Kultureinrichtungen sollen gestärkt werden

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 Beim neuen offenen Treff für Schüler sollen die Jugendlichen sich ausprobieren – so wie sie es beispielsweise in der Steinzeitw
Beim neuen offenen Treff für Schüler sollen die Jugendlichen sich ausprobieren – so wie sie es beispielsweise in der Steinzeitwerkstatt in den Ferien tun. (Foto: Federseemuseum)
Schwäbische Zeitung

Kultureinrichtungen zu stärken und das kulturelle Leben im ländlichen Raum in Zusammenarbeit mit den Kulturschaffenden zeitgemäß zu gestalten – dieses Ziel verfolgen sowohl die Kulturstiftung des Bundes, die Europäische Union als auch die Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben. Zurzeit laufen die Antragsfristen für unterschiedliche Fördertöpfe und Programme.

„Es gibt im ländlichen Raum viele Kunst- und Kulturorganisation, die es schwer haben, unter anderem aufgrund des demografischen Wandels“, erklärt Emmanuel Frank, Geschäftsführer der Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben.

Bundeskulturstiftung mit im Boot

Die Kulturstiftung des Bundes hat daher gleich zwei Programme ins Leben gerufen, um dem entgegen zu wirken – und die Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben macht mit. Zum einen gibt es da das Projekt „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“: Es unterstützt Kultureinrichtungen dabei, sich weiterzuentwickeln und es rückt die Kulturarbeit im ländlichen Raum in den Fokus von Kulturschaffenden und Verwaltungen.

Das Projekt wird von 2016 bis 2020 mit drei Millionen Euro aus dem Programm „Trafo – Modelle für Kultur und Wandel“ sowie weiteren 615 000 Euro des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert. Darüber hinaus wird es von den sieben beteiligten Landkreisen Alb-Donau-Kreis, Biberach, Heidenheim, Ostalbkreis, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Sigmaringen unterstützt.

„Trafo“ hat sich ein ähnliches Ziel gesetzt; das Projekt möchte bestehende Kultureinrichtungen nachhaltig stärken und weiterentwickeln. Eine Chance auf Förderung haben Kultureinrichtungen, die neue Ideen ausprobieren und ihre Arbeitsweisen um unkonventionelle Formate und Kooperationen erweitern wollen. Das können partizipative Ausstellungen für Schulklassen, Poetry Slams in einem verlassenen Dorfladen, professionell geleitete Theaterproduktionen mit dem örtlichen Musikverein oder Kunstfestivals, bei der die ganze Gemeinde Kopf steht, sein.

Wer sich bewerben kann

Bewerben können sich alle Kultureinrichtungen, die sich für die Menschen vor Ort öffnen und mit dem Blick auf die Zukunft verändern wollen, beispielsweise Theater, Museen und Konzerthäuser, aber auch Bibliotheken, Volkshochschulen und andere kulturelle Einrichtungen. „Grundvoraussetzung ist, dass eine der kulturschaffenden Institutionen mindestens einen hauptberuflichen Mitarbeiter hat“, erklärt Frank. Konkrete Beispiele zur Umsetzung solcher Projektideen zeigen die Kultureinrichtungen, die bereits in der „Lernenden Kulturregion“ arbeiten. Das Federseemuseum Bad Buchau richtet beispielsweise gemeinsam mit der Bachritterburg Kanzach erstmals einen offenen Treff für Schüler ein. Dort können sie sich alle 14 Tage aktiv an der Museumsarbeit beteiligen, etwa einen kleinen Film drehen, eine Krimi-Geschichte verfassen oder eine eigene Ausstellung erarbeiten. Was tatsächlich gemacht wird, entscheiden die Schüler selbst. Das Angebot beginnt Anfang April.

„Große und kleine Organisationen sollen zusammenarbeiten und zusammen neue Wege beschreiten“, fasst Frank zusammen. Bis zum 30.Juni können Projektideen eingereicht werden. Insgesamt stehen 180000 Euro EU-Fördermittel bereit. Weitere finanzielle Unterstützung könnte es über „Trafo“ geben. Zur ersten Kontaktaufnahme und um weitere Fragen zu klären, bietet Leader eine Sprechstunden in drei Gemeinden an. Auch wenn der Schwerpunkt auf der Kulturförderung liegt, können auch in dieser Förderperiode Projektideen eingereicht werden, die sich auf eins der anderen Handlungsfelder der Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben beziehen. Die Info-Sprechstunden sind am 30. März im Rathaus Dürnau, am 4. April im Rathaus Rottenacker und am 7. April im Rathaus Veringenstadt, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Leader ist eine Förderinitiative der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg zur Förderung innovativer Projekte im ländlichen Raum.

Informationen und Unterlagen zur Antragstellung:

www.lernende-kulturregion.de www.leader-oberschwaben.de

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