt. Das gaben Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Dienstag bekannt. Ziel ist es, die Landwirte, Verarbeiter und Vermarkter in der Region zu vernetzen und Maßnahmen für eine Verbesserung von Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung zu entwickeln. Insgesamt sind nun neun Biomusterregionen Teil des Landesprogramms.

„Unter der Überschrift ‚Biodiversität für alle, vielfältig, kraftvoll und lebendig‘ haben wir ein Programm zusammengestellt, das als Ziel das gute Miteinander von konventionell und ökologisch geführten Betrieben hat. Das Programm hat offensichtlich überzeugt und ich freue mich, dass wir als Biomusterregion aufgenommen wurden. Wir wollen ganz bewusst regionale Wertschöpfungsketten stärken, Bioanbauflächen im Landkreis ausbauen und Maßnahmen zur Biodiversität in allen Bereichen nach vorne bringen“, so Landrat Heiko Schmid. Dazu werde man sich drei Jahre Zeit nehmen. In den Biomusterregionen fördert das Land ein Regionalmanagement zur Unterstützung des Ökolandbaus vor Ort mit bis zu 100 000 Euro jährlich für einen Zeitraum von drei Jahren. Während der dreijährigen Förderperiode werden vom Landkreis jährlich Kofinanzierungsmittel in Höhe von 25 000 Euro zur Verfügung gestellt.

„Nachfrage als Chance erkennen“

„Das gute Nebeneinander von konventioneller und biologischer Landwirtschaft zeichnet unsere Region aus“, sagt CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger zur Ernennung des Landkreises Biberach als neue Biomusterregion. Beide Bewirtschaftungsformen gingen verantwortungsvoll mit unserer oberschwäbischen Kulturlandschaft um. „Für die hier ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe, Verarbeiter und Vermarkter gilt es nun, die steigende Nachfrage nach regionalen Biolebensmitteln als gute wirtschaftliche Chance zu erkennen und zu nutzen. Ganz nach dem Motto ,Aus der Region, für die Region‘. Daher sind die Fördermittel des Landes für den Landkreis Biberach als neue Biomusterregion gut in die Stärkung unserer heimischen Betriebe investiert“, so Dörflinger weiter.

Das Konzept zur Biomusterregion Biberach wurde unter der Federführung des Landratsamts mit mehr als 100 Akteuren aus Naturschutz und Landwirtschaftsverbänden, mit Unternehmern und engagierten Privatpersonen in einer offenen Projektwerkstatt in den vergangenen Monaten erarbeitet. Der Kreistag hat das Konzept im November 2018 beschlossen.

Vernetzung der neun Regionen

„Die vorgelegten Konzepte sind vielfältig, innovativ, ideenreich und handlungsorientiert“, so Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. „Damit kann das Bewusstsein für ökologischen Landbau und für regionale Biolebensmittel weiter gestärkt und in die Fläche getragen werden.“ Die wesentlichen Akteure, also die Landwirte, handwerkliche Verarbeiter und regionale Vermarkter, sollen durch ein vom Land gefördertes Regionalmanagement miteinander ins Gespräch gebracht werden. Das Regionalmanagement solle gemeinsam mit den Akteuren des Ökosektors vor Ort Maßnahmen für mehr Ökolandbau in Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung entwickeln. „Dies wird zu einem Sogeffekt für Bio in den Regionen führen“, so Minister Hauk. „Über die Aktivitäten in den Regionen hinaus ist es Teil der Maßnahme, die insgesamt neun Biomusterregionen miteinander zu vernetzen, gemeinsame Projekte zu entwickeln und so Impulse für das ganze Land zu setzen.“

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