Kommentar: Drastischer Schritt

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 Gerd Mägerle
Gerd Mägerle (Foto: privat)
Redaktionsleiter

In welch schwierigem Markt sie unterwegs sind, wussten die Verantwortlichen und Mitarbeiter der Handtmann Armaturenfabrik schon länger. Der weltweite Brauereimarkt wird von Großkonzernen dominiert, die produzierte Biermenge stagniert, die Chancen auf Großaufträge im Anlagenbau werden dementsprechend geringer.

Dies hat man in der Handtmann Armaturenfabrik erkannt und bereits neue Geschäftsfelder erschlossen. Trotzdem war der Rückgang im Brauereigeschäft damit offenbar nicht oder nicht schnell genug zu kompensieren. Mit dem Abbau von fast der Hälfte der Belegschaft hat Handtmann nun einen drastischen Schritt ergriffen, der so gar nicht ins Bild des wirtschaftlich erfolgsverwöhnten Biberach passt. An solche Nachrichten ist man hier zwischenzeitlich nicht mehr gewöhnt.

Für Handtmann wiegt dieser Einschnitt auch deshalb schwer, weil er die Keimzelle der Unternehmensgruppe trifft. Die Armaturenfabrik ist der direkte Nachfolger jener mechanischen Werkstatt und Messinggießerei, mit der 1873 die Firmengeschichte ihren Anfang nahm. Den 70 Menschen, die nun wohl ihren Arbeitsplatz verlieren, hilft das jedoch nicht weiter. Für sie bleibt nur die Hoffnung, dass sie in einer Region, in der Vollbeschäftigung herrscht, möglichst schnell neue Jobs finden.

g.maegerle@schwaebische.de

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