Kreis bekennt sich zur Rettungsleitstelle

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Kreis und DRK wollen die Rettungsleitstelle in Biberach erhalten und die Kosten für eine nächtliche Doppelbesetzung tragen. (Foto: Rummel)
Schwäbische Zeitung
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Die integrierte Rettungsleitstelle in Biberach, die für die Alarmierung von Rettungsdienst und Feuerwehr im Landkreis zuständig ist, soll auch künftig erhalten bleiben. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss des Kreistags beschloss am Freitagnachmittag, die entsprechenden Maßnahmen zur Zukunftssicherung der Leitstelle einzuleiten. Nun muss der Kreistag am 22. März noch zustimmen.

Noch vorigen Sommer schien einiges auf das Ende der Biberacher Leitstelle und eine mögliche Fusion mit Ulm hinzudeuten. Gegen diese Überlegungen intervenierte der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) massiv. Er betreibt sie zusammen mit dem Landkreis und teilt sich mit ihm auch die Kosten, wobei das Geld auf DRK-Seite zu 100 Prozent von den Krankenkassen kommt.

Seit einigen Wochen nun konzentrieren sich die Gespräche zwischen Landratsamt, DRK und Kreisfeuerwehrverband darauf, die Biberacher Leitstelle so aufzurüsten, dass sie erhalten bleibt. Knackpunkt war bislang die fehlende Doppelbesetzung der Leitstelle in den Nachtstunden, die in Baden-Württemberg eigentlich vorgesehen ist. Das verursacht Mehrkosten von rund 170000 Euro pro Jahr.

Der Finanzausschuss beschloss am Freitag einstimmig, 85000 Euro – also die Hälfte dieser Kosten – als überplanmäßige Ausgabe im Haushalt 2013 vorzusehen. Roland Prinz, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands gab in der Sitzung bekannt, dass der Bereichsausschuss für den Rettungsdienst, in dem unter anderem die Krankenkassen vertreten sind, diese Woche zugesagt habe, die andere Hälfte zu tragen. Somit steht einer Doppelbesetzung der Rettungsleitstelle in den Nachtstunden nichts mehr im Weg. „Wir wollen das schnellstens umsetzen“, sagte Prinz, „am liebsten schon im April, wenn der Kreistag am nächsten Freitag zustimmt.“

Untersucht werden soll auch, ob es möglich ist, einen virtuellen Leitstellenverbund zu schaffen, damit für die Rettungsleitstelle Biberach eine sogenannte Rückfallebene gegeben ist. Damit wäre beispielsweise bei einem Ausfall der Telefonanlage oder einem Totalausfall der Biberacher Leitstelle garantiert, dass eingehende Notrufe ohne Zeitverzug von einer anderen Leitstelle übernommen werden, die dann Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert.

Nachdem die Diskussion um den Erhalt der Biberacher Rettungsleitstelle im vergangenen Jahr an Schärfe zugenommen hatte, scheinen sich die Wolken inzwischen verzogen zu haben. Gerold Simon, Ordnungsamtsleiter des Landratsamts sprach am Freitag von einer „vertrauensvollen, intensiven Diskussion“, an deren Ende die gemeinsam erarbeitete Beschlussvorlage stehe. „Die Leitstelle wird so noch besser, für die Bediensteten und die Bürger“, sagte Klaus Merz, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands.

„Es steckt viel Arbeit drin“

Auch die Kreisräte, die die Leitstelle gestern vor der Sitzung besichtigt hatten, sahen das so. „Wir haben jetzt eine zukunftsfähige Lösung, die allen rechtlichen Kriterien genügt“, sagte Andreas Denzel (CDU). „Und es freut mich, dass es im Einvernehmen geschieht.“ Hans Petermann (Freie Wähler) schloss sich dem an.

Der Prozess zum Erhalt der Leitstelle habe alle sehr belastet, sagte Thomas Fettback (SPD). Vieles habe am Anfang noch anders geklungen, als es das jetzige Ergebnis ausdrücke. „Es steckt viel Arbeit drin, aber die Arbeit hat sich gelohnt.“ Es sei konsequent diesen Beschluss so zu fassen, „weil wir damit die gesetzlichen Bestimmungen erfüllen“, meinte Eugen Schlachter (ÖGB).

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